Weiteres „Baum it“-Projekt von Andreas Koch-Warnken an der Nordwohlder Grundschule

Wie aus der Eiche eine Sitzgruppe wird

Beim Schmirgeln der rauen Kanten der Bänke waren die Kinder nicht zu bremsen. Eifrig unterstützten sie Andreas Koch-Warnken und Wolfgang Stroux bei der Arbeit. - Foto: Schiermeyer

Nordwohlde - Von Ute Schiermeyer. Spannend waren die letzten Schultage vor den Sommerferien für die Nordwohlder Grundschulkinder. Vergangene Woche konnten sie Pause für Pause beobachten, wie aus einer dicken alten Eiche ein riesiger Tisch und zwei lange Bänke wurden. Doch nicht nur das, sie durften sogar mit anpacken und bei der Schaffung der Sitzgruppe auf ihrem Schulhof mithelfen. Die Lehrkräfte hatten das Projekt in den Unterricht integriert.

„Können wir helfen?“ war die häufigste Frage, die dem Künstler Andreas Koch-Warnken und seinem Freund Wolfgang Stroux gestellt wurden. Natürlich durften sie, denn die Einbeziehung der Bevölkerung ist Teil des Konzeptes von „Baum it“. Koch-Warnken will damit den Verwandlungsprozess für sie positiv erlebbar machen.

Das ist ihm an der Grundschule auf jeden Fall gelungen, denn die Kinder waren fasziniert von der Arbeit – sowohl vom Zuschauen als auch vom Helfen, erzählte Wolfgang Stroux. Mit bloßen Händen und voller Begeisterung hätten sie die Rinde vom Stamm gepult. Aber sie durften auch Stecheisen und Hammer benutzen.

Klassenlehrer Matthias Knuth freute sich, an einem so praktischen Beispiel den künftigen Werkunterricht zu starten. Ein paar Tage später durften die Jungen und Mädchen die rauen Kanten der Sitzgruppe glatt schmirgeln. „Sie waren überhaupt nicht mehr zu bremsen“, freute sich Stroux.

Der Baum für dieses Projekt ist ein paar hundert Meter vom Schulhof entfernt in Nordwohlde gewachsen. Als Heinz-Dieter Früchtenicht vor zwei Jahren die Eiche auf seinem Hof fällen musste, war ihm der Baum zu schade, um als Kaminholz zu enden. Die Familie wünschte sich, dass der Baum den Bewohnern weiter Freude bereitet. Zwei Jahre lag der sieben Meter lange Stamm auf dem Hof, bevor jetzt durch die Anfrage des Fördervereins der Grundschule ein Platz für ihn gefunden wurde. Die Schule wünschte sich eine Sitzgelegenheit für den Schulhof. Zusammen mit Koch-Warnken und der Agenda 21-Beauftragten Reinhild Olma wurde das Projekt nun konkret.

Koch-Warnken will, dass die ursprüngliche Form des Baumes erkennbar bleibt und das Möbelstück ihr gerecht wird. Daher lassen Tisch und Bänke die Stammform noch sehr gut erkennen. Aus dem Kopfende des Stammes wurde ein Fuß für den mächtigen Tisch. Es ist in die zweiteilige Tischplatte eingelassen, so dass man auf die Jahresringe der Eiche erkennen kann. Jeder Gast an diesem Tisch ist dazu eingeladen, sie zu zählen.

„Gäste“ wird der Baum an seinem neuen Standort wohl viele bekommen. Matthias Knuth möchte gern im Sommer draußen unterrichten. Die Kinder haben ihre eigenen Pläne: „Da können wir in der Pause draußen sitzen und Freundbücher ausfüllen oder malen“, freuten sich Lilo und Lea. Auch für Radfahrer sei dies ein einladender Rastplatz, meinte Reinhild Olma.

Am Dienstag wurde die fünfeinhalb Meter lange Sitzgruppe im Beisein aller Kinder aufgestellt. „Der Standort ist wunderbar“, schwärmte Rektorin Doris Meyer-Toms und freute sich über die Länge der Bänke: „Wir haben zurzeit nur 42 Kinder – die passten alle auf einmal an den Tisch.“

Tatkräftig unterstützt wurde das Projekt vom Bauhof der Stadt und Hausmeister Thomas Schwarze. Einen großen Teil der Finanzierung übernimmt der Förderverein, weitere Unterstützer sind neben der Agenda21 die Sparkasse, die Volksbank und die Firmen Fritz Huhn und Stihl.

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