Der Mülleimer, neu gedacht

Schülerinnen entwickeln Abfallbehälter speziell für Fahrradfahrer

Müll entsorgen hat selten so viel Spaß gemacht. Die Schülerinnen Sandra Bormann (v.l.), Merle Bonner, Delarah Hillen und Kea-Marie Högemann präsentieren ihren Fahrradwurfmülleimer. Tatkräftige Unterstützung bei Planung und Umsetzung gab’s von KMH-Marketingleiter Markus Vroom.
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Müll entsorgen hat selten so viel Spaß gemacht. Die Schülerinnen Sandra Bormann (v.l.), Merle Bonner, Delarah Hillen und Kea-Marie Högemann präsentieren ihren Fahrradwurfmülleimer. Tatkräftige Unterstützung bei Planung und Umsetzung gab’s von KMH-Marketingleiter Markus Vroom.
  • Luka Spahr
    vonLuka Spahr
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Bassum / Syke – Ein Mülleimer ist vieles. Er ist praktisch, er hält die Umgebung sauber und er sorgt bei Reisenden für freie Hände und leichteres Gepäck. Was ein Mülleimer allerdings selten mit sich bringt, ist Spaß. Doch das ändert sich vermutlich bald – zumindest an den Berufsbildenden Schulen (BBS) in Syke. Vier Schülerinnen haben dort einen Mülleimer speziell für Radfahrer entwickelt, der nicht nur Umweltbewusstsein, sondern auch Treffsicherheit erfordert.

Das große blaue Gefäß auf Stelzen, das an diesem Vormittag auf dem Betriebshof des Metallbau-Unternehmens KMH in Bassum steht, sieht ein bisschen aus, wie ein überdimensioniertes Fernrohr oder ein umgekippter Trinkbecher. In Wahrheit handelt es sich allerdings um ein ausgeklügtes Mülleimer-System, das die Zwölft-Klässlerinnen Merle Bonner, Sandra Bormann, Delarah Hillen und Kea-Marie Högemann im Rahmen des Wettbewerbs „Deutscher Gründerpreis für Schüler“ zusammen mit KMH entwickelt haben.

Die Idee: Um Radfahrern die Müllentsorgung im Vorbeifahren zu erleichtern, ist der Abfallbehälter leicht erhöht und schräg angewinkelt. Zum Entleeren lässt er sich über ein Scharnier nach vorne umkippen.

Dass hinter so einer auf den ersten Blick einfachen Konstruktion doch eine ganze Menge Arbeit steckt, haben die vier Schülerinnen in den vergangenen Monaten am eigenen Leib erfahren.

Auf der Berufsmesse BIB hatten sie sich im Februar auf die Suche nach einem Partner für ihr Projekt gemacht. Die Mission war da schon klar. Spezielle Fahrradwurfmülleimer gab es zwar schon, allerdings eher im Ausland – und mit einigem Verbesserungspotenzial, wie die vier Schülerinnen feststellten.

Mit ihrer Projektidee überzeugten sie schließlich bei KMH. Dann ging es an die Arbeit. „Die mussten alle Sachen durchspielen“, erläutert der Marketingleiter des Bassumer Unternehmens, Markus Vroom. Er war auch der Ansprechpartner und Gegenspieler der vier jungen Frauen. Doch bevor es in Bassum an die Produktion ging, musste erst ein wenig Vorarbeit geleistet werden. Bonner entwickelte eine Website, Hillen übernahm das Marketing, Bormann wurde Vertriebsleiterin und Högemann wurde zur Geschäftsleitung auserkoren – denn: die vier gründeten mit dem Fahrradfreundlichen Unternehmen Deutschland (FUD) eine eigene, fiktive Firma.

Die Zeit im Projekt war dabei eng getaktet, und „durch die Corona-Zeit wurde es noch schwieriger“, so Högemann. Am Ende lief allerdings alles glatt und KMH konnten aus seinem erstmaligen Engagement bei dem Wettbewerb gleich noch einen Vorteil ziehen: Der Mülleimer aus der Feder der vier Schülerinnen wurde als Projekt von zwei Azubis im Betrieb umgesetzt. Eine Win-Win-Situation also – vor allem für die Schülerinnen, die im deutschlandweiten Wettbewerb zwar nur im guten Mittelfeld landeten, an der Schule allerdings für Idee und Umsetzung eine glatte 1 bekamen. Und am Ende gibt es neben dem Metallbauer KMH und der Projekt-Gruppe schließlich noch einen dritten Gewinner: Es sind die Radfahrer an der BBS Syke, die bald einfacher Müll loswerden und dabei sogar noch Spaß haben können.

Von Luka Spahr

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