Aus dem Gericht

Großes Drogen-Sortiment gefunden: 31-jähriger Bassumer wegen Besitzes von Betäubungsmitteln angeklagt

Je 800 Gramm Marihuana und Haschisch wurden neben anderen Drogen bei der Wohnungsdurchsuchung gefunden. Symbolfoto: Nicolas Armer/dpa
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Je 800 Gramm Marihuana und Haschisch wurden neben anderen Drogen bei der Wohnungsdurchsuchung gefunden. Symbolfoto: Nicolas Armer/dpa

Bassum – Eine dreieinhalbjährige Freiheitsstrafe wegen bewaffneten Handeltreibens und Besitzes von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge lautet das Urteil in dem Verdener Landgerichtsprozess gegen einen 31 Jahre alten Angeklagten aus Bassum. Statt ins Gefängnis kommt der Mann in Therapie, denn mit dem Urteil wurde auch seine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt angeordnet.

Bei einer Durchsuchung am 10. März 2020 waren erhebliche Mengen Betäubungsmittel in der Wohnung des Angeklagten sichergestellt worden. Laut Anklage jeweils rund 800 Gramm Marihuana und Haschisch, mindestens 300 Ecstasy-Tabletten, 20 LSD-Pappen, 31 Gramm Pilze und 518 Gramm Amphetamin. Letzteres lagerte im Gefrierfach, was die Haltbarkeit verlängern soll.

Die Drogen dienten dem Eigenbedarf und dem Verkauf. Dass die für einen bewaffneten Drogenhandel geltende Mindeststrafe von fünf Jahren im Urteil unterschritten wurde, hat der von einer Sachverständigen als voll schuldfähig eingestufte Angeklagte seinem frühen und umfassenden Geständnis zu verdanken.

Es wurde eine Strafrahmenverschiebung vorgenommen, weil der Angeklagte schon bei der Polizei umfangreich ausgesagt hatte. Aufgrund seiner Angaben konnten bei einem anderen Beschuldigten in Bremen umfangreich Drogen sichergestellt werden konnten.

Nicht nur inhaltlich wurde das Geständnis berücksichtigt, sondern auch, dass der Angeklagte schon vor Beginn der Durchsuchung den Besitz offenbart hatte. In dem Prozess hatte der 31-Jährige jedoch betont, dass die bei der Durchsuchung gefundene und mit Stahlkugeln geladene Gaspistole seiner Frau gehörte und nur ihrem Schutz dienen sollte.

„Ohne Schwierigkeiten“, hätte sich der Angeklagte der Waffe bedienen können, stellte der Staatsanwalt straferschwerend fest. „Verwendungsfähig geladen“ und in „Zugriffsnähe“ habe sich die Waffe in der Wohnung befunden. Selbst wenn er diese nicht benutzen wollte, sei davon eine „größere Gefährdung“ ausgegangen, hieß es in der Urteilsverkündung.

Erschwerend fiel auch ins Gewicht, dass der Mann kein unbeschriebenes Blatt ist. Zuletzt war er zu einer dreijährigen Gesamtstrafe verurteilt worden. Nach der Haftentlassung habe er „nahtlos“ wieder mit Drogengeschäften begonnen. Mit dem Strafmaß folgte die 10. Große Strafkammer dem Antrag von Staatsanwalt Martin Schanz.

Vier Monate hat der Angeklagte im aktuellen Fall in Untersuchungshaft gesessen. Weil kein Vorwegvollzug festgelegt wurde, bleibt der 31-Jährige bis zum Beginn der Therapie auf freien Fuß.

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