Sorgen sich die Jungen und Mädchen in den Bassumer Kitas um das Fest?

„Der Weihnachtsmann findet seinen Weg“

Kann der Weihnachtsmann trotz Corona kommen und muss er sich auch impfen lassen? Die meisten Kinder machen sich darüber keine Sorgen.
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Kann der Weihnachtsmann trotz Corona kommen und muss er sich auch impfen lassen? Die meisten Kinder machen sich darüber keine Sorgen.

Bassum – Der fünfjährige Tommaso aus Italien hat sich gefragt, wie der Weihnachtsmann in diesem Jahr wohl seine Geschenke verteilt, wenn überall Reiseverbote herrschen. Er schreibt an den italienischen Regierungschef. Und in Großbritannien wendet sich ein Achtjähriger, der sich ähnliche Sorgen macht, an Premierminister Boris Johnson: „Wenn wir Handdesinfektionsmittel bei den Keksen lassen, kann er dann kommen?“

Beschäftigen die Kinder in Bassum ähnliche Gedanken? Manuela Reidenbach vom Kindergarten Rentei hat von ihren Schützlingen zumindest bisher noch keine solcher Fragen gestellt bekommen. „Im Gegenteil, die Kinder freuen sich unglaublich auf das Weihnachtsfest und können es kaum erwarten, dass es soweit ist.“

Und der Kindergarten zelebriert diese besondere Zeit mit ihnen, in dem die Erzieherinnen jeden Tag mit ihnen passende Geschichten lesen oder ein Türchen im Adventskalender öffnen. „Ich glaube, diese Zeit eignet sich auch sehr gut dafür, das Corona-Thema mal ein bisschen nach hinten zu stellen – ohne natürlich die Abstands- und Hygieneregeln zu vernachlässigen.“

Franz Holsten, Leiter am Kindergarten Kinderreich, erzählt, ein Kind habe sich darüber Gedanken gemacht, dass aktuell nicht so viele Menschen in einem Haus sein dürfen. Es habe gefragt: „Aber wenn die nicht ins Haus dürfen, heißt das dann, dass der Weihnachtsmann auch nicht ins Haus darf?“ Das sei aber die einzige Frage gewesen – von insgesamt 180 Jungen und Mädchen. „Man kann sagen, dass es kein Thema ist.“

Wie antwortet man auf so eine Frage? Darüber haben sich die Kollegen und er beraten. „Die Antwort der Erzieherin war, dass der Weihnachtsmann schon Wege finden wird.“

Diese Antwort finden Holsten und seine Kollegen auch ganz schlüssig. Der Weihnachtsmann sei eine besondere Figur. „Der fährt Schlitten und kommt durch den Schornstein“, sagt Holsten und lacht „Der Weihnachtsmann findet immer seinen Weg.“

Und eigentlich sieht man den Mann mit weißem Rauschebart und rotem Mantel ja auch nicht. „Im Kaufhaus sieht man mal einen, aber die Kinder wissen, dass sie nicht den echten sehen“, sagt er und lacht.

Er findet es erhellend, dass das Thema Corona Kinder nicht aus der Bahn werfe und sie sich nicht solche Gedanken wie Erwachsene machen. Weihnachtsstimmung sei jedenfalls da. „Wir haben einen großen Tannenbaum in der Halle stehen.“ Die Kinder schauen sich in Gruppen Weihnachtsfilme an und backen Kekse.

Dass ein Kind gefragt hat, ob der Weihnachtsmann nicht kommen könne, kann Erzieherin Isabell-Marie Fehlauer von der evangelischen Kindertagesstätte Arche Noah in Nordwohlde nicht bestätigen. „Wir haben viel Josef und Maria thematisiert.“ Die Kinder hätten daher eher Fragen zum Jesuskind gestellt. „Coronabezogene Fragen gibt es gar nicht.“

In diesem Jahr durfte allerdings der Nikolaus nicht zu Besuch kommen. In Nordwohlde hat er die Kinder auf einem Trecker besucht (wir berichteten). „Unsere Leitung hat sich dann als Engel verkleidet und den Brief vom Nikolaus bei sich im Kleiderschrank gefunden und den Kindern gesagt, dass sie aushelfen muss, weil der Nikolaus erkältet ist.“ Die Jungen und Mädchen hätten dann für sich entschieden, dass der Nikolaus nicht kommen könne, weil er sich bestimmt bei der Treckerfahrt erkältet habe, erzählt Fehlauer. Das sei ganz niedlich gewesen, sagt sie.

In ihrer Gruppe seien die 22 Jungen und Mädchen ganz unbeschwert. Das Christkind oder der Weihnachtsmann komme trotz allem. „Wir haben schon ganz fleißig Sterne und Tannenbäume gebastelt und Kekse gebacken.“ Weiter sagt sie: „Unser Raum glitzert und leuchtet.“

Andrea Hahn, Leiterin der städtischen Kindertagesstätte Bramstedt berichtet: „Eine Mutter hatte mir erzählt, dass das Kind zuhause schon gefragt hat: Wenn der Weihnachtsmann nicht raus darf, kommt er denn trotzdem? Ich denke, das beschäftigt die Kinder schon, aber eher im häuslichen Bereich.“

Die Leiterin sagt weiter: „Wir zelebrieren die Adventszeit.“ Die Kinder hätten Geschenke für ihre Eltern gemacht, Plätzchen gebacken, und es stehen Weihnachtsbäume in der Einrichtung. Adventskränze sowie Adventskalender dürfen ebenfalls nicht fehlen. „Es ist das volle Programm.“

Von Julia Kreykenbohm Und Lara Terrasi

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