Bassumer Ralf Schauwacker über seine preisgekrönten Filme

Emotionen statt trockene Belehrungen

Die Szene aus dem Lehrfilm Liberty zeigt, wie Trainerin Imke Jürgensen nur mit ihrer Körperhaltung und Signalen das Pferd lenkt. - Foto: Schauwacker

Groß Henstedt - Von Sophie Filipiak. Bei diesen zwei Filmen schlagen die Herzen von Pferdefans höher. Nein, gemeint ist nicht der neueste Teil von „Bibi und Tina“, sondern es geht um den Lehrfilm „Liberty“ und den Kurzfilm „Frei“. Der Bassumer Ralf Schauwacker hatte die Idee zu den beiden Streifen und hat diese auch produziert. Seine Werke sind nun beim ersten deutschen Open-Air-Pferdefilmfestival „Eqinale“ auf Schloß Neuhoff in Bibow bei Schwerin ausgezeichnet worden.

Waren es die ersten Auszeichnungen dieser Art für Sie?

Ralf Schauwacker: Naja, der letzte Preis ist schon eine Weile her. Vor 15 Jahren erhielt ich meine erste Auszeichnung für den Film „rechtsrechtslinkslinks“. Der war schon sehr experimentell.

Was war das für ein Gefühl, die Preise entgegenzunehmen?

Schauwacker: Ein sehr tolles. Ich war selbst bei dem Filmfestival dabei und habe die Preise entgegengenommen. War schon ein gutes Gefühl.

Wovon handeln die beiden preisgekrönten Filme?

Die Arbeit als Filmemacher macht Ralf Schauwacker auch nach 20 Jahren noch Spaß. - Archivbild: Albrecht

Schauwacker: Liberty ist ein Lehrfilm, wie Pferdehalter nur mit ihrer Körperhaltung und Signalen die Tiere lenken können. Die Pferde haben dabei kein Halfter um, sind also quasi „nackt“. Zuerst muss man natürlich die Aufmerksamkeit der Tiere wecken. Der Kurzfilm Frei ist die Essenz des Lehrfilms. Darin sind die schönsten Sequenzen des Streifens zusammengeschnitten. Die Emotionen kommen dabei sehr gut rüber. Bei Reitern sind beide Filme bereits sehr populär.

Wie lange hat die Arbeit an den beiden Filmen gedauert?

Schauwacker: Die Dreharbeiten gingen gar nicht so lange – rund zwei Wochen. Die Produktion an sich erstreckte sich aber über ein halbes Jahr.

Was hat die Jury überzeugt?

Schauwacker: Vor allem die schönen Bilder. Es ist kein trockener Lehrfilm, sondern sehr emotional. Die beiden Trainerinnen, die zu sehen sind, haben eine sehr offene und freundliche Art, mit den Pferden umzugehen. Das kommt bei Liberty sehr gut rüber. Der ganze Film ist authentisch und vermittelt sehr gut den Inhalt.

Wer hatte die Idee zu dem Lehrfilm?

Schauwacker: Die beiden Trainerinnen, Patricia von Schwedes und Imke Jürgensen, wollten eigentlich gar keinen Film drehen. Ich habe sie aber dann doch überredet mitzumachen, weil ich den Zuschauer durch ihre Art ansprechen wollte.

Sind Sie denn auch an Pferden interessiert?

Schauwacker: Ja, ich reite selber seit gut 30 Jahren. Und die Trainingsmethoden, die in Liberty gezeigt werden, habe ich auch an meinen Pferden ausprobiert, um zu schauen, ob es funktioniert. Ich war so begeistert, dass ich immer noch so trainiere. Es macht viel Spaß.

Sie produzieren ja nicht nur Filme über Pferde. Was findet sich sonst so in Ihrem Portfolio?

Schauwacker: Ich drehe viele Imagefilme für Firmen und Künstler. Für die „Destino“-Tango-Show habe ich die Bühnenschau gestaltet, also die Bilder, die im Hintergrund über die Leinwand geflimmert sind. Daneben mache ich auch Dokumentarfilme, bekannt ist auch der Krimi „TotArt“, eine Art Tatort, der in Groß Henstedt spielt. Derzeit produziere ich aber viele Reit-Lehrfilme. Das macht mir auch sehr viel Spaß.

Sie sind ja schon ein „alter Hase“ in der Filmproduktion. Seit 20 Jahren arbeiten Sie in der Branche. Gibt es dabei immer noch Überraschungen?

Schauwacker: Am meisten überrascht bin ich immer, dass trotz mancher Pannen am Ende ein toller Film dabei herauskommt. Letztendlich sind es meist die unvorhergesehenen Dinge, die so passieren, durch die die Streifen besser werden.

Zum Beispiel?

Schauwacker: In Liberty gibt es eine schöne Szene, wie die Pferde in den Sonnenuntergang galoppieren. Die Tiere wurden dabei von einer Drohne von oben aufgenommen. Das war eigentlich so nicht geplant. Zum Glück war der Drohnenpilot so aufmerksam, das alles festzuhalten. Irgendwie war es aber auch seine Schuld, denn seine Drohne hat die Pferde so erschreckt, dass sie einfach losgelaufen sind.

An welchem Projekt arbeiten Sie derzeit?

Schauwacker: Hauptsächlich an Lehrfilmen. Aber gerade produziere ich auch zwei Imagefilme, jeweils für die Erlenschule in Syke und die SPD im Landkreis Diepholz. Mehr Infos und Trailer zu den Filmen von Ralf Schauwacker gibt es im Internet.

www.schauwacker.de

Mehr zum Thema:

G7-Gipfel: Scheitern in letzter Minute verhindert

G7-Gipfel: Scheitern in letzter Minute verhindert

Räikkönen düpiert Vettel mit Fahrt auf die Pole

Räikkönen düpiert Vettel mit Fahrt auf die Pole

Sommerwetter in Deutschland: Ansturm auf Freibäder und Seen

Sommerwetter in Deutschland: Ansturm auf Freibäder und Seen

Wie Jäger mit Drohnen Rehkitze vor dem sicheren Tod retten

Wie Jäger mit Drohnen Rehkitze vor dem sicheren Tod retten

Meistgelesene Artikel

Landarztpraxis in Twistringen droht die Insolvenz

Landarztpraxis in Twistringen droht die Insolvenz

Sportpark-Feuer: Jugendstrafen mit Bewährung 

Sportpark-Feuer: Jugendstrafen mit Bewährung 

Seit Wochen Ebbe im eigenen Postkasten

Seit Wochen Ebbe im eigenen Postkasten

In Seckenhausen endet die Ära der Friseurfamilie Weingartz

In Seckenhausen endet die Ära der Friseurfamilie Weingartz

Kommentare