Höhenforschung

Helium-Ballon der Lukas-Schule fliegt Richtung Weltall

Schüler befüllen einen Helium-Luftballon.
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Starterlaubnis: Der Luftraum über der Lukas-Schule wurde für das Startfenster gesperrt.

Der Helium-Ballon eines Schülerprojekts der 8. Klasse an der Bassumer Lukas-Schule startete erfolgreich am Mittwoch.

Bassum – „Das sieht so geil aus!“, freut sich Milena Ahrlich über den geglückten Start. Die Achtklässlerin an der Lukas-Schule in Bassum gehört zum Team Medienbegleitung eines Forschungsprojekts der Schule – einem Helium-Ballon mit wissenschaftlichen Instrumenten.

Zum ersten Mal in der Geschichte der Bassumer Schule schickten die Schüler am Mittwoch ein Objekt in bis zu 30 Kilometern Höhe. „Das gab es hier noch nie“, sagt Ahrlich. Die Startzeit muss dabei exakt eingehalten werden. Nur zwischen 9.25 und 9.35 Uhr dürfen die Lukas-Schüler ihr Fluggerät starten lassen. Sondergenehmigung vom Bundesluftfahrtamt, berichtet Ahrlich. Der Beharrlichkeit von Projektlehrerin Kathrin Kühn sei die Starterlaubnis überhaupt zu verdanken.

Während das Media-Team über das Experiment aufklärt, bereiten andere Schüler unter Aufsicht von Lehrkräften behutsam mit Baumwollhandschuhen den Start vor. Das letzte Bisschen der 2 000 Liter Helium müssen noch in den Ballon. Die dünne Hülle des mehr als 1 000 Euro teuren Experiments  darf nicht beschädigt werden. Material, Experimente und Flugversicherung trägt die Schule. Zuletzt wird noch die Luftöffnung mit Kabelbindern dreifach verschlossen und mit Panzerband verbunden, berichtet Levi Güdner. Der Achtklässler ist ebenfalls im Medienteam.

Die Schüler des Jahrgangs acht sind für das Vorhaben in vier Gruppen eingeteilt. Werbung und Öffentlichkeit, Technik, Video und Experimente.

Der Steigflug des Ballons soll geschätzt zwei bis drei Stunden dauern bis zum Erreichen der maximalen Flughöhe. Dann wird der Außenluftdruck so gering sein, dass sich das Helium im Ballon so weit ausdehnt, bis die Hülle reißt, so Ahrlich.

Im schlimmsten Fall landet der Ballon in 200 Kilometern Entfernung.

Levi Güdner, Lukas-Schüler der 8. Klasse

Ein Fallschirm in einem orangefarbenen Beutel hängt an dem Ballon. Er soll das Fluggerät anschließend kontrolliert zu Boden bringen. „Im schlimmsten Fall landet der Ballon in 200 Kilometern Entfernung“, sagt Güdner. „Wir rechnen aber, dass er in Osterholz-Scharmbeck runterkommt.“

Ein weiteres Team kümmert sich dann um das Einsammeln des Experiments. Das Wetter ist ein wichtiger Faktor bei dieser Unternehmung.

Ein Experiment – der Luftballon im Luftballon – musste am Boden bleiben. Damit wollten die Schüler herausfinden, bei welcher Temperatur und in welcher Höhe Salzwasser gefriert. Dann die Meldung: zu schwer.

Mit maximal 800 Gramm Startgewicht kann der Helium-Ballon nicht alle geplanten wissenschaftlichen Experimente mittragen. Für die „Sonde“ reicht es jedoch. Das ist eine weiße Styropor-Box, die unterschiedliche technische Geräte beinhaltet. Diese messen unter anderem Höhe, Temperatur und den Luftdruck. Außerdem sind eine Kamera sowie zwei GPS-Tracker (Geräte zur Bestimmung der exakten Positionsdaten) an Bord.

9.34 Uhr: Noch eine Minute bis sich das Startfenster schließt. Allerletzte Handgriffe. Die Zeit drängt. Dann heißt es endlich: Leine Los. Der Helium-Ballon steigt auf, von Bassum Richtung Weltall.

Der Weltraum, unendliche Weiten

Die Atmosphäre der Erde ist in mehrere Höhenschichten unterteilt. Dabei gilt die Fastformel: Je höher, desto dünner wird die Luft und umso kälter ist es. Niedersachsens Höchster Berg (Wurmberg) misst 971 Meter. Die Zugspitze mit 2962 Metern über Normalnull ist der höchste Punkt in Deutschland. Verkehrsflugzeuge fliegen in rund zehn Kilometern Höhe, Kampfjets der Bundeswehr erreichen schon mehr als 15 Kilometer. Der Helium-Ballon der Lukas-Schule in Bassum erreichte rund 30 Kilometer Höhe. Die Internationale Raumstation kreist in rund 400 Kilometern um die Erde. 

Eine Sonde (weißer Kasten) und ein Fallschirm (orangefarbener Beutel) hängen am Helium-Ballon.

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