Erlenschule und GS Petermoor kooperieren

„Eine gute Entscheidung“

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Mit Stolz präsentieren die Kinder ihre Kekse.

Bassum - Von Frauke Albrecht. „Oh, das duftet aber lecker. Dürfen wir mal probieren?“ Clara reicht Schulleiterin Doris Meyer-Toms den Teller mit frisch gebackenen Keksen. „Habt ihr denn selbst schon probiert?“ Nein! Nicht mal den Teig. Die fünf Mädchen und Jungen der Erlenschule Syke, die seit knapp einem Jahr an der Grundschule Petermoor in Bassum ihr Domizil haben, wollten warten, bis alle Kekse fertig sind. Nun können sie gemeinsam zugreifen. Wobei sie ein bisschen traurig sind, denn die meisten ihrer Mitschüler sind heute gar nicht in der Schule. Sie schauen sich ein Theaterstück an. Clara findet das schade. Sie hätte gern ihre Kekse präsentiert.

Seit knapp einem Jahr gibt es die Kooperation, fünf Erlenschüler werden an der GS Petermoor unterrichtet. Und sie sind längst angekommen. „Das hat gar nicht lange gedauert“, erinnern sich die beiden Schulleiterinnen Ulrike Stelljes aus Syke und Doris Meyer-Toms aus Bassum.

Die Kinder verbringen nicht nur die Pause zusammen, sondern haben auch gemeinsam Sportunterricht und AGs im Ganztagsbereich. Und so sind bereits Freundschaften entstanden.

Das Miteinander hat positive Auswirkungen. Dies hätten auch die Eltern der Erlenschüler bereits gemerkt. „Unsere Kinder reden mehr, sie trauen sich auch mehr zu“, berichtet Ulrike Stelljes. Das liege daran, dass sich die Kinder bei ihren Mitschülern einiges abgucken und das dann auch ausprobieren. Sie seien selbstbewusster geworden. Die gemeinsame Beschulung sei aber auch eine Herausforderung für die Gruppe. „Die Mädchen und Jungen brauchen es auch, sich zurückziehen zu können in ihre Kleingruppe“, erzählen die Betreuerinnen. Das Gute ist, die Kooperation ermöglicht beides, das Miteinander, aber auch das Untersichsein.

Stelljes weiß, dass sich nicht jeder ihrer Schüler für diese Schulform eignet. Vor allem für Kinder mit erhöhtem Therapiebedarf sei es schwierig, diesen zu organisieren. Wohlgemerkt schwierig, aber nicht unmöglich. Viele Eltern würden den Aufwand in Kauf nehmen, weil sie merken, wie gut der Umgang mit anderen ihren Kindern tut. „Die Nachfrage nach weiteren Kooperationen ist da“, berichtet Stelljes.

Geplant ist, die Gruppe aufzustocken, auf acht bis neun Schüler. Das sei aber erst möglich, wenn die Mensa fertiggestellt ist. Dann kann die Gruppe in einen größeren Raum umziehen.

Nicht nur die Erlenschüler profitieren von der Kooperation. Durch den täglichen Umgang kämen bei den übrigen Kindern erst gar keine Fremdheit oder Unsicherheit im Miteinander auf. Auch das Bassumer Kollegium steht hinter der Kooperation, berichtet Doris Meyer-Toms. Eine Lehrerin fährt mit ihrer Klasse einmal im Monat zur Erlenschule nach Syke, um dort an der Trampolin-AG teilzunehmen.

Fazit aller Beteiligten: „Es war eine gute Entscheidung, die wir nicht rückgängig machen wollen.“

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