Energiegenossen realisieren Anlage und pochen auf Speichermöglichkeit vor Ort

Eine Million Eigenkapital für Bürger-Windkraftrad

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In Ringmar dreht sich bald ein Bürger-Windkraftrad.

Bassum - Von Frauke Albrecht. Rund eine Million Euro Eigenkapital hat die Bassumer Energiegenossenschaft beisammen und kann damit ihr Vorhaben verwirklichen, im Sondergebiet Wind westlich der Landesstraße 776 ein Bürger-Windkraftrad aufstellen zu lassen.

Für den Bau reicht eine Million nicht aus. Wie Reiner Kuntze von der Energiegenossenschaft mitteilt, kostet eine solche Anlage etwa 5,6 Millionen Euro. Den Restbetrag wollen die Mitglieder über eine Bank finanzieren. Eine Zusage liege bereits vor.

Vor Kurzem hatte die Energiegenossenschaft zu einem Informationsgespräch eingeladen, um den Kreis der Anteilseigner zu erweitern – mit Erfolg. „Wir waren mal 40, nun sind weitere 100 Mitglieder hinzugekommen“, freut sich Kuntze. Allein an dem Abend kamen 70 Interessierte, um sich zu informieren. Zu dem Zeitpunkt hatte die Genossenschaft 700000 Euro gesammelt, nun sei man bei einer Million, Tendenz steigend. Noch bis zum 31. Oktober können Investoren Anteile kaufen, Mindestbetrag 1000 Euro, Höchstbetrag 100000 Euro.

Da die Baugenehmigung für den Windpark bereits erteilt worden ist und die Planer mit den Erdarbeiten begonnen haben, rechnet Kuntze damit, dass sich das Bürger-Windrad spätestens Ende 2016 drehen wird.

Den genauen Standort können sich die Mitglieder nicht aussuchen. „Das ist aber auch egal, am Ende landet alles in einem Topf“, erklärt Kuntze das Prinzip. Der produzierte Strom der Anlagen fließt in ein Umspannwerk. Dort ist ein Zähler eingebaut. Der Ertrag werde unter den Anlagenbetreibern aufgeteilt. Kuntze: „Das nennt man Pooling.“

„Uns geht es nicht so sehr um die Rendite, vielmehr möchten wir möglichst viele Bassumer an der Erzeugung regenerativer Energien teilhaben lassen“, sagt Kuntze. Man wolle die Energieerzeugung in Bürgerhand legen, um die Verantwortlichkeit nicht den Konzernen zu überlassen.

Deshalb pochen die Bassumer Energiegenossen auch darauf, dass die Betreiber, die PPG Plan GmbH, wie versprochen eine Speichermöglichkeit vor Ort schafft. „Das war Wunsch der Politik“, erinnert Kuntze an die Diskussionen im Vorfeld. Der Bassumer ist zuversichtlich, in zwei Jahren „unseren eigenen Strom kaufen zu können“. Das soll über eine Genossenschaftsvereinbarung laufen. Das Bürger-Windrad in Ringmar wird das erste in Bassum sein, weitere könnten aber folgen. „Das könnte ich mir auch in Albringhausen vorstellen“, so Kuntze. Dort soll, wie bereits berichtet, der bestehende Windpark erweitert werden.

Ebenfalls in Planung ist eine Photovoltaik-Anlage für die Sporthalle Nordwohlde. „Wir haben der Stadt ein Angebot vorgelegt. Explizit soll geprüft werden, ob es sich lohnt, den produzierten Strom der Halle zu speichern, damit sie autark bewirtschaftet werden kann. Das wäre ein Versuchsobjekt.“ Noch habe sich die Stadt dazu nicht geäußert.

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