Ehepaar Schäfer aus Bramstedt kritisiert die Richtlinie Wolf / Protestbrief verfasst

„Hobbylandwirte schaffen ihre Tiere ab“

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Lediglich ein Schafdrahtzaun schützt die beiden Schafe des Ehepaars Schäfer aus Bramstedt.

Bramstedt - Von Frauke Albrecht. Einen Protestbrief hat Bärbel Schäfer aus Bramstedt an den Landkreis Diepholz geschickt. Darin fordert sie die Vermittlung von „Wolfsfreunden, die mir einen entsprechenden Zaun ziehen“ und die Kosten dafür übernehmen. „Das ist ironisch gemeint“, fügt ihr Mann sicherheitshalber hinzu.

Hintergrund dieses Briefs ist ein Schreiben, das der Landkreis vor Kurzem an die Nutztierhalter im Landkreis Diepholz geschickt hat. Überschrift: Wolfproblematik. Darin aufgelistet sind die Herdenschutzmaßnahmen, die Nutztierhalter unternehmen müssen, um im Schadensfall (bei einem Wolfsriss) eine Entschädigung zu bekommen. Details dazu siehe Kasten.

Für Ehepaar Schäfer kommen diese Maßnahmen überhaupt nicht in Betracht. Ihr Standpunkt ist eindeutig: „Der Wolf gehört hier nicht her – und muss weg.“

„Es ist für mich nicht einsichtig, einen Schutzzaun bauen zu müssen, der so erhebliche Kosten verursachen würde, ohne den ich aber im Schadensfall keinen finanziellen Ausgleich erhalte. Deswegen fordere ich Sie auf, zum einen das Ausbreitungsgebiet des Wolfes auf tatsächliche naturbelassene Landschaften einzuschränken und eventuell Schadensfälle ohne Einschränkung finanziell auszugleichen“, schreibt Schäfer. Letzteres sei im Übrigen nicht ironisch gemeint.

Dass der Wolf durch die FFH-Richtlinie der Europäischen Union und durch das Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt ist und das Land Niedersachsen verpflichtet ist, dem Tier Schutz zu gewähren, möchte das Ehepaar nicht akzeptieren. Das Gesetz sei falsch und müsse rückgängig gemacht werden.

Seit mehr als 30 Jahren würden sie die Hofstelle in Bramstedt bewohnen und seitdem Schafe halten. Derzeit sind es zwei, im kommenden Jahr werden es vermutlich drei Tiere sein. „Das ist für uns nicht wirklich ein Hobby. Wir züchten nicht. Die Tiere dienen uns als Rasenmäher“, erklärt Rolf Schäfer.

Die 2000 Quadratmeter große Weide ist zwar umzäunt, aber eben nicht wolfssicher. Es gibt einen Offenstall. Die Tiere können raus und rein nach Belieben. „Und das soll auch so bleiben. Das sind sie gewöhnt“, stellen Schäfers klar. Einen weiteren Schutz werde es nicht geben, auch auf die Gefahr hin, dass der Wolf die Tiere reißt. Schäfer sieht sich körperlich nicht in der Lage, den Zaun selbst zu errichten. Das bedeutet, dass er diese Arbeiten an eine Firma abgeben müsste. Das Paar scheut den Aufwand und die Kosten.

Wie hoch diese ausfallen würden, wenn sie die komplette Weide einzäunen, haben sie allerdings noch nicht errechnen lassen. „Für uns lohnt sich diese Investition nicht“, sagt Schäfer. Er ist überzeugt: „Die Konsequenz daraus wird sein, dass viele Hobbylandwirte ihre Tiere abschaffen.“

Zur Richtlinie Wolf:

Nutztierhalter, die einen wolfsabweisenden Grundschutz vorweisen können, haben nach Aussage des Landkreises Diepholz Anspruch auf Entschädigung. Wie dieser Grundschutz auszusehen hat, listet der Landkreis detailliert in einem Schreiben auf.

Nachfolgend einige Auszüge:

Ein vollständig geschlossener elektrisch geladener Nutzgeflecht- oder Litzenzaun (maximal 20 Zentimeter Abstand zwischen den Litzen und zum Boden) mit einer Höhe von 90 Zentimetern. Alternativ auch Maschendrahtzäune oder Knotengeflechte mit mindestens 120 Zentimetern, die baubedingt nicht von Wölfen durchschlüpft werden können und über einen Untergrabeschutz verfügen. Dieser könne unter anderem darin bestehen, dass der Zaun 30 Zentimeter tief eingegraben werde oder auf der Außenseite in maximal 20 Zentimetern Höhe und in 15 Zentimetern Abstand durch eine stromführende Litze oder einen stromführenden Glattdraht ergänzt wird.

Zusätzliche Maßnahmen würden empfohlen, da ein Wolf in zwei Fällen schon einen wolfsabweisenden Schutz überwunden habe. Damit der Wolf sich nicht dauerhaft auf das Reißen von Nutztieren spezialisiert, ist es unerlässlich, entsprechende wolfsabweisende Maßnahmen zu ergreifen. Als zusätzliche Sicherung empfiehlt sich eine Erhöhung des Grundschutzes auf 120 beziehungsweise besser 140 Zentimeter.

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