Förderverein hat erste Mitglieder

Bassumer Naturbad: Eine Perle, die kaum einer kennt

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Begehung bei Regen: Johannes Wendt (r.) erklärt, wo künftig der Eingang des Bades errichtet werden könnte.

„Sie haben ihr erstes Mitglied, das nicht aus Bassum kommt.“ Mit diesen Worten machte Erster Stadtrat Norbert Lyko am Donnerstagabend den engagierten Bürgern Mut, die sich für die Gründung eines Fördervereins für das Bassumer Naturbad einsetzen. Der Harpstedter Lyko steht damit nicht allein. Zu den ersten, die einen Mitgliedsantrag mitnahmen, gehören Politiker aller Fraktionen, unter anderem Helma Schöpe (SPD), Maria Babic (Linke) und Henning Meyer (CDU), aber auch Dr. Jürgen Falck (Bürgerblock) und Eike Sellmer (Grüne).

Bassum – Wie berichtet, versuchen Johannes Wendt, Detlev Block und Jens Diedrich, einen Förderverein aus der Taufe zu heben. Diesen hat die Politik zur Voraussetzung der Investition von 1,2 Millionen Euro gemacht. Nun hatten die drei zu einem Infoabend eingeladen, um das Projekt Bad-Umgestaltung vorzustellen. Da sie im Vorfeld fleißig die Werbetrommel gerührt hatten, waren sie etwas enttäuscht, als hauptsächlich Funktionsträger durch die Tür traten. „Wir hatten uns mehr Interessierte erhofft“, räumt Diedrich ein. Er vermisste vor allem Familien mit Kindern. Die drei hatten in den Kindergärten und im Mütter-Kinder-Zentrum Handzettel ausgelegt. Wendt: „Wir werden weiterhin nichts unversucht lassen, junge Eltern anzusprechen.“

Die Gruppe steht ganz am Anfang. Umso wichtiger ist die Unterstützung der Politik. Diedrich weiß: „Es sind ganz dicke Bretter, die wir bohren müssen.“ Er ist aber zuversichtlich, dass ihnen das gelingt. Es gehe darum, bei den Bassumern Begeisterung für das Projekt zu wecken. Dass soetwas funktionieren kann, zeigen unter anderem der Bürgerbusverein und auch der Förderverein Tierpark Petermoor.

Wärmeres Wasser mithilfe einer Solaranlage

Zumindest die Anwesenden brauchten die drei nicht zu überzeugen – sie stiegen nach einer kurzen Badbegehung im Regen schnell in die Diskussion ein, was sinnvoll ist und was nicht. So kam die Frage auf, ob der Eingangsbereich tatsächlich verlegt werden soll. Einige sind der Meinung, dass es besser sei, Gastronomie in Beckennähe zu haben, denn so hätten Eltern ihre Kinder im Auge.

Auch die Frage nach der Wassertemperatur kam auf: 20 Grad seien zu wenig, 22 Grad müssten es mindestens sein, um die Schwimmer ins Bad zu locken, die derzeit alle nach Twistringen fahren. Laut Lyko soll es möglich sein, mithilfe einer Solaranlage die Temperatur um zwei bis drei Grad zu erhöhen.

Lyko: „2022 müssten wir durch sein“

Auf den Zeitplan angesprochen, sagte Lyko: „Wir rechnen im Februar mit dem Förderbescheid.“ Werden Gelder bewilligt, könne ein Architekt mit der Planung beginnen. 2021 sei Bauphase, „2022 müssten wir durch sein“. Noch sei offen, ob das Bad während der Arbeiten offenbleiben kann.

Da sich der Förderverein in die Planungen einbringen kann und soll, macht es Sinn, dass die Mitglieder schnell tätig werden. Darin waren sich alle einig. Wie Block erklärt, wolle man den noch bestehenden „Verein zum Erhalt Bassumer Bäder“ reaktivieren – allerdings mit neuer Satzung. Für Ende Oktober hofft er, zu einer Mitgliederversammlung einladen zu können. Der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Bassum: Naturbad soll an Bekanntheit gewinnen

Angedacht ist, einen geschäftsführenden Vorstand zu wählen. Der Vorteil: Es gibt dann nicht nur einen Vorsitzenden, sondern mehrere Zeichnungsberechtigte, die sich die Arbeit teilen können. Auch etwas Geld sei noch in der Kasse. Dieses soll übernommen werden. Momentan liegt der Jahresbeitrag bei zehn Euro – ob es dabei bleibt, müsse die Mitgliederversammlung entscheiden.

Hauptaufgabe werde sein, Leute vom Naturbad zu überzeugen. „Das Bad ist eine Perle, eine Oase der Ruhe mitten in der City“, so Diedrich. Nur würde das leider kaum jemand wissen. Das zu ändern, sei die erste Aufgabe. Später hoffen die drei, auch Events organisieren zu können, zum Beispiel Modenschauen oder Grillmeisterschaften. Auch Modellschiffvorführungen oder Sportevents können sie sich vorstellen.

Wer Kontakt aufnehmen möchte:

wir_wollen_baden@t-online.de

Kommentar der Autorin

Eine neue Chance für das Naturbad 

Das Bassumer Naturbad hat nie wirklich eine Chance bekommen. Nachdem die Ratsvertreter vor mehr als 15 Jahren aus Kostengründen das Freibad aufgeben mussten, gingen viele Bassumer auf die Straße und sammelten Unterschriften für dessen Erhalt – vergeblich. Der Protest ist aus damaliger Sicht verständlich, war aber für das Naturbad schädlich. Viele verweigerten sich. 

Noch heute kursieren die merkwürdigsten Gerüchte über das Naturbad, sogar von Fröschen im Wasser ist die Rede. Die Besucher blieben über Jahre fern. Schade! Denn das Bad ist ein wahres Kleinod, eine Ruheoase mitten in der Stadt. 

Nun bietet sich allen Bassumern die Chance, neu anzufangen. Sie können dabei sein, wenn ihre Stadt ein von Grund auf erneuertes Naturbad bekommt – und sie können es sogar mit gestalten. Sie können Einfluss nehmen und Ideen einbringen. Sie müssen lediglich Mitglied im Förderverein werden und erhalten für wenig Geld mehr Lebensqualität. Wenn das nicht einzigartig ist. Also, ich freu mich drauf und bin dabei!

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