Radler überrascht und verärgert

Plötzlich ist der Weg weg: Eigentümer lässt 200 Meter Strecke umpflügen

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Gerd Hollwedel wirft einen Blick auf die Karte. Dort ist ein Weg eingezeichnet. Dieser existiert allerdings nicht mehr (gepflügte Fläche im Hintergrund).

Bramstedt - Von Frauke Albrecht. Plötzlich ist der Weg weg. Gerd Hollwedel aus Syke fährt mit seinem Hund täglich eine Runde durch die Westermark. Dabei nutzte er bisher auch immer einen Weg, der auf der westlichen Seite der Bahn aus dem Wald in Richtung Bramstedt (Tannenbaumhof) führte. Kürzlich allerdings kam er nicht weiter, die letzten 200 Meter waren umgepflügt und unpassierbar. Hollwedel musste umkehren. Er teilte den Sachverhalt der Polizei und der Stadt Bassum mit.

Was er bis dahin noch nicht wusste: Der Besitzer der Fläche hatte den Weg entfernen lassen. „Er darf das, weil ihm die Fläche gehört“, bestätigt Bassums Bauamtsleiter Martin Kreienhop auf Anfrage.

„Der beschriebene Weg existiert seit mehreren Jahrzehnten und wird von vielen Radfahrern und Wanderern benutzt. Es ist die einzige Möglichkeit, von Syke nach Bramstedt zu gelangen, ohne die viel befahrene Bassumer Landstraße zu benutzen“, bedauert Hollwedel. Die drastische Maßnahme nennt er „Flurbereinigung nach Gutsherrenart. Es gilt doch auch hier so etwas wie das Gewohnheitsrecht“.

Der Eigentümer der Fläche, Bramstedts Ortsvorsteher Helmut Zurmühlen, erklärt: „Es hat historisch dort nie einen Weg gegeben!“. Dennoch ist die Verbindung irgendwie in die Radkarte der Stadt Syke gekommen. Und er wird genutzt. Auch der ADFC Bassum kennt die Strecke. „Als wir kürzlich unsere Tour ,Bassum radelt an’ ausgearbeitet haben, wollten wir da auch langfahren. Doch das Teilstück war bereits unpassierbar“, erklärt Frido Brand vom ADFC Bassum. Er bedauert die Beseitigung durch den Eigentümer.

Vielfacher Ärger führt zum Umpflügen

Dieser habe gute Gründe, wie er selbst sagt: „Ich musste illegal entsorgten Bauschutt entfernen lassen – auf eigene Kosten. In der Vergangenheit wurde dort auch immer wieder Grünschnitt abgekippt“, sagt Zurmühlen. Zudem habe er sich über rasende Quadfahrer geärgert.

Die Zuwegung sei für die Bewirtschaftung der umliegenden Felder nicht mehr erforderlich. Zurmühlen: „Wie gesagt, historisch hat da nie eine Verbindung von Bramstedt nach Syke existiert.“

Er wisse von dem Eintrag in der Syker Karte. „Die Verbindung hat der ADFC ohne mein Wissen gemeldet.“

Dass viele Menschen aus Gründen der Naherholung eine alternative Wegstrecke zur Landesstraße wünschen, könne er nachvollziehen. „Vielleicht gibt es im Rahmen der Flurbereinigung eine Alternative.“

Diese Möglichkeit nennt auch Martin Kreienhop. „Wir würden das auf jeden Fall begrüßen und wären nicht abgeneigt, an so was mitzuarbeiten“, sagt Frido Brand.

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