Ehepaar Maralik aus Bassum feiert heute Gnadenhochzeit

Vor 70 Jahren in die Arme gelaufen

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Gertrud und Otto Maralik heirateten am Heiligen Abend im Jahr 1945. Jetzt feiern sie Gnadenhochzeit.

Bassum - Von Jan Schmidt. Als sich Gertrud und Otto Maralik vor 70 Jahren das Ja-Wort gaben, hatten sich die beiden gerade erst kennengelernt. Lediglich ein paar romantische Abendspaziergänge dauerte es, bis sich die beiden ihrer Entscheidung bewusst waren: Sie wollten miteinander alt werden. Heute, am Heiligen Abend, feiern die Eheleute aus Bassum ihre Gnadenhochzeit.

„Selbstverständlich gehen wir nachmittags in die Kirche“, betont Gertrud Maralik. Immerhin sei die Geburt Jesu Christi der etwas wichtigere Anlass zum Feiern. Aber mit einem Augenzwinkern fügt sie hinzu: „Am Vormittag kommt bei uns der Bürgermeister zu Besuch.“ Und auch ein Vertreter des Landkreises habe sich angekündigt, ebenso wie ein Repräsentant der katholischen Kirche.

Die Eheleute Maralik sind in der Stadt Bassum bestens vernetzt. Beide waren über viele Jahre in der St.-Ansgar-Gemeinde engagiert und erfreuen sich deshalb großer Beliebtheit. Otto Maralik spielte ehrenamtlich die Kirchenorgel und leitete den Chor. Seine Frau war lange Vorsitzende der Pfarrgemeinderäte. Heute ist sie noch immer Ansprechpartnerin für die Senioren in der Gemeinde. „Außerdem singe ich nach wie vor im Kirchenchor“, berichtet die 88-Jährige stolz.

Otto Maralik, 93 Jahre alt, hatte zur goldenen Hochzeit noch selber den Chor dirigiert. Heute, 20 Jahre später, wird er die Heiligabend-Messe in den Reihen der Zuschauer verfolgen. Körperlich und geistig ist für sein Alter absolut fit. „Manchmal will meine rechte Hand nicht so ganz gehorchen“, sagt er. Und auch auf einen Rollator sei er angewiesen. „Aber das ist schon okay.“

Das Älterwerden akzeptieren die Maraliks mit einer bemerkenswerten Gelassenheit. Beide strahlen viel Lebensmut aus. Lediglich das Geigespielen vermisse er ab und zu, erzählt Otto Maralik. Schon seit frühester Kindheit habe er das Instrument geliebt. In Bassum gründete er das Kammer-Orchester, das mittlerweile der Stadt Syke angegliedert sei. Darüber hinaus musizierte er mit Virtuosen aus dem gesamten Landkreis, darunter die Organisten Johannes Schäfer und Juliane Borchers. „Die Musik hat meinen Mann immer begleitet“, betont Gertrud Maralik. Sie habe ihn dabei gerne unterstützt.

Vielleicht war es Liebe auf den ersten Blick, als sich die beiden Anfang 1945 buchstäblich in die Arme liefen. Otto Maralik, geboren und aufgewachsen in Freistadt, war zu dieser Zeit als Soldat in Bremen stationiert.

Freude über

zwei Enkelkinder

Gertrud, damals 18 Jahre alt, verrichtete im Rote-Kreuz-Krankenhaus einen Küchendienst. Weil sich draußen viele Pfützen gebildet hatten, waren überall Bretter ausgelegt. „Wir sind dann zufällig zur gleichen Zeit auf das gleiche Brett gesprungen. Fast wären wir miteinander umgefallen“, erinnert sich Gertrud Maralik und lacht. Seit diesem Tag gingen die beiden gemeinsame Wege. Nach der Hochzeit zog Otto Maralik in Gertruds Heimatort Bassum. Im Haus ihres Vaters lebt das Ehepaar bis heute. Eine Tochter ging aus der Ehe hervor. „Wir freuen uns über zwei Enkelkinder“, strahlen die Maraliks.

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