Verzückte Zuhörer im Bassumer Stift

Gambenensemble Marais Consort: In einer anderen Welt

+
Klingende Bilder der Lutherzeit hatten die Musiker ihr Konzert betitelt.

Bassum - Von Anette Hoffmeier. Mit dem international bekannten „Marais Consort“ hatte Stephan Steinkühler am Sonntag ein besonderes Schmankerl der Renaissance-Musik in den Kapitelsaal des Stiftes Bassum geholt.

Das Gambenensemble, bestehend aus Hans-Georg Kramer (Diskantgambe), Brian Franklin (Altgambe), Hermann Hickethier (Tenorgambe), Irene Klein (Bassgambe), ergänzt durch Ingelore Schubert (Renaissance-Cembalo), bot „Klingende Bilder der Lutherzeit“, ein eingehendes Zusammenspiel aus Kunstwerken und Musik.

Am Beginn stand das wohl bekannteste Porträt Martin Luthers, gemalt von Lucas Cranach dem Älteren, der, wie Luther, in Wittenberg lebte und diverse Bilder des Reformators malte. Dazu erklangen Choralsätze über Texte Martin Luthers. Dass „Ein feste Burg ist unser Gott“ nicht fehlen durfte, ergab sich von selbst.

Die Künstler brachten diese Melodie sehr fröhlich, flott und tänzerisch zu Gehör – so wie man sich die rhythmisch nicht einfachen Melodien der Lutherzeit vorzustellen hat.

Ob nun Bilder von Pieter Breugel („Heimkehr der Jäger“) und die Musik von John Bull („The King’s Hunt“) oder „Mariae Verkündigung mit dem Engelskonzert“ des Malers El Greco mit dem „Credo Angelorum“ aus der „Missa Virginis Mariae“ von Claudio Merulo – die Musik gab in wunderbarer Weise die Bilder und deren Stimmung wieder. Das Ensemble verstand es ganz hervorragend, durch ihr sehr ausdrucksstarkes, inniges Spiel, die Bilder in Musik umzusetzen. „Man ist in einer anderen Welt“, fasste es eine begeisterte Zuhörerin in der Pause zusammen.

Die rhythmischen Besonderheiten der Renaissance-Musik mit ihren Betonungsverschiebungen wurden wunderbar gemeistert, eher noch herausgestellt, sodass ein besonders ausgewogenes, filigranes Klangnetz entstand. Ein Übriges tat die Umgebung – der Kapitelsaal war wie geschaffen für dieses Konzert.

Beeindruckend war auch die Umsetzung des Bildes „Paradiesgärtlein“ (Oberrheinisch, 15. Jahrhundert) – „All in a Garden green“ (Anonymus/Anthony Holborne) klang so, wie man sich wohl früher das Treiben im Paradiesgärtlein vorgestellt hatte.

Nach großem Applaus der 50 Zuhörer verabschiedeten sich die Musiker mit „Quand mon Mari“ von Orlando di Lasso – mit einem verschmitzten Spielstil und einem Lächeln im Gesicht.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Sportwerbewoche des TSV Süstedt

Sportwerbewoche des TSV Süstedt

Die Waffen sind weg: Farc-Krieg ist endgültig Geschichte

Die Waffen sind weg: Farc-Krieg ist endgültig Geschichte

Bund und Niedersachsen streiten über Zahl der Fipronil-Eier

Bund und Niedersachsen streiten über Zahl der Fipronil-Eier

Vorsicht: Im Straßenverkehr dieser Länder geht es gefährlich zu

Vorsicht: Im Straßenverkehr dieser Länder geht es gefährlich zu

Meistgelesene Artikel

Gemeinsame Fahrrad-Tour: Ist Diepholzerin die Neue von Leonardo DiCaprio?

Gemeinsame Fahrrad-Tour: Ist Diepholzerin die Neue von Leonardo DiCaprio?

Sturm setzt Keller und Geschäfte in Brinkum unter Wasser

Sturm setzt Keller und Geschäfte in Brinkum unter Wasser

Moorlandgames: Jux-Spiele unter erschwerten Bedingungen

Moorlandgames: Jux-Spiele unter erschwerten Bedingungen

Syker Entenrennen endet mit denkbar knappem Zieleinlauf

Syker Entenrennen endet mit denkbar knappem Zieleinlauf

Kommentare