Einzelhandelskonzept im Ratsausschuss

Voraussetzung für Fördermittel

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Rathaus Bassum

Bassum - Von Andree Wächter. Ohne große Diskussion verlief die Präsentation des Einzelhandelskonzeptes für die Stadt Bassum. Der Ausschuss für Bau, Planung, Landwirtschaft und Umwelt hat am Donnerstagabend einstimmig das 90Seiten dicke Dokument dem Stadtrat empfohlen. Es ist die Grundlage zur Steuerung des Einzelhandels in der Innenstadt. Beteiligt an der Erstellung waren Verwaltung, Politik und die Einzelhändler.

Im Landgasthaus Stöver erklärte Kilian Schache von der Firma Cima das Einzelhandelskonzept. „Wir haben das Gesamtbild betrachtet, nicht das einzelne Geschäft“, sagte er. Begutachtet wurde der Facheinzelhandel, ohne Banken, Fitness-Studios und Dienstleistungen. „Ein solches Konzept ist unter anderem eine Voraussetzung, um Fördermittel beantragen zu können.“ Anhand vieler Folien erklärte der Experte die Ergebnisse. Die Cima empfiehlt den Lindenmarkt und Rund um die Sulinger Straße als schützenswerten Bereich einzustufen. An den Orten soll sich der Einzelhandel ansiedeln und entwickeln. In dem Einzelhandelskonzept heißt es dazu wörtlich: „Die Innenstadt ist das Hauptzentrum und wichtigster Einzelhandels- und Dienstleistungsstandort innerhalb der Stadt Bassum. Das Nahversorgungszentrum Lindenmarkt übernimmt eine ergänzende Versorgungsfunktion im Bereich der Nahversorgung.“

Im Bereich Bremer- und Syker-Straße sehen die Experten keinen Bedarf für Neuansiedlungen. „Erweiterungen sind aber möglich“, sagte Kilian Schache. Alle bestehenden Geschäfte haben Bestandsschutz.

Bürgermeister Christian Porsch sagte über das Konzept: „Mit dem Konzept wollen wir Planungssicherheit für Betriebe und Investoren. Sicherheit für die Bürger, dass sie auch in Zukunft die Waren des täglichen Bedarfs wohnungsnah bekommen.“ Der Verwaltungschef machte auch deutlich, dass dieses Konzept nicht das Leerstandsproblem löst. „Die Akquise bleibt bei der Wirtschaftsförderung.“

Peter Faßbinder (Linke) sah das Internet als großen Konkurrenten zum Einzelhandel. „Aufgrund geringer Nachfrage schlossen ein Sport- und Sanitätsgeschäft. Die Realität widerspricht dem Gutachten.“ Seine Kritik bezog sich auf die sogenannte Bassumer Sortimentsliste. Sie legt den Branchenmix fest und welche Waren nahversorgungsrelevant sind (beispielsweise Nahrungsmittel). Die Liste sieht die von Faßbinder genannten Branchen als Potenzial an.

Lebensdauer: sechs bis sieben Jahre

SPD-Fraktionsvorsitzender Christoph Lanzendörfer vermisste die Potenzialfläche bis zum Musikgeschäft an der Bahnhofstraße. Die Grenze für den zentralen Versorgungsbereich verläuft beim Möbelgeschäft. Potenzialflächen bieten die Möglichkeit der Erweiterungen.

Eine Bürgerin wollte wissen, warum der Bahnhof als Frequenzbringer nicht mit zum zentralen Versorgungsbereich gehört. „Der Bahnhof ist zu weit weg von den anderen Geschäften“, sagte Kilian Schache. Unter den Einwohnern war auch WIR-Vorsitzender Hans-Joachim Günther. Der Vertreter der Bassumer Gewerbetreibenden fragte, ob es noch möglich sei, Stellungnahmen anzugeben. Porsch: „Ja, es ist immer möglich. Das Konzept soll kein starres Gebilde sein.“ Die Lebensdauer eines solchen Konzeptes ist, laut der Cima, sechs bis sieben Jahre. Das letzte Einzelhandelskonzept stammte aus 2002.

Das komplette Einzelhandelskonzept der Stadt Bassum ist online abrufbar.

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