Polizei-Erkenntnis: Kriminalitätsaufkommen im Landkreis Diepholz relativ gering / Themenabend des CDU-Stadtverbandes in Bassum

Einbrecher wollen im Grunde nur Schmuck und Bargeld

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Themenabend mit (v.l.) Volker Meyer (l.) und Hans-Hagen Böhriger (r.) sowie Andreas Kunath, Werner Käding und Michael Wessels.

Bassum - Von Ute Schiermeyer. Die wichtigste Erkenntnis vorweg: Die Einbruchskriminalität im Landkreis Diepholz ist relativ gering. Dies hat Polizeikommissariatsleiter Polizeirat Andreas Kunath aus Syke am Dienstagabend beim Themenabend „Einbruchskriminalität“ des CDU-Stadtverbandes im Gasthaus Freye erklärt.

Der Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des Stadtverbandes, Volker Meyer, hatte dazu auch den Präventionsbeauftragten der Polizeiinspektion, Kriminaloberkommisar Michael Wessels, sowie Werner Käding vom Weißen Ring in Diepholz eingeladen.

Andreas Kunath stellte die aktuellen Zahlen vor. Im Landkreis Diepholz gab es 2015 insgesamt 540 Wohnungseinbrüche, davon 70 Prozent im Nordbereich der Polizeiinspektion, in den Gemeinden Stuhr und Weyhe. Zum Vergleich nannte Kunath Zahlen aus einem Landkreis im Speckgürtel von Hamburg, wo die Einbruchszahlen doppelt so hoch seien wie im Landkreis Diepholz. Seit Anfang 2016 habe es auf Bassumer Stadtgebiet elf Einbrüche in Wohnhäuser und 14 in Firmen gegeben..

Michael Wessels verdeutlichte die Entwicklung in den letzten beiden Jahrzehnten. Auf dem Gebiet der alten Bundesrepublik gab es im Jahr 1994 230000 Wohnungseinbrüche, heute sind es 180000.

Obwohl also heute weniger eingebrochen werde, habe der Bürger ein anderes Empfinden. Das liege daran, dass der Mensch das Negative als das Positive empfinde, sprich: er möchte lieber schlechte Nachrichten hören, so Wesselns.

Hatte man vor 20 Jahren nur die Tagesschau und die Zeitung, existiert heute ein mediales Überangebot. „Obwohl die Zahlen damals viel höher waren, hat es uns nicht gejuckt, da wir nicht medial unterwegs waren.“, meinte Wessels. Fakt sei aber auch, dass die Einbruchszahlen 2006 mit 106 000 auf dem Tiefstand waren und seitdem jährlich wieder um drei bis fünf Prozent ansteigen. In Niedersachsen lag der Anstieg im letzten Jahr sogar bei 13 Prozent. Gestohlen würden heute nur Schmuck und Bargeld, allenfalls noch Handys und Spielkonsolen.

Aber auch wenn die Zahlen für Bassum eigentlich nicht beunruhigend sind, weiß er: „Die Statistik nützt den Betroffenen nichts. Die Häufigkeit der Einbrüche ist nicht ausschlaggebend, sondern dass eingebrochen wird.“

Werner Käding vom Weißen Ring erläuterte unter anderem, dass man Kriminalitätsopfer unterstütze und helfe, Straftaten zu verhindern. Käding wusste von Opfern zu berichten, die nach einem Einbruch Probleme hätten, wieder in der Wohnung zu leben.

Fast zehn Prozent der Einbruchsopfer würden umziehen. Der Weiße Ring bietet auch psychologischen und juristischen Beistand an. „Wir bringen klar zum Ausdruck, dass wir die Opfer ernst nehmen. Und wir unterstützen sie auch im Umgang mit der Versicherung“, betonte Käding.

Wie kann man sich schützen? – Michael Wessels: Nachbarn sollten aufmerksam in ihrem Viertel sein. Wessels stellte auch Fördermaßnahmen der KfW-Bank zum Einbau von Einbruchschutz vor und riet, das eigene Grundstück zu überdenken. Eine hohe Hecke schütze zwar vor neugierigen Blicken, gebe Einbrechern aber auch Sichtschutz. „Lassen sie ihren Nachbarn doch ruhig mal auf ihr Grundstück gucken. Warum denn nicht?“, meinte Andreas Kunath.

„Und wenn sie etwas Auffälliges beobachten, rufen Sie uns ruhig an. Wir sind Ihre Polizei, Sie dürfen das. Haben sie keine Scheu, die Bewertung, ob etwas interessant ist, übernehmen wir“, hieß es von Seiten der Polizei.

Schließlich noch ein Tipp von Werner Käding: „In dem einen oder anderen Fall rate ich zum Hund. Je größer der ist und je kräftiger die Stimme, desto eher schreckt er einen Einbrecher ab.“

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