Siebklässler hat zu Düngemitteln beim Kartoffelanbau geforscht

Erster Platz bei „Jugend forscht“-Regionalwettbewerb

Schulleiterin Gabriele Wilk-Batram überreicht Kilian seine Urkunde als Regionalsieger im Bereich Biologie.
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Brauchen nahrhafte Kartoffeln Düngemittel? Nicht unbedingt, sagt Kilians „Jugend forscht“-Projekt. Hier überreicht Schulleiterin Gabriele Wilk-Batram ihm seine Urkunde als Regionalsieger im Fachbereich Biologie.

Der 12-jährige Kilian von der Bassumer Lukas-Schule hat den ersten Platz bei „Jugend forscht“-Regionalwettbewerb gewonnen. Mit seiner Forschung über Düngemittel im Kartoffelanbau nimmt er nun an der landesweiten Runde teil.

  • Kilians Rat: Beim Düngen auf die Bodenwerte achten.
  • „Jugend forscht“-Engagement der Lukas-Schule ausgezeichnet.
  • Landeswettbewerb am 19. März als Videokonferenz.

Bassum – Beim Gemüseanbau sollte man es beim Düngen nicht übertreiben. Und vor allem bei Art und Menge des Düngers auf die Bodenbeschaffenheit abstimmen. Zu diesem Schluss ist nicht etwa ein agrarwissenschaftliches Institut gekommen. Vielmehr handelt es sich um ein Fazit, auf das Kilian Labbus, 12 Jahre, durch eigene Forschung gekommen ist.

Damit hat er die Juroren von „Jugend forscht“ überzeugt. In der Sparte für Unter-15-Jährige („Schüler experimentieren“) hat Kilians Projekt den ersten Platz im Regionalwettbewerb Diepholz im Fachbereich Biologie gewonnen. Damit nimmt er am 19. März am Landeswettbewerb Niedersachsen teil.

Während Kilian der neugierigen Presse sein Experiment vorstellt, wird, nach anfänglicher Aufregung schnell klar: Die Kartoffeln haben seinen Forschergeist geweckt. Gemüseanbau kannte er vom elterlichen Gewächshaus, Kartoffeln als stärkehaltige Beilage auf dem Teller. Bei der Suche nach einer Forschungsfrage ist Kilian also auf die Idee gekommen, Kartoffeln der Sorte Allians in Versuchsreihen anzubauen: ohne Düngung und jeweils gedüngt mit Blaukorn, Brennnesseljauche und Pferdedung,

Menge und Stärkegehalt je nach Dünger unterschiedlich

Am Ende standen unterschiedlich große Erntemengen – mit Blaukorn war sie am größten, mit Brennnesseljauche am geringsten. Nun interessierte den Siebtklässler der Stärkegehalt der Knollen: Bei Vergleichsmengen von 2,5 Kilo und mit Hilfeeiner Kofferwaage und einer Tabelle kam heraus: Der Nährstoffgehalt war mit Blaukorn am niedrigsten, ganz ohne Dünger auffällig hoch. Das hat Kilian „sehr überrascht“ und zum Nachdenken gebracht.

Da er zu Beginn seines Versuchs eine Bodenprobe genommen hatte, wusste er, dass die Erde gute Werte aufwies und der zusätzliche Stickstoff aus dem Blaukorn den Stärkegehalt gesenkt haben muss. Kilians Schlussfolgerungen: „Mehr ist besser — das ist in dem Fall nicht so.“ Es gebe beim Düngen kein Richtig oder Falsch. Vielmehr sollte man sich fragen: „Was hat der Boden schon?“ Und dann den richtigen Dünger wählen oder verzichten.

Wie seine Klassenkameraden hatte Kilian über ein halbes Jahr geforscht. Seine Mitschüler hatten sich mit biologischen Unkrautvernichtungsmitteln, dem Lebensraum Stall und Holz als Isolierungsmaterial beschäftigt.

„Jugend forscht“ als Wahlpflichtfach

„Jugend forscht“ ist an der privaten Lukas-Realschule als Wahlpflichtfach „Forschen und Experimentieren“ Teil des Lehrplans. Das langjährige Engagement hat der Schule nicht nur lobende Erwähnung, sondern auch ein Preisgeld von 250 Euro vom niedersächsischem „Jugend forscht“-Sponsorenpool eingebracht. Das Preisgeld wollen die beiden Projekt-Lehrerinnen Kristina Koch und Kathrin Kühn in die Forschungen des kommenden siebten Jahrgangs investieren.

Um den Forschergeist der Schüler zu belohnen, „wäre es passend gewesen, wenn wir in einer großen Aula wären, um euch zu applaudieren“, betonte Schulleiterin Gabriele Wilk-Batram. Applaus gab es auch so, aber in pandemiebedingt kleiner Runde im Werkraum.

Dabei wies Wilk-Batram auf die außergewöhnlichen Umstände des Distanzlernens hin. Die Umstände hätten „große Selbstständigkeit erforderlich gemacht“, die Schüler Zuverlässigkeit und Ausdauer bewiesen. Als Zeichen der Anerkennung hatte sie für die Schüler Schlüsselbund, Leinenbeutel und Kugelschreiber als symbolische Geschenke im Gepäck.

Die Forschungsabteilung der Zukunft

Jörn Kruse aus dem Vorstand des Schul-Trägervereins verglich die Projektarbeit der Schüler mit der Abteilung für Forschung und Entwicklung bei seinem Arbeitgeber, einem Produzenten von Aufzugsanlagen. Von der Forschungs-Abteilung hänge nämliche der Erfolg des ganzen Unternehmens ab, so wie sich zukünftige Generationen von den Forschungen heutiger Nachwuchsforscher profitieren werden. Kruses Botschaft an die „Jugend forscht“-Teilnehmer: „Weiter so!“

Eine weitere Gemeinsamkeit erkannte Kruse darin, nach offiziellem Feierabend weiterzuforschen. Auch Lehrerin Kristina Koch hob die Bereitschaft, in den Sommerferien und nach der Unterrichtszeit am Projekt zu arbeiten lobend hervor. „Ihr hab alle Herausforderungen mit Bravour gemeistert“, gab sie den Schülern mit auf den Weg.

Am 19. März wird Kilian mit seinem Projekt beim Landeswettbewerb antreten, der als Videokonferenz über die Bühne gehen wird. Sein Projekt öffentlich vorzustellen, hat er bei der Feier am Donnerstag schon einmal geübt – und dabei Fragen für Folge-Forschungen entwickelt: Wie wirken sich Düngemittel bei anderen Sorten aus? Und gibt die ausgesäte Mutterknolle ihre Nährstoffe an die neuen Kartoffeln weiter?

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