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Endlich wieder ein Café im Bassumer Hallenbad

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Von: Marten Vorwerk

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Die Verträge sind unterschrieben: (v.l.) Renate Hickl, Martin Hoppe und Karsten Bödeker freuen sich auf das neue Café im Hallenbad.
Die Verträge sind unterschrieben: (v.l.) Renate Hickl, Martin Hoppe und Karsten Bödeker freuen sich auf das neue Café im Hallenbad. © Marten Vorwerk

Die Bassumer Rehabilitations-Fachklinik für Suchtkranke wird Betreiberin und setzt Patienten als Mitarbeiter ein.

Bassum – Zwei Jahre stand das Café im Bassumer Hallenbad Am Schützenplatz 10 leer. Jetzt hat die Stadt einen Mieter gefunden – und dieser ist kein gewöhnlicher Gastronomie-Betreiber. Die Bassumer Fachklinik, die sich um die Rehabilitation von Abhängigkeitserkrankten kümmert, wird das Café künftig führen. „Wir setzen Patienten als Mitarbeiter ein, im Rahmen unserer Arbeitstherapie“, erklärt Klinikleiter Martin Hoppe bei einem Pressegespräch, bei dem er die Verträge mit Bassums Ersten Stadtrat Karsten Bödeker unterzeichnet.

„Wir sind froh, jemanden gefunden zu haben, auf den wir über mehrere Jahre bauen können. Wer, wenn nicht die öffentliche Hand, sollte gemeinnützige Arbeit unterstützen?“, betont Bödeker.

Einsatz erfolgt im Rahmen der Arbeitstherapie

Etwa 60 Menschen sind derzeit Patienten in der Fachklinik für Suchtkranke. Ab der fünften Woche ihres Aufenthalts – dann ist die psychische Stabilisation beendet – werden sie in bestimmte Arbeitsbereiche integriert. „Wir schauen jetzt, wer dafür geeignet ist, im Café zu arbeiten. Manche brauchen ja eher handwerkliche oder körperlich anstrengende Arbeit. Für sie wäre das Café dann eher nichts“, erklärt Klinikleiter Hoppe.

Vielen traue er die Arbeit im Café im Hallenbad und somit den direkten Menschenkontakt zu. Immer wieder werden unterschiedliche Patienten im Café arbeiten. Es gebe aber keinen „wöchentlichen“ Austausch. „Dann könnten sie sich nicht einarbeiten“, sagt Hoppe. Einige Patienten seien „sogar bestens“ für die Mitarbeit im Café geeignet. „Sie kommen aus der Gastronomie-Branche und haben jede Menge Erfahrung. Sie sind dort teilweise Geschäftsführer.“

Arbeit soll das Zutrauen des Einzelnen fördern

Begleitet werden die Suchtkranken zum Beispiel von Ergo-Therapeuten der Fachklinik. Eine davon ist Renate Hickl, die mit ihren Patienten nun mehr Zeit im Café des Hallenbades verbringen wird. „Es ist ein ganz normaler Arbeitsbereich, wie auch die Arbeit in Werkstätten“, sagt sie.

Bei der Rehabilitations-Arbeit gehe es darum, die Patienten wieder zur alten emotionalen Stärke zurückzuführen und das „Zutrauen des Einzelnen zu fördern“, weiß Martin Hoppe. Etwa 13 bis 15 Wochen dauert der Aufenthalt der meisten Menschen in Bassums Fachklinik an, ehe sie wieder in die Gesellschaft entlassen werden.

Für das Café im Hallenbad hoffen die neuen Betreiber, Mitarbeiter und die Stadt Bassum auf viele Gäste. „Die Sportvereine und der Tierpark Petermoor sind nicht weit weg. Zudem kommen viele Schulen mit Kindern zum Schwimmen“, weiß Martin Hoppe. Deswegen werde es im Café nicht nur Kaffee und Kuchen geben. Süßigkeiten, bunte Tüten, Eis, Softgetränke und Frühstücksbrötchen stehen ebenso auf der Speisen- und Getränkekarte.

Kaffee, Kuchen, Frühstücksbrötchen und Süßigkeiten im Angebot

Die Öffnungszeiten sind montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr sowie von 16 bis 18.30 Uhr. An den Wochenenden öffnet das Café samstags von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 9 bis 12 Uhr.

Die Eröffnung ist am kommenden Montag am Vormittag um 11 Uhr geplant.

Einen Namen haben die Betreiber übrigens (noch) nicht gefunden. Martin Hoppe sagt: „Wir nennen uns ganz einfach ,Café im Hallenbad´.“

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