Dorfjugend Albringhausen und Schorlingborstel freut sich über rundum gelungene Feier

Erntefest der Superlative

Einfallsreich ist auch die Dekoration der Anwohner. Fotos: Heiner Büntemeyer

Albringhausen - Von Heiner Büntemeyer. Wenn man den Worten von André Köhler glauben kann, dann war das Erntefest in Albringhausen am Wochenende ein Fest der Superlative. Er hatte ausgerechnet, dass auf jeweils 18 Einwohner von Albringhausen und Schorlingborstel ein Erntewagen kam, und mit dem Pro-Kopf-Verzehr an Bier läge das Fest ebenfalls noch weit vor dem Münchner Oktoberfest.

Es stimmt, der Festumzug war ebenso beeindruckend wie die herrliche Erntekrone und die Stimmung im Festzelt. Hinter einen Deutz-Oldtimer hatte die Dorfjugend Albringhausen-Schorlingborstel (DAS) einen kleinen Anhänger mit der Erntekrone gehängt.

Es waren nicht die großen Ackerschlepper, die dem Festzug die besondere Note gaben, sondern die liebevoll gepflegten Oldtimer wie der knallrote Güldner G 45, der 16 PS starke luftgekühlte „Eicher“ oder der Fendt GT, der mit blauen und grünen Luftballons geschmückt Weinfreunde durch das Dorf kutschierte.

Die Feuerwehr Hallstedt sicherte den Festzug ab, der zunächst bei Familie Rösner einen Zwischenhalt einlegte. Dort sprach das Erntekönigspaar Eilika Kißling und Thore Meyer den ersten Teil des Erntegedichtes, und nach einer Erfrischung ging es unter musikalischer Begleitung durch den Spielmannszug Schorlingborstel-Albringhausen zurück zum Schützenplatz.

Die Dorfjugend schleppte die Erntekrone ins Festzelt, wo sie über der Tanzfläche aufgehängt wurde. Das Erntekönigspaar trug den zweiten Teil des Erntegedichtes vor, und mit dem Hinweis „Wer Dag för Dag sein Arbeit deiht un jümmer up‘n Posten steiht und maakt das good un maakt dat geern, de schall sick ook mal amüsern“, strebten sie dem Ehrentanz zu.

Zuvor hatte André Köhler das Erntekönigspaar, die vielen Besucher, die Ortsvorsteher Jürgen Laschinski und Hermuth Straßburger sowie den Kreislandwirt Wilken Hartje begrüßt. Anschließend überreichte er Jörg Stenzel ein Geschenk. Nicht nur, weil er an diesem Tage Geburtstag hatte, sondern vor allem, weil er seit 15 Jahren bei allen Festen der Dorfjugend für die Technik zuständig ist. Dafür wurde Stenzel mit dem Titel „Eventtechniker unseres Vertrauens“ belohnt.

Die Bramstedter Glockenstuhlmusikanten spielten den Choral „Nun danket alle Gott“ und dann führte die Volkstanzgruppe der Dorfjugend zwei schwungvolle Volkstänze vor.

Angesichts der „Bombenstimmung“ legte Kreislandwirt Wilken Hartje sein für die Festrede vorbereitetes Konzept beiseite und hielt eine Ernterede „aus dem Bauch heraus“. Dass in Albringhausen und Schorlingborstel mehr Kühe als Menschen leben, sei leider nicht mehr überall so und die Mähdruscherträge waren 2019 etwa so hoch wie zuletzt vor 25 Jahren. „Die Landwirte leben mit dem Wetter“, so Hartje. Aber erst die Kombination schlechte Ernten und schlechte Preise führt zu Problemen. Bürokratie und Fachkräftemangel sorgten ebenfalls für Frust, selbst mit der neuen Düngeverordnung könnte die Landwirtschaft leben, aber er erwarte von der Politik jetzt endlich mehr Planungssicherheit. Doch er gestand auch „Landwirt ist der schönste Beruf, den ich mir vorstellen kann“, und dann gab er allen im Saal den Rat, positiv in die Zukunft zu schauen.

Abends eröffnete das Erntekönigspaar den Ernteball, bei der die Band Sweetbeats für die Tanzmusik sorgte.

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