Nach einer Woche zieht das Hallenbad Bassum ein positives Fazit / Besucher sind allerdings noch verhalten

Es dürfen gern ein paar mehr sein

Freuen sich auf viel mehr Badegäste: Björn Reinke und Hella Schulenberg.
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Freuen sich auf viel mehr Badegäste: Björn Reinke und Hella Schulenberg.

Bassum – Eine Frau kommt mit einer gepackten Sporttasche in das Hallenbad Bassum geeilt und hält am Kassenhäuschen inne. „Ist die Grundschule Nordwohlde schon drinnen?“, fragt sie leicht keuchend. Kassiererin Hella Schulenberg schaut auf ihre Liste und schüttelt den Kopf. „Noch ist die Mittelstraße drin.“ Die Frau hält ihr die Tasche entgegen und bittet sie, diese ihrem Kind zu geben, wenn es mit seiner Klasse auftaucht. Offenbar ist sie im morgendlichen Trubel vergessen worden.

Schulenberg nimmt die Tasche in Verwahrung, und die Frau zieht erleichtert von dannen. Nur wenige Augenblicke später taucht ein Lehrer mit seiner Klasse auf. Bevor er durch die Tür tritt, mustert er seine Schützlinge noch einmal kritisch und erinnert: „Leute! Masken auf!“

Ja, die Mund-Nasen-Bedeckung, die in vielen Bereichen des Hallenbades Pflicht ist, ist noch so ein kleines Problem, sagt Schulenberg. Immer mal wieder muss das Personal die Gäste darauf aufmerksam machen. „Aber ich denke nicht, dass es bei den meisten Böswilligkeit ist. Sie denken halt nicht dran, wenn sie beispielsweise gerade aus der Umkleide kommen“, meint Schulenberg. Und wenn man sie darauf hinweise, seien die Gäste auch einsichtig.

Insgesamt fällt das Fazit nach einer Woche Hallenbad positiv aus. „Es ist noch sehr ruhig“, sind sich Schulenberg und Björn Reinke, Fachangestellter für Bädertechnik, einig. Auf der einen Seite sei es hilfreich gewesen, denn so hatte das Personal Gelegenheit, sich an die vielen Neuerungen im Alltag der Einrichtung zu gewöhnen. „Doch jetzt können gerne mehr kommen“, sagen Schulenberg und Reinke, die zum Beispiel noch ein paar ihrer Frühschwimmer vermissen.

Warum sich die Bassumer bisher etwas verhalten geben, habe vielleicht mehrere Ursachen. „Zum einen sind wir dieses Jahr früher dran als sonst, und die Freibäder haben noch geöffnet“, sagt Schulenberg. Die Stadt hatte das Hallenbad zehn Tage früher geöffnet, um den Badefreunden, die dieses Jahr nicht das Naturbad nutzen konnten, eine Alternative zu bieten. „Zum anderen sind noch viele verunsichert, ob sie nun spontan kommen können oder sich anmelden müssen.“

Schulenberg betont: „Grundsätzlich kann jeder spontan vorbeikommen. Niemand wird weggeschickt, bloß weil er keine Reservierung vorgenommen hat. Aber es kann eben sein, dass er dann warten muss, wenn das Bad gerade voll ist. Mehr als 48 Personen dürfen sich nicht im Bad aufhalten. Falls aber einer sich eine Badezeit reserviert hat und früher raus geht, ist natürlich wieder ein Platz frei.“ Bisher hat alles reibungslos geklappt, und niemand musste draußen warten.

Zur Erinnerung: Der Gast muss persönlich zum Bad kommen, um sich eine Zeit zu reservieren. Das Buchen per Telefon oder Internet ist nicht möglich. Die Badezeit muss entweder am selben Tag sein oder am darauffolgenden. Reservierungen, die weiter in der Zukunft liegen, werden nicht angenommen.

„Für Leute, die weiter weg wohnen, ist es natürlich umständlich, extra für die Reservierung herkommen zu müssen“, zeigt Schulenberg Verständnis. „Aber im Moment gibt es keine anderen Möglichkeiten. Wir müssen ja irgendwie anfangen.“ Wie wichtig diese Reservierungen werden können, habe sich am vergangenen Wochenende gezeigt, als viele Familien mit Kindern vorbeikamen. „Da hat es gerade so gepasst. Doch wenn jetzt die Freibäder schließen, könnte es eng werden.“

In gut einer Woche will das Team des Hallenbades zusammenkommen und auf der Basis seiner gesammelten Erfahrungen ein erstes Fazit zu dem neuen Konzept ziehen: Was läuft gut? Was soll beibehalten werden und was kann man vielleicht wieder ändern?

„Trotz der Einschränkungen sind wir sehr froh, wieder geöffnet zu haben“, sagen Schulenberg und Reinke, die sich auf mehr Gäste freuen. „Ich denke, wir alle wollen ein Stück Normalität zurückhaben.“

Infos

Die neuen Badezeiten des Hallenbades sind auf der Homepage der Stadt Bassum einzusehen.

Von Julia Kreykenbohm

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