Bassumer Rat votiert einstimmig für Entwurf

Einzelhandel: Konzept steht

Die rote Linie grenzt den „zentralen Versorgungsbereich“ ab – im Wesentlichen ist das das Gebiet links und rechts der Sulinger Straße. Die grünen Flächen sind die sogenannten Potenzialflächen. Dort könnten noch weitere Einzelhandelsflächen angesiedelt werden. - Grafik: Stadt Bassum

Bassum - Von Frauke Albrecht. Einstimmig sprach sich der Rat der Stadt Bassum am Dienstagabend für das seit Langem diskutierte Einzelhandelskonzept aus. Das Papier war bereits im Bauausschuss vorgestellt worden. Bürgermeister Christian Porsch hatte zwar eine Powerpoint-Präsentation vorbereitet, die Politik sah dafür aber keinen Bedarf.

„Wir sind sehr froh, dass wir endlich eine Einigung gefunden haben“, nahm Henning Meyer von der CDU Stellung. „Und wir hoffen, dass wir das weiterentwickeln.“ SPD-Chef Dr. Christoph Lanzerndörfer nannte das Papier einen „gelungenen Wurf“. „Wir freuen uns, dass wir es geschafft haben, Freunde dafür zu finden, auch die Bahnhofsstraße miteinzubeziehen“, sagte Lanzendörfer. Das hatte der erste Entwurf des Beratungsbüros Cima nicht vorgesehen. Nun ist der Bereich bis zum Musikgeschäft Giebel als Potenzialfläche ausgewiesen.

Ein wenig Ironie konnte sich Lanzendörfer am Ende dann aber doch nicht verkneifen: „Nun hoffen wir auf eine strahlende prosperierende Zukunft.“ Dr. Rainer Hartmann, Fraktionsvorsitzender der Grünen, erinnerte daran, dass seine Partei lange ein Konzept gefordert habe. „Wir sind froh, dass wir das nun hinbekommen haben – mit einer Expertise von außen.“ Das Ergebnis sei „gut für Bassum. Wichtig ist jetzt die Weiterentwicklung“. Die Grünen stehen zudem einer Gesamtplanung, die nicht nur den Einzelhandel betrifft, positiv gegenüber.

Hermuth Straßburg vom Bürgerblock hofft, dass das Konzept der Politik für die nächsten 10 bis 20 Jahre als Handwerkszeug dient. Der Bürgerbock sei grundsätzlich für das Konzept. Peter Fassbinder (Linke) war anfangs skeptisch, möchte sich nun aber überraschen lassen, „ob die Festlegung etwas bringt“.

Und was soll das Ganze? Das Konzept legt Bereiche in der Innenstadt fest, wo sich künftig Einzelhandel ansiedeln soll und darf, und es definiert zudem die Sortimente. Wie bereits mehrfach berichtet, wird zwischen zwei Bereichen unterschieden: Es gibt den zentralen Versorgungsbereich. Dazu zählt die Innenstadt, hauptsächlich die Sulinger Straße, von der Bremer Straße bis zur Bahnhofstraße (siehe Plan). Zu den zentrenrelevanten Sortimenten zählen unter anderem Textilien, Fahrräder, Optik, Hörakustik, Foto, Antiquitäten, Hausrat, Bücher, Musikinstrumente,...

Der zweite festgelegte Bereich nennt sich Nahversorgungsbereich – sprich der Lindenmarkt. Zugelassen dort sind Nahrungs- und Genussmittel, Drogerie und Parfümwaren, Schnittblumen und Zeitschriften, also Artikel des täglichen Bedarfs. Das Konzept sieht vor, dass Einzelhandelsbetriebe mit zentrenrelevanten Sortimenten ausschließlich in der Innenstadt anzusiedeln sind. Das gilt auch für neue Geschäfte, die unter die Kategorie Nahversorgung fallen. Diese dürfen sich nur dann am Lindenmarkt ansiedeln, wenn der Nachweis erbracht wird, dass sich die Neueröffnung nicht negativ auf das Zentrum auswirkt. Weitere Bedingung: In der Innenstadt dürfen keine geeigneten Flächen vorhanden sein. Diese wären sonst zu bevorzugen.

Das komplette Einzelhandelskonzept der Stadt Bassum ist online abrufbar.

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