Dreiste Diebe auf dem Friedhof

Mit Blumen vom Grab zum Kaffeekranz

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Diebe klauen auf dem Friedhof in Bassum immer wieder frische Blumen von Gräbern.

Bassum - Von Frauke Albrecht. Wie schäbig muss jemand veranlagt sein, der Blumen vom Friedhof klaut? Diese Frage hat sich eine Bassumerin in der Vergangenheit wiederholt stellen müssen. Denn bereits mehrmals wurde das Grab ihres verstorbenen Mannes regelrecht abgeräumt. „Das ist so verletzend“, sagt sie.

Erst kürzlich habe sie ein Blumenherz auf dem Grab abgelegt. „Daraus hat jemand alle weißen Rosen gerupft“, erzählt sie. „Mein jüngster Sohn hatte für seinen Vater einen Tulpenstrauß gebracht. Und auch der war nicht mehr da. Mein Sohn hat bitterlich geweint. Das ist einfach niederträchtig“, erzürnt sich die Bassumerin.

Sie ist wütend, aber sie fühlt sich auch hilflos. „Es ist schon schwer genug, mit dem Verlust eines geliebten Menschen fertig zu werden. Die Grabpflege ist das Einzige, was einen hält. Das sollte uns nicht genommen werden. Das verletzt unsere ganze Familie.“

Dass derartige Fälle leider immer wieder vorkommen und einige Diebe richtig dreist vorgehen, das weiß auch Petra Haase von der Bassumer Friedhofsverwaltung. Nicht nur frische Schnittblumen, auch Gestecke oder gar Kränze kommen weg. Erst kürzlich sei ein Mann dabei beobachtet worden, wie er einen Kranz von einem Grab genommen habe. „Und das war kein Angehöriger“, sagt Haase.

In einem anderen Fall habe eine Frau Schnittblumen vom Grab gestohlen. „Und sie ist damit zu einem Kaffeekränzchen marschiert.“

Leider würden die Täter nur ganz selten auf frischer Tat ertappt. Die Friedhofsgärtner halten die Augen offen und auch die Polizei fahre ab und zu mal am Friedhof vorbei. Doch die Beamten seien machtlos. Sie können dort schließlich nicht Streife laufen.

Haase rät allen Friedhofsbesuchern, aufmerksam zu sein. „Die meisten Angehörigen kennen auch die benachbarten Gräber und wissen in der Regel, wer dazu gehört und wer nicht.“

Wer fremde Personen beobachtet, wie sie frischen Blumenschmuck abräumen, könnte die Betreffenden ansprechen oder die Friedhofsgärtner informieren, wenn diese vor Ort sind.

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