Stadt Bassum feiert 50-jähriges Jubiläum 

Tierpark Petermoor ein echtes Juwel

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Das neue Klettergerüst im Tierpark ist besonders bei den Kleinen beliebt.

Bassum - Von Frauke Albrecht. Als Kind ist Bürgermeister Christian Porsch im Winter über den Zaun des Tierparks Petermoor geklettert, um auf dem Teich Schlittschuh zu laufen. Kaum hatte er das gebeichtet, dämmerte ihm, was er damit womöglich anrichtet.

So fügte er schnell hinzu: „Das war damals noch erlaubt, liebe Kinder.“ Ob die ihm überhaupt zugehört hatten, ist allerdings fraglich. Denn zur 50-Jahr-Feier am Sonntag gab es speziell für sie reichlich Aktionen – angefangen beim neuen Klettergerüst über Kinderschminken, Vorlesen, Basteln, bis hin zu einem Zauberer, der auf Wunsch Ballon-Tiere bastelte.

Zuvor aber hatten die Ehrengäste das Wort. Zur Freude der Organisatoren von Stadt und Förderverein kamen mehrere Hundert Besucher zur offiziellen Feierstunde – ein Zeichen der Verbundenheit der Bassumer mit ihrem Tierpark.

Diese Verbundenheit lobte auch Landrat Cord Bockhop. „Ich habe mal kurz überschlagen. Hier stehen mehr als 200 Menschen. Das ist beachtlich“ Den Tierpark nannte er ein Juwel. „Darauf können Sie stolz sein.“ Heutzutage werde viel gefeiert. Dadurch gehe manchmal der Blick für das Besondere verloren. Deshalb freue er sich sehr, dass in Bassum ein „echtes Jubiläum“ gefeiert wird. 50 Jahre Tierpark, 50 Jahre Förderverein.

Ehrengast Cord Bockhop gratuliert Bürgermeister Christian Porsch (l.) und dem Fördervereinsvorsitzenden Dr. Ralf Schuder (r.).

Bockhop überbrachte nicht nur die Glückwünsche der Verwaltung, sondern hatte auch eine kleine finanzielle Unterstützung mit dabei.

Auf die Geschichte des Parks ging Bürgermeister Christian Porsch ein. 1937 schloss die Stadt Bassum mit einer Brauerei aus Hemelingen einen Vertrag: Die Brauer benötigten Eis zur Kühlung. Das Wasser dafür kam aus dem Teich am Petermoor. Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Teich für die Entsorgung von Munition missbraucht. Als er im heißen Sommer 1959 austrocknete, beauftragte die Stadt eine Gruppe Männer mit der Entsorgung der Munition. 1967 entstand dann aus dem Gelände um den Teich der Park auf Initiative des damaligen Stadtdirektors Wilhelm Lülker. „Er war ein ausgesprochener Tierfreund“, so Porsch.

„Anfangs gab es lediglich Enten und ein Schwanenpaar, dem man besser nicht zu nahe kam“, erinnerte sich der Bürgermeister. Dann kamen Meerschweinchen. Auch an die habe er nicht die besten Erinnerungen. „Wenn man sie auf den Schoß nahm, verging einem der Wunsch nach einem eigenen Haustier. Sie rochen etwas streng.“

Welchem Tier der Bürgermeister besonders zugetan war, ließ er am Ende offen.

Geburtstagsfeier im Tierpark Petermoor 

Er war nicht der Einzige, dem Tierpark-Anekdoten aus der Kindheit einfielen. Und so wurde das Gemurmel der Zuhörer mit der Zeit immer lauter – ein Zeichen für den Vorsitzenden des Fördervereins, Dr. Ralf Schuder, nun endlich den offiziellen Rundgang einzuleiten. Zumal die Redebeiträge lautstark von den Sittichen gestört wurden. Die fühlen sich in ihrer neuen Anlage sichtlich wohl und krakelten das lauthals raus. So machten sich die Gäste schließlich im Pulk auf den Weg in den Park.

Die Kinder waren längst vorausgeeilt. Schließlich ist es spannender, einen echten Adler zu sehen, als den Worten der Erwachsenen zu lauschen. Sie ließen sich Geschichten erzählen, durften Kattas und Lamas füttern und den Nachwuchs der Hirsche streicheln. Im Nu hatten sie auch das neue Klettergerüst samt Aussichtsplattform erorbert.

Und wer nicht allen 400 Tieren am Sonntag persönlich die Hand schütteln konnte, kann sich den neuen Bildkalender des Fördervereins kaufen – oder kommt einfach wieder. Da der Eintritt auch weiterhin frei ist, ist ein Besuch jederzeit problemlos möglich. Einzige Bedingung: Gäste sollten die Tür benutzen.

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