Mit einer Hainbuche fing alles an

Der Hochzeitswald in Twistringen feiert „Silbernes“

Der Hochzeitswald besteht seit 25 Jahren. Die kleinen Plaketten zeigen in Kombination mit einem Lageplan, wer welchen Baum zu welchem Anlass gepflanzt hat.
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Der Hochzeitswald besteht seit 25 Jahren. Die kleinen Plaketten zeigen in Kombination mit einem Lageplan, wer welchen Baum zu welchem Anlass gepflanzt hat.

Twistringen – Er ist eine kleine Grünoase inmitten der Stadt: Der Twistringer Hochzeitswald. Eine Zeit lang konnten Paare dort anlässlich ihrer Vermählung oder zu Ehejubiläen einen Baum stiften, etwa zur Silberhochzeit. In diesem Jahr hat der Park selbst sein „Silbernes“: Vor 25 Jahren, also 1996, kam der erste Baum in die Erde.

Jochen Kunst, seinerzeit Vorsitzender des Twistringer Heimat- und Bürgervereins, pflanzte diesen ersten Baum. Eine Hainbuche. Nach und nach gesellten sich Zieräpfel, Linden, ein Trompetenbaum, eine Wildbirne und viele weitere Sorten auf den ehemaligen Weidenflächen hinzu. Das vom Heimatverein in Absprache mit der Stadt initiierte Projekt an der Brunnenstraße wuchs wortwörtlich.

Ein Baum braucht seine Zeit, um sich zu verwurzeln, und ähnlich war es auch mit dem Hochzeitswald. „Das lief erst schleppend an“, erinnert sich Alfred Meyer, der aktuell dem Heimat- und Bürgerverein vorsitzt. Der Verein steuerte daher zu jedem Baum ein bisschen was dazu, sodass Paare nur noch 50 DM pro gestiftetem Baum zahlen mussten. Baum-Verlosungen der Werbegemeinschaft GUT taten ihr Übriges. „Irgendwann ging es dann doch ganz schnell“, erzählt Meyer.

Rund 80 Bäume zieren den Hochzeitswald heute. „Wir haben irgendwann bewusst gesagt: Wir hören auf zu pflanzen. Die Bäume würden sich sonst gegenseitig im Weg stehen“, schildert der Vorsitzende.

Alfred Meyer, Vorsitzender des Heimat- und Bürgervereins, am Eingangsschild des Hochzeitswaldes.

Wer welchen Baum gestiftet hat, stand urprünglich auf Steinen an den Bäumen. Später folgten Schilder an Metallspießen. Beides erwies sich als nicht ganz so ideal – sie störten unter anderem beim Rasenmähen. Heute hängen kleine Metallplaketten mit Nummern an den Bäumen. Inmitten des Parks zeigt ein Lageplan mit den Nummern, um was für ein Sorte Baum es sich handelt und wer ihn zu welchem Anlass pflanzte.

Wie geht es weiter?

Um den Hochzeitswald zu einem Ort für alle Generationen zu beleben, entwarfen der Seniorenbeirat und die Stadt Twistringen gemeinsam mit Katja Purnhagen und dem Heimat- und Bürgerverein 2019 einen Plan für einen Mehrgenerationenplatz mit Geräten für Senioren und Kinder. „Dieser wurde jedoch von den Anliegern des Parks nicht mitgetragen. Trotz Zustimmung in den Gremien und vorhandener Haushaltsmittel wurde das Projekt deshalb und aufgrund der aufkommenden Corona-Pandemie bisher nicht umgesetzt“, heißt es in einer Beschlussvorlage der Stadtverwaltung für die nächste Sitzung des Stadtrates am Donnerstag. Da geht es nämlich unter anderem um das Projekt „Grüne Lunge“ der Klimafachgruppe Twistringen. Im Zuge dessen ist vorgesehen, im Hochzeitswald das Thema Leben und Gesundheit in den Fokus zu rücken. Ziel ist es laut Schilderungen der Verwaltung, den Hochzeitswald zu einem Ort der Begegnung und Kommunikation, Bewegung und Gesundheit zu entwickeln – gemeinsam mit Anwohnern und unter Berücksichtigung klimafreundlicher Materialien. Einzelne, in das Konzept passende Elemente des ursprünglichen Entwurfs für einen Mehrgenerationenpark sollen in die Planungen einfließen. Angedacht sind Bewegungselemente, Anregungen für gesundheitsfördernde Bewegungsübungen und alte Hüpfspiele ebenso wie Bänke, die zum Ausruhen oder zum Austausch einladen.

Manchmal verschwinden die Nummern. Vandalismus. „Vor einigen Wochen waren wieder zwei Mitglieder des Heimat- und Bürgervereins, Martin Lütjen und Hans Tegge, los, um fehlende Markierungen zu ersetzen, sagt Alfred Meyer. Der Verein behält den Hochzeitswald im Blick und kann auf Unterstützung von Stadt und Bauhof zählen, die sich auch ums Rasenmähen und Co. kümmern.

Im Hochzeitswald gab es Konzerte und andere Veranstaltungen. Wöchentlich wird dort geheigelt, und viele Spaziergänger schätzen die Natur. Zum Hinsetzen und Innehalten laden Bänke ein, die Peter Lux und Bernhard Buschmann vor zwei Jahren neu gestrichen haben. Auch Vögeln und Insekten bietet der kleine Wald Lebensraum – passend zu den aktuellen Plänen, ihn in das Klimaprojekt „Grüne Lunge“ zu integrieren (siehe auch Infokasten). Die Reise geht also weiter. In diesem Sinne: Alles gute zum 25., lieber Hochzeitswald!

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