Verein Wassermühle Neubruchhausen beteiligt sich am Mühlentag

Ehrgeiziges Projekt nimmt Konturen an

Die Wassermühle Neubruchhausen wird zurzeit saniert. Demnächst sind die Dächer und die Fenster an der Reihe. - Foto: Ulf Kaack

Neubruchhausen - Von Ulf Kaack. Erstmals beteiligte sich der Verein Wassermühle Neubruchhausen am Deutschen Mühlentag am Pfingstmontag. Die erst vor sechs Monaten gegründete Initiative öffnete den technischen Teil des vier Häuser umfassenden Gebäudekomplexes der Mühle.

Zugegeben, ganz so viel gab es noch nicht zu sehen in der sorgfältig gereinigten und entrümpelten Fachwerk-Wassermühle. Darum ging es in diesem Frühstadium der Sanierung auch nicht. Rund ein Dutzend ehrenamtliche Enthusiasten standen bereit, um den rund 500 Besuchern die ehrgeizigen Pläne zu erläutern und sie in den zurzeit noch leeren Räumen zu zeigen. Zahlreiche Gäste waren mit dem Fahrrad angereist. Im Innenhof der Wassermühle lockten Bratwurst, Kaffee und Kuchen sowie ein Infostand des Vereins.

„Es gibt noch viel zu tun, doch wir haben in den vergangenen Monaten bereits eine ganze Menge geleistet“, zieht Holger Rullhusen eine Zwischenbilanz. Er ist Besitzer der seit 100 Jahren nahezu unveränderten Mühle und gleichzeitig Vorsitzender des Mühlenvereins.

Demnächst werden die Dächer und die Fenster saniert. Entsprechende Bauanträge sind gestellt, öffentliche Förder- und Stiftungsmittel werden in Kürze beantragt. Viele Arbeiten werden die Vereinsmitglieder selbst erledigen.

1971 wurde nahezu die gesamte Mühlentechnik verkauft. Die will der Verein nun ersetzen. Ursprünglich erfolgte der Antrieb der Mahlgänge durch zwei Wasserräder, später mit Unterstützung einer Franchise-Turbine und zum Schluss durch einen Deutz-Dieselmotor, der spurlos verschwunden ist.

„Es ist uns gelungen, einen 1934 gebauten großvolumigen Herford-Dieselmotor mit 40 PS Leistung zu erwerben“, erklärt Florian Butt, gelernter Müller und Technikexperte im Verein. „Das Aggregat läuft wie eine Eins, ist restauriert und stammt aus der Mühle Wünneberg nahe Paderborn. Bevor wir den Motor einbauen können, müssen wir erst noch ein Fundament mit dem Fünffachen seines Gewichts bauen. Das wird noch ein Akt werden.“

Im Original sind noch der Walzenstuhl, die Welle sowie die nicht mehr betriebsfähige Turbine vorhanden. Im Juni folgen ein Mahlgang und ein Flachsichter, die die Neubruchhauser Enthusiasten in einer stillgelegten Motormühle bei Uelzen entdeckt haben.

„Ich bin mir sicher, dass wir beim Deutschen Mühlentag im nächsten Jahr schon deutlich mehr zeigen können“, ist Holger Rullhusen optimistisch. „Fertig werden wir bis dahin aber bestimmt nicht. Sämtliche Innen- und Außenarbeiten müssen Schritt für Schritt und vor allem mit viel ehrenamtlicher Manpower erledigt werden. Außerdem muss alles den baurechtlichen und denkmalschützerischen Bestimmungen entsprechen. Das dauert halt.“

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