Der 22-Jährige hat die „DSDS“-Jury vom Hocker gerappt

Amir ist Bassums "Deutschflowkanacke"

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Amir in seinem eigenen Studio.

Von Mara Schumacher. Was hat Bassum, was andere Kleinstädte vermutlich nicht haben? Richtig – zwei potentielle Superstars. Igor Barbosa hat schon am vergangenen Samstag der Jury von „Deutschland sucht den Superstar“ erfolgreich gezeigt, dass er ein verdammt guter Sänger ist. Bassum beherbergt allerdings auch noch einen verdammt guten Rapper, der sich bei DSDS ebenfalls bewiesen hat: Amir Ibrahimi.

Der 22-Jährige wohnt mit seiner Familie in der Lindenstadt, wo er seit zwei Jahren eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann macht. Die Musik und das Rappen begleitet ihn schon seit acht Jahren. Das nötige Talent hat er und vor allem den Ehrgeiz, ganz viel Energie und Zeit ins Rappen zu stecken.

Amir ist mit Herzblut dabei, wenn er neue Songs textet und sie in seinem eigenen Tonstudio im Keller des Wohnhauses einsingt. Er ist sich sicher: „Der Erfolg wird kommen.“ „DSDS“ könnte dabei eine Sprungschanze sein, obwohl sich Amir dort eigentlich nur aus Spaß beworben hat, als er den Casting-Aufruf der Show auf Facebook gesehen hat. Doch dann ging alles ganz schnell: Die Bewerbung inklusive des eingereichten Songs kam so gut an, dass der 22-Jährige ein paar Tage später Rückmeldung bekam und direkt nach Köln in die nächste Runde eingeladen wurde. Das Casting in Bremen, was normalerweise vorher gemeistert werden muss, hat er somit übersprungen. Bevor der 22-Jährige vor Dieter Bohlen & Co. treten durfte, musste er ein Vorcasting in Köln absolvieren. Als Amir dort ankam, traf er ein bekanntes Gesicht: „Igor, was machst du denn hier?“ Der DSDS-Kandidat Igor Barbosa aus Bassum, den Amir schon aus Schulzeiten kennt, saß im Warteraum. Die beiden wussten nicht, dass sich der jeweils andere bei DSDS beworben hat. Igor wurde bereits per Direkt-Ticket in den Recall nach Jamaica geschickt und gilt schon jetzt als großer Favorit.

Das Casting, was bei RTL noch ausgestrahlt wird, hat Amir ebenfalls überstanden – obwohl er ausgerechnet an dem Tag mit hohem Fieber zu kämpfen hatte. „Dieter Bohlen ist total ehrlich und sympathisch“, findet der Rapper. Er hat die Jury mit seinem eigenen Song „Touch the Sky“ vom Hocker gerissen und den Recall-Zettel in die Hand gedrückt bekommen. Wann das Casting ausgestrahlt wird, weiß der Musiker selbst noch nicht: „Eine Woche vor der Sendung sollen wir eine Nachricht bekommen, bis jetzt kam nichts. Aber wir sitzen trotzdem immer mit der ganzen Familie und Freunden vor dem Fernseher und warten gespannt, ob mein Auftritt gesendet wird.“ Amirs Chef steht voll hinter seinem Azubi und gibt ihm frei, wenn Termine für DSDS anstehen. Seine Ausbildung will der 22-Jährige auf jeden Fall zu Ende machen – ganz egal, was kommt.

Auf die Frage, was Amir mit den 100.000 Euro machen würde, die er im Falle des Sieges bekommt, antwortet er bescheiden: “Ich würde mir keinen Sportwagen kaufen, sondern in mein Studio investieren, es hier und da noch etwas ausbauen und den Rest des Geldes würde ich anlegen.“ Auch zu der Tatsache, dass die meisten „DSDS“-Gewinner der vergangenen Staffeln irgendwann in der Versenkung verschollen sind, findet der Bassumer bodenständige Worte: „Ich habe wahrscheinlich mehr davon, wenn ich Zweiter oder Dritter werden würde. Der Hype um die Erstplatzierten ist meistens nach einem Jahr wieder vorbei.“ Falls es mit dem Sieg nicht klappt, gönnt er es Igor, der viel mehr Freund als Konkurrent ist: „Ein guter Junge.“

Ein potentieller Superstar mit ganz viel Bodenhaftung: Amir ist 1999 mit seiner Familie aus dem Kosovokrieg nach Deutschland geflüchtet, da war er gerade mal fünf Jahre alt. „Die Erinnerungen, die ich aus dieser Zeit habe, sind einfach nur schrecklich. Aber die Integration hat geklappt, ich bin sehr glücklich hier“. Amir nimmt persönliche Erlebnisse als Inspiration für seine Musik: „Ich versetze mich immer in eine bestimmte Situation und überlege, was ich denken und machen würde.“ Seine Songs werden auch ohne TV-Bekanntheit auf Youtube tausendfach geklickt und in den örtlichen Diskotheken gespielt. Der Rapper ist glücklich darüber: „Wenn es den Leuten gefällt und sie meine Musik feiern – Mann, was Besseres gibt es gar nicht!

Amirs Künstlername ist „DFK“, was für „Deutschflowkanacke“ steht. Warum der Name? „Ich bin crazy, ich komme nicht aus Deutschland, bin aber trotzdem deutsch und ich habe den Flow.“ Nun heißt es erst mal Daumendrücken: Als nächstes muss Amir den Quickpick überstehen, ein Casting nach dem Casting, das nicht öffentlich gemacht wird und bei dem entschieden wird, welche 32 Kandidaten nach Jamaika fliegen.

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