Eigentümer geben Flächen nicht ab / Kreis leitet Planfeststellungsverfahren ein

Radweg an der L332 kommt frühestens 2016

An der L 332 wird es vorerst keinen Radweg geben.
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An der L 332 wird es vorerst keinen Radweg geben.

Bassum - Von Frauke Albrecht. Die Enttäuschung steht Ortsvorsteher Rolf Lahmeyer ins Gesicht geschrieben. Lange haben die Neubruchhauser auf den Radweg nach Bassum gewartet – und nun das. Einige Grundstückseigentümer weigern sich, etwas von ihrem Grund und Boden abzugeben. Das bedeutet, dass die Baumaßnahme nicht nach dem vereinfachten Verfahren durchgeführt werden kann. Ein Planfeststellungsverfahren muss eingeleitet werden. Der Radweg verzögert sich.

Nach Aussage von Dietmar Thomsik, stellvertretender Leiter der Straßenbauverwaltung in Nienburg, wird im besten Fall 2016 gebaut. Im schlechtesten Fall vielleicht gar nicht. Denn Thomsik kann nicht garantieren, dass das Land Niedersachsen noch einmal Gelder zur Verfügung stellt.

Der bewilligte Betrag muss in diesem Jahr verbraucht werden. „Wir können das Geld nicht aufheben. Es muss nun an anderer Stelle ausgegeben werden“, erklärt der Behördensprecher. Des einen Leid, ist des anderen Freud. Aller Voraussicht nach darf sich eine Kommune aus dem Raum Hoya freuen.

950000 Euro sollte die 2,3 Kilometer lange Verbindung entlang der L332 von Neubruchhausen nach Osterbinde kosten. Stadt und Land wollten sich die Kosten je zur Hälfte teilen.

Bereits Anfang des Jahres zeichnete sich ab, dass einige Anlieger sich weigern, einige Quadratmeter von ihren Flächen abzugeben. Es gab Anliegerversammlungen. Rolf Lahmeyer und auch Vertreter der Stadt und der Straßenbauverwaltung versuchten, zu überzeugen. Ohne Erfolg.

„Das ist mehr als unsolidarisch. Ich bin regelrecht erschüttert über die Eigennützigkeit“, so Lahmeyer. Er könne nicht verstehen, warum Einzelpersonen ein Großprojekt zum Wohle aller verhindern.

Auch Dietmar Thomsik meint: „Das ist kurzsichtig.“ Denn die Weigerung macht die Planung noch teurer. Denn nun muss ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden, an dessen Ende eine Besitzeinweisung (Enteignung) stehen kann. Herr des Verfahrens wird nach Aussage Thomsiks der Landkreis Diepholz sein. Allerdings muss die Straßenbauverwaltung vorab einen Genehmigungsvorentwurf erstellen. Und auch das Verfahren kostet zusätzlich Geld, so Thomsik und betont: „Das sind nicht nur tausend Euro.“

Zwar bleibe Neubruchhausen auch weiterhin ganz oben auf der Prioritätenliste stehen. Aber Thomsik kann nicht mit Sicherheit sagen, wann das Land wieder Geld zur Verfügung hat. Das Planfeststellungsverfahren sei frühestens Ende 2015 beendet. „Wenn es gut läuft“, so Thomsik.

Auch Bassums Bürgermeister Wilhelm Bäker bedauert die Verzögerung und fürchtet, dass die im städtischen Haushalt eingestellten Mittel für andere Projekte ausgegeben werden. Auf diese Weise wurde bereits im vergangenen Jahr der geplante Kunstrasenplatz „verfrühstückt“.

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