Ungebetener Besuch

Drohne über dem Frühstückstisch: Familie aus Albringhausen fühlt sich beobachtet

Drohnen mit Kamera am Himmel
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Drohnen mit Kameras dürfen nicht über privaten Grundstücken filmen, es sei denn, der Hausbesitzer stimmt zu.

Albringhausen – Sonntagmorgen: Thomas Haschke und Silke Schulenberg sitzen gemütlich auf ihrer Terrasse in Albringhausen und genießen die Stille. Plötzlich hören sie ein unbekanntes Geräusch. Es scheint aus dem Nichts zu kommen. Schnell finden die beiden die Quelle heraus: Genau über ihrem Haus steht eine Drohne am Himmel. Haschke ist fassungslos: „Das ist ein Eingriff in unsere Privatsphäre.“

Das Ding sei nicht einfach mal eben in zügiger Geschwindigkeit über das Haus geflogen. „Was ja auch schon sehr befremdlich gewesen wäre.“ Nein, die Drohne stand über dem Haus. „Und wir hatten das Gefühl, von fremden Augen beobachtet zu werden.“

Plötzlich flog das Objekt ein Stück weiter, um dann an anderer Stelle, immer noch über dem Garten der Familie, wieder innezuhalten. „Das Ganze wiederholte sich dann noch ein drittes Mal“, schildert Haschke den Vorfall. Von einem Piloten war weit und breit nichts zu sehen. Auch eine Kennung konnte die Familie nicht ausmachen. Ebenso wenig war ersichtlich, ob eine Kamera angebracht war oder nicht. „Plötzlich flog das Ding weg.“

Sind es Einbrecher, die die Lage sondieren wollen?

Haschke weiß, dass Drohnen mit Wärmebildkameras eingesetzt werden, um Jungtiere in den Feldern aufzuspüren. „Das ist eine tolle Idee, und wir freuen uns über diese Möglichkeit, Rehkitze und andere Jungtiere zu retten. Aber um uns rum sind keine Felder, die gemäht werden müssen. Eine Drohne über dem eigenen Grundstück zu entdecken, in Bereichen, die von außen normalerweise nicht einsehbar sind, von irgendjemanden Unbekannten beobachtet zu werden, das ist ein sehr ungutes Gefühl. Wir sind erschüttert über diesen Eingriff in unsere Privatsphäre.“

Dem Bassumer kam sofort der Gedanke, dass es sich vielleicht um Einbrecher handeln könnte, die vorab das Gelände sondieren. „Vielleicht wollten die gucken, ob es auf unserem Grundstück wertvolle Dinge zu sehen gibt, oder ob die Fenster geöffnet sind oder andere Möglichkeiten bestehen, um sich Zugang zum Haus zu verschaffen. Oder generell schauen, ob wir im Urlaub sind. Vielleicht ist es auch nur ein Spanner?“

Polizei rät: Sofort anrufen!

Haschke meldet den Vorfall einen Tag später der Polizei. Doch die Beamten können im Nachhinein nicht helfen. Thomas Gissing, Pressesprecher der Polizei Diepholz, rät dazu: „Sofort die Polizei anrufen!“ Die Chancen seien dann größer, die Piloten noch anzutreffen. Er könne nicht ausschließen, dass es sich um Einbrecher handelt. „Da die meisten Beschwerden viel später eingehen, können wir das selten nachprüfen.“

Die Gesetzgebung ist indes eindeutig: Drohnen mit Kameras dürfen nicht über Wohngrundstücken eingesetzt werden, sofern der Eigentümer nicht ausdrücklich zustimmt. Allerdings dürfen Drohnen mit einem Startgewicht unter 250 Gramm – der sogenannten „Offenen Kategorie“ – genehmigungsfrei geflogen werden. Maximale Flughöhe: 120 Meter über Grund. Aber es muss Sichtkontakt bestehen.

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