Designer Marco Klopsch lebt und arbeitet seit fünf Jahren in Nordwohlde / „Holz ist mein liebstes Material“

Möbel mit Seele von Hand gefertigt

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Auch Kleinmöbel hat Klopsch im Angebot.

Nordwohlde - Von Frauke Albrecht. Marco Klopsch fertigt „Möbel mit Seele“, wie er sagt. Und daran können sich Besucher seiner Werkstatt in Nordwohlde kaum satt sehen. Und mehr noch, kaum satt fühlen. Denn die fertigen Möbel aus verschiedenen Holzarten schreien förmlich danach, angefasst zu werden. Sie sprechen die Sinne an.

„Holz ist einer der wunderbarsten Werkstoffe, es ist mein liebstes Material“, lächelt Klopsch wissend. Fast zärtlich blickt er auf sein aktuelles Stück: einen Waschtisch aus Nussbaum. „Das Rohmaterial gibt die Form vor“, sagt der Designer. Seine Finger gleiten über das glatt polierte Holz. Der Waschtisch hat noch die natürliche Form des Stammes. Klopsch hat sogar den kleinen Spalt belassen. Dieser gehört zur Einzigartigkeit des Stücks dazu.

Dem Tisch könne weder Zeit noch Wasser etwas anhaben, verspricht der Designer. „Das ist etwas anderes als die Möbel von der Stange“, sagt er dann selbstbewusst. „Das hier ist nachhaltig. Individuell. Handarbeit. Daran können Sie sich jeden Tag erfreuen.“ Und nicht mal teuer, bedenkt man die vielen Arbeitsstunden. Das fertige Möbelstück wird am Ende etwa 700 bis 800 Euro kosten.

Es ist eine Auftragsarbeit. „Das Spannende ist, dass ich eine virtuelle Dienstleistung anbiete“, sagt Klopsch. Vor dem Bau fertigt er lediglich eine Zeichnung. Mit der Hand. Von Computerprogrammen hält er nicht viel. Die Zeichnung muss dem Auftraggeber reichen. „Es ist eine Art Vertrauensvorschuss, den man mir gewährt.“

„Obstgehölze haben

so viel zu bieten“

Bevor er sich ans Werk macht, führt Klopsch ausführliche Gespräche mit seinen Kunden. Dabei geht es nicht nur um die Frage, was sie sich wünschen, sondern auch, wie der Raum aussieht, in dem die Möbel stehen. „Entscheidend ist, wie etwas wirkt“, sagt Klopsch.

Er hat seine „Sprache“ gefunden. „Ich empfinde nie Langeweile. Gestalterisch ist es immer eine Herausforderung.“ Der 47-Jährige liebt das Spiel mit den Formen. Für ihn ist es wichtig, dass Möbel nicht nur funktional, sondern zugleich ästhetisch sind. Der gestalterische Aspekt darf nicht zu kurz kommen.

Mit zehn Jahren hat Marco Klopsch begonnen, Möbel zu restaurieren. „Ich wollte Tischler oder Schneider werden“, erinnert er sich. Beides habe ihm Spaß gemacht. Er entschied sich für ein Praktikum in einer Tischlerei und fand es „super“. Dennoch machte er nach dem Abitur keine Ausbildung, sondern begann ein Studium: Modedesign. „Ein unheimlich stressiger Beruf mit hohem Zeitdruck.“ Das habe ihn abgeschreckt.

Eine Zeit arbeitete er als Bühnenbildner für Modenschauen, dann studierte er Kulturwissenschaften und Romanistik. Schließlich besann er sich auf seinen Jugendtraum – und begann die Tischlerausbildung. „Ich konnte schon viel. Mir fehlte aber die handwerkliche Routine.“

Er habe von Anfang an den Anspruch gehabt, Designmöbel und Objektkunst herzustellen, statt Fenster einzusetzen oder Messebauten zu übernehmen. Schon damals änderte sich das Berufsbild des Tischlers. Deshalb machte er sich nach der Lehre selbstständig.

Die ersten Jahre seien hart gewesen. In einer primitiven Werkstatt in Magelsen hat Klopsch angefangen. „Im Winter habe ich erbärmlich gefroren.“ Familie und Freunde unterstützten ihn. „Ich habe viel für Ausstellungen produziert, vor allem, um Kontakte zu knüpfen“, erzählt er und nennt unter anderem Bremen, Hamburg und Düsseldorf. Das zahlte sich aus. Die ersten Folgeaufträge kamen.

Mittlerweile kann er von seiner Arbeit leben, wobei er einräumt, dass es immer wieder Durststrecken gebe.

Vor fünf Jahren zog die Familie nach Nordwohlde. Marco Klopsch ist verheiratet und hat zwei Kinder. Im Haus an der Dorfstraße erfüllt er sich den Traum vom Leben und Arbeiten unter einem Dach.

„Ich würde mir wünschen, dass sich mehr Menschen trauen, mich anzusprechen“, sagt er.

Übrigens ist er auch an Stammholz interessiert. Wer einen umgestürzten oder alten Baum in seinem Garten hat, der weg soll, kann sich bei ihm melden. In seiner Werkstatt stehen die unterschiedlichsten Holzstämme. „Vor allem Obstgehölze sind wunderbar, sie haben so viel zu bieten“, schwärmt er von deren Farbe und Ausstrahlung. Auch Walnuss sei ein schöner Werkstoff. Einzig Buche findet Klopsch langweilig.

www.marco-klopsch.de

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