Equal-Pay-Day-Beraterin im Vorwerk

Gleiche Arbeit – ungleicher Lohn?

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Referentin Sonja Butz-Georg mit Waltraud Israel.

Bassum - Von Ute Schiermeyer. Der „Equal-Pay-Day“ am 20. März ist der Tag in Deutschland, bis zu dem Frauen in Deutschland statistisch gesehen unentgeltlich arbeiten, da sie 22Prozent weniger verdienen als Männer. Den Aktionstag für Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen nahm der Arbeitskreis „Älter, bunter, weiblicher“ in Bassum zum Anlass, die Equal-Pay-Day-Beraterin Sonja Butz-Georg vom Land-Frauenverband zu einem Vortrag einzuladen.

In ihrem Referat zeigte sie Ursachen für die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen auf. Tatsächlich arbeiten viele Frauen in schlechter bezahlten Berufen und öfter als Männer auch in Teilzeit- oder Mini-Jobs. Butz-Georg zeigte hier Ansätze zur Verbesserung der Situationen von Frauen auf. Hierzu gehörten persönliche Entscheidungen und gesellschaftliche Veränderungen. So sollten Mädchen bei der Berufswahl ein eigenes existenzsicherndes Einkommen im Auge haben. Flexiblere Arbeitszeiten für Frauen und Männer und bessere Betreuungsmöglichkeiten für Kinder sollten gesellschaftliche Ziele sein. Außerdem plädierte die Referentin für die Abschaffung von Mini-Jobs.

Der provokante Titel – „Gleiche Arbeit – ungleicher Lohn. Mit Bart 22 Prozent mehr“ – des Vortrages ließ sich nicht mit Fakten belegen. Einen direkten Vergleich identischer Arbeit von Männern und Frauen zeigte die Referentin nicht auf. Stattdessen wurden die Gehälter von einer Frisörin, Altenpflegerin und Erzieherin mit denen eines Tischlers, Mechatronikers und Fachinformatikers verglichen. – Wobei die Altenpflegerin mehr verdient als der Tischler.

Ob ein Erzieher mehr bekomme als eine Erzieherin, fragte eine Zuhörerin aus dem Publikum. Sonja Butz-Georg musste passen, versprach aber, die Frage demnächst für ihren Vortrag aufzuarbeiten.

Einzig ein Beispiel der Firma Birkenstock zeigte echte Lohndiskriminierung auf. Und auch Einwände aus der Zuhörerinnenschaft. Zwei Frauen hatten am Sonntagabend „Günter Jauch“ gesehen und wussten von weitern Beispielen zu berichten.

Zu dem Vortrag im Bassumer Vorwerk waren nur sechs Zuhörerinnen gekommen. Es sei ja ein schwieriges Thema, meinte Mitorganisatorin Waltraud Israel. „Wir wussten, dass es schwer wird.“

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