Empfang im Vorwerk: Stadt vergibt die Bassum Medaille an acht Ehrenamtliche

Wunderbare Momente

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Bürgermeister Christian Porsch begrüßt die Gäste.

Bassum - Von Frauke Albrecht. Für einen kurzen Moment war es still im Vorwerk, dann folgte Applaus, und so mancher war kurz davor, eine Träne wegzudrücken. Am Donnerstagabend zeichneten Bürgermeister Christian Porsch und seine beiden Stellvertreterinnen Cathleen Schorling und Bärbel Ehrich acht Bassumer mit der Ehrenamtsmedaille aus. Die erste, die Ehrich nach vorne bat, war Erika Menz.

Ob es die kurze, aber berührende Ansprache von Bärbel Ehrich war oder das geschilderte Schicksal: So mancher Besucher schluckte, bevor er sich durch Klatschen wieder fassen konnte. „Sie sind das beste Beispiel, dass Menschen soziale Wesen sind und keine im Wettbewerb stehenden Einzelkämpfer“, begrüßte Ehrich die Preisträgerin.

Seit vielen Jahren kümmert sich Erika Menz um ihre im Koma liegende Schwägerin. Dabei haben sich die beiden Frauen zu Beginn gar nicht so gut verstanden. Ende 2001 erlitt die Mutter zweier Kinder einen Herzstillstand. Die Ärzte diagnostizierten Hirntod. Es folgten Klinik, Reha, Pflegeheim. Erika Menz als ausgebildete Krankenschwester sah das Elend. Zusammen mit ihren Mann schaffte sie die Voraussetzungen dafür, ihre Verwandte zu sich zu holen, um sie zu pflegen. Für diese Hilfe im Verborgenen „danken wir Ihnen von ganzem Herzen“, schloss Ehrich.

„Wie wunderbar ist es, dass niemand auch nur einen einzigen Moment warten muss, bevor er anfangen kann, die Welt zu verbessern“, zitierte Bürgermeister Porsch in seiner Begrüßungsrede Anne Frank. Er dankte den Ehrenamtlichen dafür, dass sie, jeder auf seine eigene Weise, die Welt besser machen, statt zu fragen: „Was habe ich davon?“ Zwei, die nie fragen, was sie davon haben, sind Werner Nickisch und Günter Meyer. Sie pflegen seit Jahren den Sportplatz. „Irgendwann hat Günter angefangen zu harken“, erinnert sich Porsch. Er habe sich als aktiver Läufer wohl über die vielen Blätter auf der Bahn geärgert. Weitere Aufgaben kamen hinzu, und zum Glück auch Werner Nickisch. Da waren sie schon zu zweit. Die beiden harken Laub, schneiden die Hecke und räumen auf – aus Verbundenheit zur Stadt und zum Verein. „Bemerkenswert ist: Ihr seid allein darauf gekommen, und ihr seht die Arbeit“, dankte Porsch.

Auch Thomas Dinter fühlt sich dem TSV Bassum verbunden. Er hat sich seit Jahren um den Fußballsport in Bassum verdient gemacht, seit mehr als zehn Jahren trainiert er die U-15-Mannschaft. Seine Spieler werden nicht nur für die sportlichen Erfolge, sondern auch für ihre Fairness ausgezeichnet.

Die Ärmel hochkrempeln und aktiv werden, das ist das Ding von Elfriede Husmann. Die Wedehornerin hat den Heimatverein aus der Taufe gehoben. Sie organisiert das Trecker-Treffen mit, singt im Chor, spielt Theater und ist in der Feuerwehr. „Sie bringen Menschen zusammen. Viele Veranstaltungen tragen Ihre Handschrift. Ich hoffe, dass Sie auch künftig noch ganz viele Mitstreiter finden“, wünschte ihr Bärbel Ehrich.

Der Geschichte verschrieben hat sich Horst Hoffmann aus Neubruchhausen. Der ehemalige Ortsbrandmeister hat unter anderem eine Chronik über das Feuerwehrwesen und das Gesangswesen in Neubruchhausen geschrieben. „Und es liest sich so spannend wie ein Roman“, lobte Cathleen Schorling das Werk. Sie dankte ihm für seine vorbildliche Arbeit.

Für seinen Einsatz im Förderverein Tierpark Petermoor erhält Ewald Jahn die Medaille. Seit der Gründung des Vereins im Jahr 1967 unterstützt er den Park tatkräftig. Er fährt jeden Abend hin, um abzuschließen und die Kassen zu leeren. Außerdem arbeitet er seit seiner Pensionierung als Schiedsmann und beweist Rückgrat, gesunden Menschenverstand und Fingerspitzengefühl.

Die Liste der Ehrenämter, die Gerd Gohlke im Laufe der Zeit ausgeübt hat, ist lang. Er hat unter anderem den Sportverein Osterbinde gegründet, war 20 Jahre Ortsvorsteher, 37 Jahre Ratsmitglied, ist im Orga-Team der AktiBa und steht der Landsmannschaft der Schlesier vor. Schorling: „Erfolge in der Gemeinschaft sind ihm stets wichtiger als der Einzelsieg.“

Musikalisch umrahmt wurde der Abend auf besonders schöne Weise von den Schülerinnen Marta Madrid Wessels (Klarinette) und Marisa van Lessen (Geige) mit Klezmer-Musik.

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