Pastorin Sandra Kopmann in Nordwohlde eingeführt / Jugendarbeit in den Gemeinden als Herzensangelegenheit

Ein Beruf vom ersten bis zum letzten Schritt

In einem Festgottesdienst wurde Pastorin Sandra Kopmann am Sonntagvormittag ins Amt in Nordwohlde eingeführt.
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In einem Festgottesdienst wurde Pastorin Sandra Kopmann am Sonntagvormittag ins Amt in Nordwohlde eingeführt.

Nordwohlde – Dass Pastorin Sandra Kopmann und die Kirchengemeinden Nordwohlde und Bassum gut zusammenpassen, bewies die Resonanz auf ihre Einführung am Sonntagvormittag. Zum Open-Air-Gottesdienst an der Nordwohlder Kirche waren zahlreiche Gemeindeglieder aus beiden Gemeinden gekommen. In einem feierlichen Akt führte die stellvertretende Superintendentin Katja Hedel die 31-jährige Pastorin ins Amt ein. Damit ist die dreijährige Probezeit offiziell beendet, und Sandra Kopmann ist Pastorin auf Lebenszeit.

Zwei Wochen zuvor hatte Kopmann in der Nordwohlder Kirche eine Bewerbungspredigt gehalten. „Da war ich ganz schrecklich aufgeregt“, gibt Kopmann zu. Obwohl sie nun schon drei Jahre lang Gottesdienste gehalten hatte, war die sogenannte Aufstellungspredigt jetzt etwas Besonderes. „Ich hatte bedingt durch Corona fast vier Monate meine normale Gottesdienstgemeinde nicht gesehen“, erzählt die Pastorin. Dann seien mehr Menschen gekommen als an normalen Sonntagen, und es seien auch andere Gesichter darunter gewesen, erinnert sie sich.

Die Pastorin habe sich von Anfang an wohlgefühlt in Nordwohlde. „Ich wurde offen und warmherzig empfangen. Und man hat mich hier auch viel ausprobieren lassen“, berichtet sie. „Es entstand sofort eine enge Bindung zu den Menschen.“ Ihr Ziel war der 31-Jährigen dabei immer klar: „Ich wollte unbedingt in eine Dorfpfarrstelle.“ Schon etwa nach der Hälfte der Probezeit sei ihr klar gewesen, dass sie in der Region bleiben möchte. Da sich mittlerweile auch ihr Lebensgefährte Marc mit dem Landleben arrangiert hat, habe sie sich im Januar auf die Stelle beworben.

Fragt man Sandra Kopmann, was das Schönste an ihrem Beruf ist, antwortet sie spontan: „Die Kita und die Kinder.“ Sie habe erst in Nordwohlde gemerkt, wie gern sie mit Kindern arbeitet. In ihrer Vikariatsgemeinde habe es keine Kita gegeben. In Nordwohlde besucht sie nun regelmäßig die Kita Arche Noah und hat auch den Kindergottesdienst zu neuem Leben erweckt. „Kinder haben einfach einen ganz anderen Blick auf die Dinge und auf die Welt. Das finde ich großartig. Kinder können sich noch wundern, und man kann von ihnen auch viel lernen“, schwärmt Kopmann. Die Jugendarbeit in den Gemeinden sei ihr besonders wichtig. Diese wieder in Schwung zu bringen, sehe sie als Herzensangelegenheit.

„Das soll aber nicht heißen, dass ich nicht auch gern Seniorennachmittage besuche. Von den Älteren erfahre ich ganz viel darüber, wie es früher war. Sie können so reichlich aus dem Dorf erzählen“, findet Kopmann. Das sei auch das Reizvolle an dem Beruf, dass er das ganze Lebensspektrum erfasse, vom ersten bis zum letzten Schritt – von der Taufe bis zur Beerdigung.

Negative Seiten kann die Pastorin derweil an ihrer neuen alten Pfarrstelle nicht finden. „Aus allem, was anfangs nicht so gut war, hat sich etwas Positives entwickelt“, sagt sie. Da war zum einen die viele Fahrerei. Jetzt, wo sie sich ein neues Fahrrad angeschafft hat, empfindet sie Spaß daran, auch Dienstwege mit dem Rad zu erledigen.

Oder die drei unterschiedliche Gottesdienstordnungen in Bassum, Nordwohlde und Neubruchhausen. „Da haben wir uns drangesetzt und eine gemeinsame Gottesdienstordnung für alle drei Gemeinden erarbeitet“, erzählt die Pastorin.

Ihre Einführungspredigt am Sonntag handelte davon, mit Gott neue Wege zu gehen. Ihr neuer Weg, der ihr seit drei Jahren vertraut ist, führt durch Bassum und Nordwohlde. Sie wird auch weiter eine 50-50-Stelle bekleiden, wobei sie offiziell Gemeindepastorin in Nordwohlde ist und einen Versehungsauftrag in Bassum hat.

Von Ute Schiermeyer

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