Drei weitere Tiere verletzt / Wolfsberater nimmt DNA-Proben

Schaf in Ringmar gerissen

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Lars Pump fotografiert den Kadaver und nimmt DNA-Proben von den Biss-Spuren. Mit im Bild Ortsvorsteher Andre Bartels (l.) und Schafhalter Heino Schnieder (r.).

Ringmar - Von Frauke Albrecht. In Ringmar wurde ein Schaf gerissen. Drei weitere Tiere, die auf der Weide standen, sind verletzt. Besitzer Heino Schnieder und Ortsvorsteher Andre Bartels riefen den zuständigen Wolfsberater Lars Pump aus Syke an. Der fotografierte den Kadaver und nahm Proben. Ob ein Wolf dafür verantwortlich ist, lässt sich noch nicht mit Sicherheit sagen. Allerdings liegt der Verdacht nahe.

Das wäre der erste Wolfsriss in Bassum. Typisch für einen Wolf sei der Kehlbiss. Dieser sei gut zu erkennen. Weitere Bissspuren fand Pump am Hinterteil. Eine Keule fehlte komplett.

Einen endgültigen Beweis dafür, ob sich ein Wolf an dem Tier satt gefressen habe, ergeben aber erst die DNA-Proben. „Ich werde sie gleich morgen wegschicken“, versprach Pump den aufgeregten Anwohnern. Wie lange sie auf die Ergebnisse warten müssen, konnte er jedoch nicht sagen.

Die Nachricht vom toten Schaf verbreitete sich am Mittwochnachmittag wie ein Lauffeuer in Ringmar. Die Anwohner sind verunsichert.

Für Schnieder ist die Sache klar: „Das war ein Wolf.“ In Beckeln – Luftlinie keine vier Kilometer entfernt – wurde erst kürzlich ein gerissenes Dammwildkalb entdeckt. Vermutet wird ein Wolf als Täter.

Schnieder hat auch dort eine Herde mit etwa 20 Tieren stehen. Nach dem Vorfall sei er täglich zweimal zu seinen Schafen gefahren. „Abends habe ich das Radio angestellt und morgens ausgemacht. Bisher hat es geholfen.“

In Ringmar kam diese Praxis für ihn aber nicht in Betracht. Die Weide liegt direkt hinter dem Haus seines Nachbarn. Einen Wolfszaun gibt es dort nicht. Das Gelände wird mit einem ganz normalen Stacheldrahtzaun umfriedet.

„Kommt der Wolf wieder?“ Diese Frage treibt nicht nur den Schafbesitzer um, sondern auch die Nachbarn. „Möglich“, sagt Pump. Es gab Fälle, da sei ein Tier wiedergekommen, in vielen anderen Fällen nicht. Ein Schutzzaun mache auf jeden Fall Sinn. Er versprach, Schnieder noch Informationsmaterial an die Hand zu geben. Der Schafhalter sieht das allerdings skeptisch. „Das Land zahlt ja nur einen Zuschuss. Die Zäune sind teuer.“ Da höre er doch lieber auf mit dem Hobby.

„Man mag ja die Kinder gar nicht mehr draußen spielen lassen“, sorgt sich Ringmars Ortsvorsteher Andre Bartels, der ebenfalls in der Nachbarschaft wohnt. „Wenn es nach mir gehen würde, sollte man kurzen Prozess machen; zum Abschuss freigeben“, sagt Bartels.

„Bisher ist noch nie ein Mensch von einem Wolf attackiert worden“, erklärte der Wolfsberater. Aber natürlich könne er darauf keine Garantie geben.

Ob die verletzten Tiere eingeschläfert werden müssen, wollte Schnieder am Abend noch von einem Tierarzt untersuchen lassen.

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