Dorothee Schwahn referiert im Themencafe: Entwicklung im ersten Lebensjahr

„Man kann sein Kind gar nicht genug verwöhnen“

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Dorothee Schwahn (M.) gab Müttern Tipps.

Bassum - Von Heiner Büntemeyer. In den ersten zwölf Monaten ihres Lebens vollbringen Kleinkinder eine „Mordsleistung“. Was Kinder in diesem Alter können sollten und was nicht, stellte die Leiterin der „Frühen Hilfen“ in der Lebenshilfe Syke, Dorothee Schwahn, beim Themencafe des Familienzentrums vor.

Eingeladen dazu hatte die Leiterin Elsbeth Ruholl. Sie freute, dass einige Mütter auch ihre Kinder zu dem Vortrag mitgebracht hatten. Schließlich ging es um das Thema „Die Entwicklung des Kindes im ersten Lebensjahr“.

Zahlreiche Broschüren und Ratgeber würden die Eltern durch die erste Zeit begleiten. Das sei hilfreich, aber sie könnten Eltern auch verunsichern. Die Entwicklung des Kleinkindes verlaufe nicht nach Tabellen, sondern sehr individuell.

Allerdings könnten die allgemeinen Entwicklungsstufen zum Vergleich herangezogen werden, um zu erkennen, ob und wo sich möglicherweise eine Verzögerung zeigt.

„Aber grundsätzlich ist es egal, ob das Kind eine Leistung mit zwölf oder mit 18 Monaten erreicht“, so die Diplom-Pädagogin. Nur wenn sich eine zu große Verzögerung andeute, dann sollte man einfach „mal genauer hinsehen“.

Sie hatte in einer Handreichung für die Eltern vierteljährliche „Grenzsteine“ der kindlichen Entwicklung in den Bereichen „Körpermotorik“, „Handmotorik“, „Spielverhalten“, Spracherwerb“ und „Sozialverhalten“ markiert, warnte aber davor, sich verunsichern zu lassen, wenn das eigene Kind in der vorgegebenen Zeit nicht jeden „Grenzstein“ erreicht.

„Die Entwicklung läuft selten lehrbuchmäßig ab“, beruhigte sie die Eltern. Es gebe Kinder, die sich „ganz kurios“ entwickeln und trotzdem normal groß werden. Eltern sollten die Kinder bei ihren Entwicklungsschritten einfach nur unterstützen.

Es sei unglaublich wichtig, dass das Kind immer wieder spüre, dass es willkommen ist, dass es nichts zu befürchten habe, und dass seine Eltern es lieb haben. „Im ersten Lebensjahr kann man ein Kind gar nicht genug verwöhnen“, so Dorothee Schwahn. Die enge Bindung an die Eltern sei ganz wichtig. Das daraus resultierende „Fremdeln“ sei eine ganz natürliche Reaktion und zeige ein sicheres Unterscheiden zwischen bekannten und fremden Personen. Das Kind zeige zunächst lediglich, dass es soziale Kontakte empfindet, die es fortführen und später auch verändern kann.

Eltern sollten sich für ihr Baby Zeit nehmen, Wickeln und Babypflege könnten spielerisch erfolgen, das schaffe Möglichkeiten der Kommunikation und verstärke die Bindung. Dabei lerne das Kind auch, in den Gesichtern der Eltern zu lesen.

Schließlich sollten Eltern das Spielen ihres Kindes begleiten und beobachten, wie es sein Spielzeug mit allen Sinnen erfasst, wie es zunächst mit eigenen Lauten spielt und daraus allmählich Doppelsilben bildet. Es sei gar nicht erforderlich, das Kind mit Spielzeug zu überhäufen. Das Kind erfinde sein eigenes Spiel, wichtig sei nur, dass es in einem gesicherten Umfeld spielt, in dem es sich nicht verletzen kann.

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