DVZ-Production GmbH exportiert überall hin / Anne von Züren ist neue Geschäftsführerin

Ein Stück Albringhausen in aller Welt

Chefin von 20 starken Männern: Anne van Züren fühlt sich an ihrem Arbeitsplatz pudelwohl.
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Chefin von 20 starken Männern: Anne van Züren fühlt sich an ihrem Arbeitsplatz pudelwohl.

Albringhausen – Am Schreibtisch klebt ein buntes Schild mit der Aufschrift „Ich bin voller Elan“. Und das scheint nicht nur ein Spruch zu sein. Anne van Züren, die hinter dem Schreibtisch sitzt, strahlt, lacht und plaudert. Man merkt: Die 41-Jährige fühlt sich pudelwohl. Dabei hat sie einen anspruchsvollen Job. Als frischgebackene Geschäftsführerin von DVZ-Production GmbH in Albringhausen ist sie Chefin von 20 starken Männern. „Ich und unsere Reinigungskraft sind die einzigen Frauen“, erzählt van Züren mit einem Schmunzeln. Gibt das manchmal Probleme? Van Züren schüttelt den Kopf. „Die Stimmung ist sehr gut.“

Die Frau mit den leuchtend roten Haaren, den Tattoos und Piercings, ist in dem Familienbetrieb aufgewachsen. Ihr Bruder ist Geschäftsführer der Schwesterfirma in Syke. Trotzdem führte sie ihr Weg nach der Schule erst mal in andere Bereiche. Sie lernte Steuerfachangestellte und ließ sich zur Yoga-Lehrerin ausbilden. 2002 stieg sie in den Familienbetrieb ein. Eine handwerkliche Ausbildung hat sie nicht gemacht. „Dafür habe ich meine Männer“, sagt van Züren und lacht.

Sie übernimmt die Kopfarbeit: Büro, Buchhaltung, Terminkoordination und Kundengespräche. „Ich liebe die Vielfalt meines Berufs, die verschiedenen Aufgaben, den Kontakt mit Menschen – hier und im Ausland“, schwärmt die zweifache Mutter.

Denn DVZ exportiert weltweit. In den drei Hallen in Albringhausen entstehen neben vielen anderen Dingen Wasser- und Abwasseraufbereitunganlagen, die unter anderem das Abwasser auf Yachten, Offshore-Plattformen und Spezialschiffen reinigen oder das Wasser auf unterschiedlichen Schiffen vom Öl befreien, bevor dieses wieder ins Meer geleitet wird. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an solch eine Maschine, die bestimmte Werte erreichen muss, um die Umwelt nicht zu belasten.

Marko Schmidt ist seit zehn Jahren Servicemonteur für DVZ und reist zu den Kunden, wenn es darum geht, eine Anlage in Betrieb zu nehmen oder das Personal dafür zu schulen. Und so hat ihn sein Job schon in viele Winkel der Erde geführt: „Mikronesien, Trinidad, Miami, Aserbaidschan, China, Singapur, Grönland oder auch Hammerfest – der nördlichste besiedelte Punkt der Welt“, zählt Schmidt auf. „Und nach Südkorea, wo die größten Werften der Welt stehen.“ Überall dort stehen Schiffe mit einem Stück „made in Albringhausen“ im eisernen Leib.

Aber auch im Kreis Diepholz hat der Betrieb überall seine Spuren im Alltag hinterlassen: „Wir fertigen Garagentore, Geländer, Türen und Fenster“, zählt van Züren auf. So stammen die Waschhallentore der neuen Dekra-Prüfstation von der DVZ, und in Syke bauen sie die Außentreppe für das Pflegekompetenzzentrum. „In Bruchhausen-Vilsen stehen hingegen zahlreiche Carports von uns.“ Ansonsten liefern sie auch Terrassenüberdachungen und Kaltwintergärten. „Wir als Firma gliedern uns in zwei Bereiche auf: Die DVZ-Production mit der Herstellung von Anlagen und die DVZ-Metallbau für Geländer, Carports, Kaltwintergärten, Terrassenüberdachungen und Sonderkonstruktion. Zusammen ergeben wir die DVZ-Production Gmbh“, erklärt van Züren.

Über Auftragsmangel kann das Unternehmen in der Corona-Krise nicht klagen. Ganz im Gegenteil. „Wir haben viel mehr Aufträge, weil viele Leute nicht in den Urlaub fahren und das Geld für Neuerungen am Haus ausgeben“, so die Geschäftsführerin. Allerdings gebe es bei Teilen aus dem Anlagenbau mitunter Lieferschwierigkeiten. „Auf Teile aus Italien mussten wir bis zu zwei Monate warten“, sagt Alexej Linker.

Er ist seit 15 Jahren Schweißer, seit 2019 internationaler Schweißfachmann in dem Unternehmen, und gewährt einen kleinen Einblick in die Fertigungshallen. „Die erste ist der sogenannte Schwarzbereich – weil dort mit Schwarzmetallen gearbeitet wird. Es wird gefeilt, geflext und zusammengefügt. Die Edelmetalle werden in der zweiten, der ,weißen Halle’ weiterverarbeitet. Die Schwarzmetalle werden hier nur draufgebaut, weil der Staub von Schwarzmetallen Rost auf Edelmetallen hervorruft.“ Außerdem werden dort auch schon erste Tests mit den Systemen für die Schiffe durchgeführt.

Zum Schluss geht es in die dritte Halle zur Endmontage. Dort wird alles versandfertig gemacht. „Bis so eine Anlage fertig ist, vergehen mehrere Monate“, weiß Linker.

Von Julia Kreykenbohm

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