DRK Bassum

Bereitschaft zur Blutspende sinkt

Bestens betreut fühlt sich Michael Majowski von DRK-Mitglied Silvana Oppermann.
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Bestens betreut fühlt sich Michael Majowski von DRK-Mitglied Silvana Oppermann.

Bassum – Zwölf Liegen stehen in der Mensa des Schulzentrums Petermoor. Alle sind belegt. Die Stimmung bei der letzten Blutspende des Jahres in Bassum ist entspannt. Auch wenn sich sein Termin ein wenig verzögert hat, fühlt sich Michael Majowski wohl. „Ich werde bestens betreut“, sagt der Bassumer und lächelt Silvana Oppermann an. Die DRK-Mitarbeiterin hat soeben die Kanüle gelegt, damit Majowskis insgesamt vierte Spende erfolgen kann.

„Ich freue mich, wenn ich mit meinem Blut helfen kann“, sagt er und ergänzt: „Blutspenden ist unabdingbar. Es kann schnell passieren, dass man selbst auf eine Transfusion angewiesen ist.“

Es kommen wenig Erstspender nach

Die beiden Blutspendeteams des Deutschen Roten Kreuzes und die Mitglieder der DRK-Bereitschaft Bassum freuen sich über die Freiwilligen, die den Termin zwischen den Feiertagen nutzen. Die Bilanz am Montag: 126 Spender, darunter sieben Erstspender. Allgemein sei die Zahl der Blutspender in Bassum stets gut, fassen Tobias Diephaus und Martin Robran die Situation zusammen. „Zu einem Termin kommen mehr, zum anderen eben weniger“, sagt Bereitschaftsleiter Diephaus. Über mehrere Jahre gesehen, hat aber auch er beobachtet, dass die Bereitschaft zur Blutspende sinkt. „Das hat nicht unbedingt etwas mit Corona zu tun“, macht Diephaus deutlich. Zwar seien vor der Pandemie noch etwa 30 Prozent mehr Spenden verzeichnet worden, doch auf lange Sicht nehme die Personenzahl ab. Einen Grund sehen die DRK-Mitglieder in der Altersstruktur der Spender: Männer und Frauen, die über Jahre regelmäßig gespendet haben, scheiden altersbedingt aus und es kommen weniger Erstspender nach. „Zum Glück zählen wir bei jedem Termin immer noch Erstspender“, freut sich Diep-haus. „Mehr geht natürlich immer“, lädt Robran als stellvertretender Bereitschaftsleiter alle Interessierten zur Blutspende ein.

Arzt klärt im Gespräch, ob man spenden darf

Mit Blick auf Unsicherheiten und Ängste beruhigt Robran: „Man ist hier optimal versorgt. Es könnte gar nicht besser sein.“ Und damit man weiß, worauf man sich einlässt, erklärt das DRK-Mitglied, wie die Spende abläuft. „Beim Arztgespräch wird herausgefunden, ob man überhaupt in der Lage ist zu spenden“, so Robran. Sind alle Formalitäten geklärt, geht es auf die Liege – und es erfolgt die eigentliche Spende.

Dort kümmern sich die Mitglieder des Blutspendedienstes um die Männer und Frauen. „Alle sind geschult und haben ein Gespür für die Menschen. Da ist schnell klar, wo man noch etwas beruhigen muss“, betont Robran.

Lunchpakete für danach

In der Vergangenheit sei es nur in seltenen Fällen zu einem Zwischenfall wie etwa Kreislaufproblemen gekommen, erinnern sich Diephaus und Robran. „Die Ehrenamtlichen erkennen schnell, wenn ein Eingreifen erforderlich ist“, sagt Diephaus. Deshalb hätten sie auch nach der Blutabnahme, die gut 15 Minuten dauert, noch einen Blick auf die Spender.

In Corona-Zeiten entfällt allerdings das Büfett im Anschluss an die Blutspende. Stattdessen gibt es Lunchpakete mit Sandwiches, etwas Obst und Süßigkeiten sowie Wasser zur Stärkung. Überhaupt hat die Pandemie die Blutspende verändert. Im Vorfeld werden online Zeitfenster vergeben – am Montag gab es pro Viertelstunde zwölf Termine. „Zum Glück haben wir zwei Blutspendeteams hier“, sagt Bereitschaftsleiter Diephaus. Unterstützt wurden sie von acht Mitgliedern des Bassumer DRK.

Das Ehrenamt hat sich verändert: Das sagen Martin Robran (l.) und Tobias Diephaus von der DRK Bereitschaft.

„Wir haben unsere Arbeit auf ein Minimum heruntergefahren“, sagt Diephaus und bedauert, dass man so eingeengt sei. „Ich habe sonst 600 Stunden ehrenamtliche Arbeit im Jahr geleistet. In diesem Jahr waren es nur noch 200 Stunden“, berechnet er. Zahlreiche Veranstaltungen, bei denen das DRK vor Ort ist, sind erneut ausgefallen. Durch die verminderte Präsenz gebe es auch weniger Zulauf beim DRK und Unterstützung im Ehrenamt. Die zehn Aktiven in der Bassumer Bereitschaft würden sich deshalb über Nachwuchs freuen. „Wir sind aber stets einsatzbereit“, betont Martin Robran, dass bislang alle Alarmierungen zur Unterstützung des Rettungsdienstes angenommen wurden. „Das ist in der heutigen Zeit eine gute Leistung“, findet Robran.

Nächster Termin ist der 11. Januar

„Beim nächsten Termin im Frühjahr können wir in größeren Dimensionen planen“, verrät Diephaus. Dann stehe neben der Mensa der angeschlossene Bereich im Schulzentrum ebenfalls für die Blutspende zur Verfügung. Vorher gibt es in den Bassumer Ortschaften ebenfalls die Möglichkeit zur Blutspende: am Dienstag, 11. Januar, in Nordwohlde, am Donnerstag, 20. Januar, in Neubruchhausen und am Freitag, 4. Februar, in Bramstedt.

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