Erste-Hilfe-Kurs in Nordwohlde / Große Nachfrage, zu wenig Ausbilder

Im Notfall richtig reagieren

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Vorsichtig nehmen die Helfer den Helm ab.

Nordwohlde - Von Ute Schiermeyer. Schwerer Motorradunfall in Nordwohlde. Der Fahrer liegt bewusstlos auf der Straße. Zwei Verkehrsteilnehmer kommen hinzu. Was tun?

Um in Notfällen richtig reagieren zu können und nicht völlig hilflos zu sein oder aus Unwissenheit falsch zu handeln, nahmen am Sonnabend 16 Personen am Erste-Hilfe-Kurs des DRK in Nordwohlde teil.

Einer der beiden Helfer beugt sich über den regungslosen Mann: „Hallo, können Sie mich hören?“ Keine Reaktion. Während ein Helfer den Kopf am Nacken stützt, nimmt der andere den Helm ab. Dann überprüfen sie die Atmung, stellen die stabile Seitenlage her und rufen per Handy den Notruf 112.

„Rettungsleitstelle Diepholz. Was ist passiert?“, meldet sich eine Stimme. „Motorradunfall auf der Nordwohlder Dorfstraße, Höhe Gemeindehaus. Der Motorradfahrer ist bewusstlos.“ Nun muss Christian Klaiber am anderen Ende der fiktiven Leitung doch schmunzeln. „Schon wieder dort, schon wieder ein Motorradunfall? Das hatten wir heute schon ein paar Mal!“ Doch schnell wird er wieder ernst. Denn die Teilnehmer des Erste-Hilfe-Kurses sollen schließlich lernen, sich im Ernstfall richtig zu verhalten. Das Telefonat wird fortgeführt.

Klaiber rät, die stabile Seitenlage herzustellen. „Ist schon geschehen.“ Die beiden Helfer sollen die Unfallstelle absichern, ein Rettungswagen sei auf dem Weg.

Diese Situation wünscht sich niemand, und doch kann jeder in die Lage geraten, Erste Hilfe leisten zu müssen. Die Angst, nicht zu wissen, was zu tun ist, schwindet durch die Teilnahme am Kurs enorm. Das bestätigen zumindest die Anwesenden.

Gleich zu Beginn macht Ausbilder Christian Klaiber allen Mut: Die meisten wüssten intuitiv, was zu tun sei. Nicht nur Unfälle stehen auf seinem Übungsplan. Klaiber zeigt auch die Vorgehensweise bei akuten Erkrankungen, wie zum Beispiel bei einem Herzinfarkt.

Die Teilnehmer sind aus verschiedenen Gründen dabei: Einige benötigen die Bescheinigung für den Führerschein. Fünf sind Kollegen eines Autohauses und lassen sich zum betrieblichen Ersthelfer ausbilden. Drei Personen haben beruflich mit Gasen zu tun und müssen regelmäßig Ersthelferkurse besuchen, um bei Vergiftungen die Wiederbelebung einleiten zu können. Eine Gruppe möchte ihr Wissen auffrischen.

Bei Helga und Marlies liegt die Teilnahme an Soforthilfemaßnahmen etwa 40 Jahre zurück. Eine sehr lange Zeit.

In der Runde werden Forderungen nach einer verpflichteten Teilnahme laut. Das würde Sinn machen, sind sich die meisten Anwesenden einig.

Der DRK-Ortsverein bedauert in diesem Zusammenhang die geringe Zahl an Ausbildern. Kathrin Bornemann musste sechs interessierten Personen absagen. Sie hätte ohne Weiteres noch einen Kurs voll bekommen, wenn sie einen Ausbilder gehabt hätte.

Die Kurse des DRK-Kreisverbands Diepholz seien begehrt und meist schnell ausgebucht, so Bornemann. Es gebe großen Bedarf.

Um Erste-Hilfe-Kurse leiten zu können, müssen die Betreffenden zunächst einen Kurs zum Sanitäter absolvieren. Durch eine zweiwöchige Fortbildung, die als Bildungsurlaub anerkannt wird, können sie dann Erste-Hilfe-Ausbilder werden. Es handelt sich um eine ehrenamtliche Tätigkeit, betont Bornemann. Es gibt lediglich eine geringe Aufwandsentschädigung.

Interessierte können sich an das DRK Diepholz wenden.

drk-diepholz.drk.de/angebote/erste-hilfe

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