Lebenshilfe-Wohnheim feiert sein 30-jähriges Bestehen

Drei Jahrzehnte gelebte Inklusion in Bassum

Zahlreiche Gäste hatten sich am Sonnabend beim Geburtstags-Fest des Lebenshilfe-Wohnheims in Bassum eingefunden. Kleines Bild: Der ehemalige Leiter Bernhard Sauer (v.l.) und die Bewohner Sven, Sabine, Lars und Andreas gaben einen Rückblick auf 30 Jahre Wohnheimgeschichte: - Fotos: usm

Bassum - Von Ute Schiermeyer. „Wir sagen Danke!“ – Unter diesem Motto stand das Geburtstagsfest zum 30-jährigen Bestehen des Wohnheims der Lebenshilfe in Bassum. Beatrix Leese, Leiterin des Wohnheims für geistig und körperlich behinderte Erwachsene, begrüßte 250 Gäste im Festzelt im Garten an der Gutenbergstraße.

Im Namen aller Bewohner und Mitarbeiter wolle man sich bei allen Freunden und Unterstützern bedanken, sagte Leese. Der Dank richte sich an die Nachbarn, die Partner und an Firmen und Ärzte in Bassum, mit denen die Lebenshilfe eng zusammen arbeite. „Danke dafür, dass wir hier sein dürfen. Und danke dafür, dass unsere Bewohner in Bassum integriert sind und hier weitestgehend selbstständig leben dürfen“, sagte sie.

Vor 30 Jahren zogen die ersten Bewohner in das Haus der Lebenshilfe an der Gutenbergstraße in Bassum, das damals noch von den Delmewerkstätten betrieben wurde. Insgesamt leben heute 44 Menschen mit Behinderung in fünf Wohngruppen im Wohnheim und weitere sechs in der Außenwohngruppe an der Bahnhofsstraße. Leese, die erst seit anderthalb Jahren das Wohnheim leitet, sprach von der freundlichen Atmosphäre, der Offenheit und der Herzlichkeit, die unter den Bewohnern herrsche.

Carsten Thäsler, Bereichsleiter Erwachsene der Lebenshilfe Syke, schilderte: „16 der ersten Bewohner, die in dieses Haus gezogen sind, wohnen heute immer noch hier. Das zeigt, dass das 1986 gebaute Haus ein Zuhause geworden ist.“ Die stellvertretende Bürgermeisterin Bärbel Ehrich gratulierte im Namen der Stadt und freute sich über drei Jahrzehnte gelebte Inklusion in Bassum.

In weiteren Ansprachen vieler Gratulanten wurde ein Abriss über die Geschichte des Wohnheims gegeben. Der erste Vorsitzende des Vereins Lebenshilfe, Dr. Detlef Kayser, und Ute Mestwerdt vom Angehörigen-Beirat waren vom ersten Tag an dabei. Sie schilderten aus ihrer Sicht als Eltern persönliche Erfahrungen der letzten Jahrzehnte.

Dr. Kayser freute sich, wie sehr sich das Bewusstsein der Bevölkerung gegenüber Menschen mit Behinderungen verändert habe und wie gut Bewohner des Wohnheims in der Stadtgemeinde Bassum und speziell in der direkten Nachbarschaft integriert seien. Ute Mestwerdt wusste noch, wie schwer es für sie als Mutter war, das erwachsene Kind los- und in das Wohnheim einziehen zu lassen. Aber sie erzählte auch, wie schön es war zu sehen, dass sich ihre Tochter Elisabeth vom ersten Tag an wohl fühlte und dass sie dort sehr viel selbstständiger wurde.

Mit großem Applaus begrüßten die Bewohner und Gästeden ehemaligen Leiter Bernhard Sauer. Er hatte seine Jubiläumsrede mit Hilfe von Bewohnern vorbereitet. Alles, was er umschweifend in lange Sätze packte, wurde von Sabine, Lars, Sven und Andreas in einfachen Sätzen zusammengefasst und anhand von kleinen Transparenten verdeutlicht. Dafür bekamen die Vier Applaus von allen Seiten.

An die Festreden und das Kaffeetrinken schloss sich der Höhepunkt des Nachmittags an: Die Bewohner hatten in ihren Wohngruppen ein umfangreiches Bühnenprogramm vorbereitet. Locker moderiert zeigten sie die Highlights der vergangenen 30 Jahre auf. Dabei traten die unterschiedlichen Interessen der Wohngruppen hervor. Eine reiselustige Wohngruppe führte den Schlager „Ich war noch niemals in New York“ vor. Die Seniorengruppe präsentierte einen selbstgedichteten Rap, die Außenwohngruppe sang das bekannte Lied „Das bisschen Haushalt“. Außerdem präsentierten sie anhand von Collagen die vielen Feiern und auch Umbauten des Wohnheims.

Am Abend kamen die Tanzwütigen dann auf ihre Kosten. Ein DJ sorgte für passende Musik und begeisterte die Gäste mit Zaubertricks.

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