Erster Kammermusikabend dieses Jahres im Kapitelsaal des Stiftes zu Bassum mit Bläsern und Streichern

Beethovens Septett mit Bravour gemeistert

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Boten zum Auftakt der Kammermusikreihe im Kapitelsaal der Abtei des Stiftes zu Bassum ein Konzert der besonderen Art: Susanne Steinkühler, Stephan Steinkühler, Sabine Steinkühler, Isabelle Haase, Ab Koster, Rainer Hory und Barbara Rößler-Schöwing (v.l.) spielten Werke von Berwald und Beethoven. Unser Bild entstand beim Abstimmen der Instrumente.

Bassum - Von Berthold Kollschen. Da hatte sich Stephan Steinkühler als Organisator und Protagonist für die Auftaktveranstaltung der Kammermusikreihe im Kapitelsaal der Bassumer Stiftsabtei etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Mit dem Septett Es-Dur von Ludwig van Beethoven und dem Septett B-Dur von Franz Berwald bot er dem ausverkauften Haus mit vier Streichern und drei Bläsern einen besonderen Genuss.

In der Besetzung mit Susanne Steinkühler (Violine), Stephan Steinkühler (Viola), Sabine Steinkühler (Violoncello), Isabell Hase (Kontrabass) sowie Ab Koster (Horn), Barbara Rößler-Schöwing (Klarinette) und Rainer Hory (Fagott) zelebrierten die virtuosen Musiker zunächst das Septett des schwedischen Komponisten Franz Berwald. Er war erst spät zu Ruhm gelangt, weil ihm seine Heimat wenig Aufmerksamkeit und Anerkennung schenkt hat.

In Bassum kam das Werk jedoch sehr gut an – dominiert von Susanne Steinkühler und Ab Koster, die auf der sicheren Basis von Viola, Violoncello, Kontrabass, Fagott und Klarinette gleich ein perfektes Zusammenspiel intonierten.

„Ich bin froh und glücklich, noch Karten für diese Kammermusikreihe bekommen zu haben“, freute sich Richard Glynn Burton, gebürtiger US-Amerikaner, der seit 43 Jahren in Deutschland lebt. „Kammermusik in dieser doch sehr seltenen Zusammensetzung von sieben hervorragenden Virtuosen dargeboten, war für mich und meine Frau ein wahrhaftes Erlebnis.“

Zusammen mit 50 weiteren begeisterten Gästen hörte er unter anderem präzise intonierte Crescendi sowohl der vier Streicher als auch der drei Bläser.

Nach der Pause dann Beethovens Septett Es-Dur, op.20, ebenfalls für Klarinette, Fagott, Horn Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass geschrieben.

Dazu bot der Kapitelsaal einen einzigartigen Resonanzkörper, in dem jedes der sieben Instrumente sein besonderes Volumen fand.

Bereits im ersten Satz, der von Susanne Steinkühler geführt und auch dominant interpretiert worden ist, kam es in der Abstimmung besonders mit den Bläsern auf Millisekunden an. Auch im Satz brachten die Künstler das Zusammenspiel überzeugend rüber.

Spannende Passagen waren im zweiten Satz von Ab Koster (Horn) und Barbara Rößler-Schöwing (Klarinette) zu hören. Immer wieder stand das Thema des Werkes im Mittelpunkt, melodieführend durch die einzelnen Instrumente.

Dass sich die Solisten im Kapitelsaal so richtig wohl fühlten, war nicht zuletzt der harmonischen Basis zu verdanken, die von Sabine Steinkühler am Violoncello, von Stephan Steinkühler an der Bratsche und von Isabelle Hase am Kontrabass in hervorragender Weise geboten wurde.

Das Konzert gipfelte im sechsten und letzten Satz, dem Andante con moto alla Marcia/Presto. Die Protagonisten spielten sich in einen wahren Rausch, der mit viel und langanhaltendem Beifall – einige Gäste standen dabei sogar bewundernd auf – quittiert wurde. Nach drei Aufzügen blieb dem Septett nichts anderes übrig, als mit einer gefeierten Zugabe das großartige Konzert zu beenden.

„Fantastisch, was wir da zu hören bekommen haben“, lobte unter anderem Ingeborg Krayl aus Bramstedt. Sie hatte die Karten zu dem Konzert von ihren Nachbarn, Annelore und Hermann Böse, zum Geburtstag geschenkt bekommen hatte.

„Ich bin eigentlich mehr nach Bremen orientiert, was Musik angeht“, ergänzte die begeisterte Zuhörerin, die allerdings zugeben musste, so etwas Tolles in Bassum nicht vermutet zu haben.

Das nächste Konzert der Kammermusikreihe, das jedoch bereits ausverkauft ist, wird am 19. Juli geboten. Es wird dann ein Horntrio zu hören sein.

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