Facharzt Holger Theek in der Oberschule über Drogenkonsum: „Legal, illegal, sch…egal!“

Einstiegsalter ein Riesenproblem

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Erika Stötzel, Katrin Helms und Holger Theek.

Bassum - Von Sabine Nölker. Wie sollen Eltern damit umgehen, wenn sie Drogenkonsum bei ihren Kindern feststellen? Ist Kiffen weniger gefährlich als das Trinken von Alkohol? Jugendliche testen gerne ihre Grenzen aus, auch bei illegalen und legalen Drogen. Doch wo fängt die Illegalität an? Mit solchen Fragen setzt sich Kinder- und Jugendarzt Holger Theek in Bassum seit 14 Jahren auseinander und unterstützt Jugendliche und Eltern.

Am Donnerstagabend sprach Theek auf Einladung der Schulsozialpädagoginnen Erika Stötzel und Katrin Helms an der Bassumer Oberschule zum Thema „Legal, illegal, sch…egal!“. Eine rege Diskussion – auch dank eines anwesenden Polizisten, der täglich mit dem Drogenkonsum Jugendlicher konfrontiert wird – folgte und machte deutlich, dass dieses Thema Eltern sehr bewegt.

Theek erläuterte unter anderem, dass Cannabiskonsum ihn täglich in seiner Praxis beschäftige. „Aber das Thema Alkohol ist für mich ein größeres Problem.“

Menschen, die sagen „Ich habe in meiner Jugend auch gekifft, und das hat mir nicht geschadet“, findet Theek bedenklich. Denn der heutige THC-Gehalt – Tetrahydrocannabiol löst den Rausch aus – liege bei Marihuana durchschnittlich bei 14 Prozent und somit um ein vielfaches höher, als in den 1970er- und 1980er-Jahren. Bei Haschisch liege er sogar zwischen 15 und 25 Prozent.

Theek: „Ein Riesenproblem ist das niedrige Einstiegsalter“. Im Alkoholbereich liege er bei 14,5 Jahren. Doch was ist eigentlich gefährlicher: Alkohol oder Kiffen? Die Antwort des Experten: Durch Alkohol sterben in Deutschland jährlich 42000 Menschen, durchs Kiffen noch keiner. Beides mache zwar süchtig, aber Alkohol auch körperlich abhängig, was bei Cannabis nicht der Fall sei.

„Alkohol müsste eigentlich auf die Liste der illegalen Drogen“, sagt Holger Theek. Während es beim Kiffen in den vergangenen Jahren einen stetigen Anstieg gegeben habe, gehe der Missbrauch von Alkohol dank Aufklärungskampagnen zurück.

„Wir können als Eltern eine ganze Menge tun“, meinte ein Vater im Publikum. „Wir müssen nur genau hinschauen.“ Eine Mutter sieht den zunehmenden Cannabiskonsums darin, dass „viele Familien nicht miteinander sprechen“, sich Probleme bei den Jugendlichen aufbauen, die sie, wie sie meinen, nur mit Drogen in den Griff bekommen.

„Eltern müssen sich wieder mehr trauen, mit ihren Kindern zu sprechen“, rät Holger Theek. Zum schlus noch einige Tipps für Eltern, deren Kind Drogen nimmt: Ruhe bewahren, das Kind ernst nehmen, nachfragen, verstehen – und „Dolmetscher“ hinzuziehen: Arzt, Sozialpädagogen, Lehrer oder Polizei.

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