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Eine Zukunft für alle im Dorf

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Von: Frauke Albrecht

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Ein Modell der Nordwohlder Kirche wird der Mittelpunkt eines Tischmodells werden, mit dem die Mitglieder der Ideenwerkstatt, allen voran Ortsvorsteherin Birgit Kattau, beim Landeswettbewerb punkten wollen.
Ein Modell der Nordwohlder Kirche wird der Mittelpunkt eines Tischmodells werden, mit dem die Mitglieder der Ideenwerkstatt, allen voran Ortsvorsteherin Birgit Kattau, beim Landeswettbewerb punkten wollen. © Frauke Albrecht

„Nordwohlde hat alles, was einen lebenswerten Ort ausmacht“, sagt Ortsvorsteherin Birgit Kattau. Wirklich alles? Das wird sich am 22. Juni zeigen, dann nämlich nimmt das Dorf am Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ teil.

Nordwohlde – 38 Dörfer aus Niedersachsen treten Mitte Juni beim Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ an. Nordwohlde ist mit dabei. „Wir sind die einzigen Teilnehmer aus dem Landkreis Diepholz“, verrät Ortsvorsteherin Birgit Kattau. Sie rechnet sich durchaus Chancen aus. „Nordwohlde hat vieles, was einen lebenswerten Ort ausmacht“, sagt sie. Die Herausforderung sei nur, diese Vielfältigkeit in kurzer Zeit vorzustellen. „Uns bleiben 90 Minuten, die Jury zu überzeugen.“

Das Konzept steht, derzeit feilen die Verantwortlichen nur noch an den Details. Sollte die Ortsvorsteherin nervös sein, so lässt sie es sich nicht anmerken. „Noch kann ich gut schlafen.“ Bereits am 22. Juni steht die Bereisung der Jury an. „Leider ist es ein Mittwoch, mitten in der Woche um die Mittagszeit, 13.30 Uhr. Da müssen die meisten arbeiten“, bedauert Birgit Kattau. Dennoch hofft sie, dass möglichst viele aus Nordwohlde und umzu bei der Präsentation dabei sein werden.

90 Minuten Zeit, um die Vielfältigkeit zu präsentieren

Diese gliedert sich in zwei Teile, in eine 45-minütige Vorstellung und einen Rundgang durch den Ort. „Beim Spaziergang beschränken wir uns aus Zeitgründen auf den Ortskern“, sagt Kattau.

Stationen sind unter anderem die Sporthalle, der Schulgarten, Friedhof, vorbei am Dorfladen, Kindergarten, weiter zur Minigolf-Anlage. Es folgen der Hombach, die Apfelweide und das Blühwerk. Dort soll es für die Jury noch eine kleine Überraschung geben.

„Wir haben überlegt, wie wir die Vielfalt und die Weitläufigkeit unseres Ortes vorstellen können und haben uns für ein Tischmodell entschieden“, berichtet Kattau. Dafür haben sie und ihr Team die Kirche nachgebaut. Um diese herum werden Fotos drapiert, die die schönen Seiten der umliegenden Ortschaften zeigen. Zum Beispiel den Marktplatz in Fesenfeld, Luftbilder vom Erdbeerhof und eine Ansicht des alten Rasthauses. Plakate und Zeitungsartikel informieren zudem über das Dorfleben.

„Ich hoffe, es findet sich noch jemand, der mit mir zusammen die Begrüßung übernimmt. Ich möchte nicht die ganze Zeit allein reden“, sagt Kattau.

Tolle Lage und ein aktives Vereinsleben

Ziel der 90 Minuten sei es, die „tolle Lage Nordwohldes vorzustellen, die Natur drum herum, aber auch das aktive Vereinsleben. Hier gehen Jung und Alt respektvoll miteinander um. Das wollen wir erhalten und ausbauen“, sagt Kattau und betont: „Und zwar völlig losgelöst vom Abschneiden beim Wettbewerb.“

Seit zwei Jahren arbeitet die Ideenwerkstatt schließlich schon an Konzepten, Nordwohlde noch attraktiver zu machen. Einiges davon sei bereits umgesetzt worden, andere Ideen bräuchten Zeit. So etwa die Errichtung alternativer Wohnformen. Kattau: „Wir möchten vor allem Älteren die Möglichkeit geben, später im Dorf wohnen bleiben zu können. Wenn die eigenen Kräfte für das große Haus mit Garten nicht mehr reichen, bleibe vielen nur der Gang ins Pflegeheim. „Wir denken an eine Art Wohngemeinschaft mit maximal zwölf Einheiten. Jeder hat eigene Räume, kann aber auch Gemeinschaftsangebote nutzen“, beschreibt Kattau die Idee. Ebenso soll es möglich sein, Pflegedienstleistungen dazubuchen zu können.

Alternative Wohnprojekte in Planung

„Wir haben ein Mini-Konzept erarbeitet und es der Stadt Bassum vorgelegt. Bevor wir daran weiterarbeiten, wollen wir wissen, ob so etwas überhaupt realisierbar ist“, sagt Kattau. Unterstützt wird die Gruppe dabei von der Kirche und vom Sozialverband.

„Wir werden diese Idee bei der Bereisung nur kurz anreißen können. Denn noch ist es nicht mehr als eine Vision“, sagt Kattau.

Kurz vorgestellt wird auch die Umfrage der Ideenwerkstatt. Im Februar wurden Fragebögen verschickt. Die Einwohner sollten sagen, was sie vermissen, was sie sich wünschen und was sie bewahren möchten. Ganz oben auf der Wunschliste aller Generationen steht eine Art Dorftreff. Aber auch Einkaufsdienste, ein Trainer für eine Heigl-Gruppe, breitere Fußwege und Radwegeausbau sind Themen, die den Einwohnern am Herzen liegen.

Welche Ideen noch an die Gruppe herangetragen worden sind, möchten die Ehrenamtlichen im Sommer im Rahmen eines Picknicks vorstellen. Dazu wird noch eingeladen. „Aber das machen wir erst nach dem Wettbewerb“, sagt Birgit Kattau. Sie hofft, dass möglichst viele Nordwohlder und Bewohner der umliegenden Ortschaften am 22. Juni zur Sporthalle kommen und zeigen, dass sie hinter ihrem Ort stehen.

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