Ortshandwerker vermissen eine Stele an der Handwerkstraße

Die Brezel in Bassum ist schon wieder weg

Übler Scherz oder purer Vandalismus? Susanne Meyer, Herbert Schorling und Lars-Tino Bobek (v.l.) auf die verwaiste Stele der Bäckerinnung. Wer hat die goldfarbene Brezel
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Übler Scherz oder purer Vandalismus? Susanne Meyer, Herbert Schorling und Lars-Tino Bobek (v.l.) auf die verwaiste Stele der Bäckerinnung. Wer hat die goldfarbene Brezel

Bassum – Hat sich hier jemand einen üblen Scherz erlaubt oder war es purer Vandalismus? Die goldfarbene Brezel an der Bassumer Handwerkstraße ist erneut verschwunden. Traurig blicken Susanne Meyer, Herbert Schorling und Lars-Tino Bobek auf die verwaiste Stele der Bäckerinnung. Wo einst die Brezel in der Sonne glänzte, ragen nur noch zwei leere Eisenbolzen in den Himmel.

Bereits im November 2016 war die Brezel abgesägt und entwendet worden, tauchte dann ganz mysteriös wieder auf.

Ortshandwerkmeister Lars-Tino Bobek und sein Vorgänger Herbert Schorling haben eine leise Hoffnung, dass die Brezel auch dieses Mal zurückkommt. „Damals ist die Brezel ein paar Tage später hier wieder abgelegt worden“, berichtet Herbert Schorling. Für ihn, der 2013 die Idee zu den Stelen an der Handwerkstraße hatte, ist die Brezel das Schmuckstück unter den 13 Stelen. Erst vergangene Woche fiel ihm auf, dass sie nicht mehr an ihrem Ort war. Laut Susanne Meyer, Geschäftsführerin der Bäckerei Meyer, ist sie aber schon seit mehreren Wochen verschwunden. „Ich glaube nicht, dass sie dieses Mal wieder auftaucht“, gibt sie sich wenig hoffnungsvoll.

„Vielleicht wurde die Brezel ja irgendwo gesehen. Wir würden uns sehr freuen, wenn sie zurückkäme“, meint Schorling und ergänzt, dass die Brezel außer dem ideellen keinen wirklichen Wert habe. „Sie kann gern anonym wieder abgegeben, beispielsweise vor unsere Tür gelegt werden“, schlägt Susanne Meyer vor.

„Als die Brezel 2016 entwendet wurde, bin ich sogar zur Polizei gegangen, um den Diebstahl dort zu melden. Ich glaube, die diensthabende Polizistin dachte damals, dass ich sie bloß veräppeln will“, erinnert sich Herbert Schorling.

Das mag daran gelegen haben, dass die Tat zu sehr an die Entführung des Leibniz-Kekses in Hannover erinnerte. Dort wurde 2013 am Stammhaus der Firma Bahlsen ein vergoldeter Keks entwendet. Der Entführer, der seinen Erpresserbrief mit „Krümelmonster“ unterschrieb, verlangte damals vom Kekshersteller, ein Kinderkrankenhaus in Hannover mit Leibniz-Keksen zu versorgen und die ausgesetzte Belohnung von 1 000 Euro zur Auffindung des Kekses an ein Tierheim zu spenden. Nachdem Bahlsen auf die Forderungen eingegangen war, wurde der Keks anonym zurückgegeben.

Wohin auch immer die Brezel verschwunden ist, es wäre schön, wenn sie wieder auftauchte und die Handwerkstraße in Bassum wieder komplett wäre.

Herbert Schorling ging 2016 nicht nur zur Polizei, sondern auch zur Zeitung. Nachdem der Verlust der Brezel veröffentlicht war, tauchte sie wenig später wieder auf. Dass es sich auch dieses Mal um eine „Entführung“ handeln könnte, denkt Lars-Tino Bobek nicht, er vermutet eher durch Übermut entstandenen Vandalismus hinter der Tat. „Zwischenzeitlich wurde die Brezel auch schon mal blau angesprüht“, erinnert sich Susanne Meyer. Blau? Sollte hier vielleicht doch das Krümelmonster am Werk gewesen sein?

Wohin auch immer die Brezel verschwunden ist, es wäre schön, wenn sie wieder auftauchte und die Handwerkstraße in Bassum wieder komplett wäre, finden die drei Handwerksvertreter.

Die Stelen wurden mit viel Eigeninitiative und ehrenamtlicher Arbeit hergestellt und sind echte Hingucker. „Ich sehe oft Leute, die sich die Stelen und die dazugehörigen Schilder angucken,“ weiß Susanne Meyer, die unweit der Handwerkstraße wohnt.

Von Ute Schiermeyer

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