Albert Hammond verzaubert Zuhörer / Mehr Publikumsnähe geht nicht

Emotionales und nostalgisches Sommernachtsmärchen

Albert Hammond zeigte sich alles andere als kamerascheu. - Foto: Ehlers

Bassum - Von Ulf Kaack. Albert Hammond genießt als Sänger und Songwriter weltweit ein erstklassiges Renommee. Bei seinem Open-Air-Auftritt am vergangenen Freitag schenkte er den Bassumern ein emotionales und nostalgisches Sommernachtsmärchen allererster Güte.

Es war der wohl magischste Moment des Abends, als der 72-jährige Rockstar die Bühne verließ und singend durch das Publikum schritt. Mal rechts, mal links ging er durch die Reihen bis hinauf an die Freudenburg. Er schüttelte Hände, posierte für Handy-Fotos und führte kurze Dialoge mit den Fans. Mehr Publikumsnähe geht nicht.

Der Brite präsentierte sein ganz persönliches Songbook. Keinen seiner Hits aus den 70ern, allesamt Chartstürmer ihrer Zeit, ließ Albert Hammond aus: „Down by the River“, „It never rains in Southern California“, „The free Electric Band“, „The Peacemaker”, „Everything I want to do”, „I’m a Train” und „Good old Days” sind eine beeindruckende Leistungsbilanz. Das Publikum kannte jeden einzelnen Song, tanzte dazu und sang so manchen Text aus voller Kehle mit.

Dass Albert Hammond in der internationalen Musikszene einen hervorragenden Ruf als Komponist genießt, ist außerhalb von Fachkreisen wenig bekannt. Er sang an der Freudenburg auch die Songs aus seiner Feder, mit denen andere Musiker Riesenerfolge für sich verbuchen konnten: Joe Cocker mit „Don’t you love me anymore“, Whitney Houstons Megahit „One Moment in Time“, „When I need you” von Leo Sayer oder „I Don’t Wanna Lose You“ und „Way of the World“, mit denen Tina Turner weltweit Erfolge feierte.

Das Programm absolvierte Albert Hammond mit jugendlichem Elan. Keine Spur von Alterserscheinungen. Musikalische Unterstützung bekam er von seiner professionell agierenden Begleitband im klassischen Line Up aus Gitarre, Keyboards, Bass und Schlagzeug. Hammond selbst trug mit seiner Akustikgitarre zum Sound bei.

Albert Hammond in Bassum

Aufschlussreich waren Hammonds Statements zwischen den Titeln. Zu jedem Song konnte er eine Geschichte oder Anekdote erzählen. Auch brach er eine Lanze für die Komponisten: „Im Mittelpunkt stehen immer die Sänger“, sprach er ins Mikrofon. „Doch ohne die Texter und Songwriter im Hintergrund wären sie gar nichts. Und das Talent zum Komponieren ist wahrlich nicht jedem gegeben.“

Große Überraschung auch über die Tatsache, dass der Brite für Julio Iglesias den Titel „To all the Girls I’ve loved before” geschrieben hat. Bis heute auch hierzulande ein Klassiker. Als Hammond den Titel anspielte, reagierte das Publikum begeistert mit stehendem Applaus.

In herrlich sommerlicher Atmosphäre ging das Premierenkonzert des Bassumer Open-Airs nach gut zwei Stunden zu Ende. Albert Hammond schickte die gut 500 Fans nach diversen euphorisch gefeierten Zugaben nach Hause. Ein wahrhaft magisches Ereignis, das Lust auf mehr gemacht hat. Mehr über das Open-Air in Bassum und das Konzert mit Johannes Oerding erfahren Sie auf unserer Kulturseite.

Johannes Oerding rockt Bassum

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