„Denen helfen, die in ein Loch gefallen sind“

Verein „Ein Tropfen Hoffnung“ freut sich über Mitglieder und Spenden

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Annegret Tollkötter (von links), Illustrator Uwe Liesmann und Hedda Berlin zeigen den Kalender, durch dessen Verkauf sie die Spende für den Verein „Ein Tropfen Hoffnung“ erwirtschaftet haben. Die Summe nimmt André Bartels entgegen.

Bassum - Von Julia Kreykenbohm. Was ihn überrascht hat, ist der Argwohn mit dem manche Menschen seinem Projekt begegnet sind, die Anfeindungen, die teils bissigen Kommentare à la: „Der will sich doch nur selbst bereichern.“ Für einige Leute scheint es unvorstellbar, dass es Menschen gibt, die etwas für andere tun – ohne sich davon Profit zu versprechen.

André Bartels, zuckt mit den Schultern. Er lässt sich von solchen Bemerkungen nicht beirren, denn er brennt nach wie vor für sein Projekt, dem gemeinnützingen Verein „Ein Tropfen Hoffnung“, eine private Stiftung zur Förderung von Kindern mit Beeinträchtigungen und ihren Familien (wir berichteten).

Seit rund vier Monaten gibt es den Verein jetzt offiziell, die erste Sitzung ist gerade abgehalten worden. Er zählt sieben Mitglieder und konnte bisher 2 000 Euro von Spendern aus Bassum und Twistringen entgegennehmen. Gestern gab es nochmal 1 810 Euro dazu. Es ist der Erlös aus der Spielzeugkiste und dem Verkauf der Rollmopskalender aus dem Beste-Zeiten-Verlag, die Hedda Berlin gespendet hat und von Papier und Tinte verkauft wurden. „Wir fördern damit jedes Jahr eine karitative Organisation“, so Berlin. Annegret Tollkötter, Geschäftsführerin von Papier und Tinte, rundete die Summe noch auf.

Familien unterstützen um Wohnungen umzubauen

Bartels freut sich sehr über diese Unterstützung. Auf der Vereinsversammlung haben er und die übrigen Mitglieder beschlossen, die Spenden erstmal zu sammeln und im Mai zu überlegen, wer damit unterstützt werden soll – auch wenn Bartels sie viel lieber jetzt schon benutzt hätte, um Menschen zu helfen, die es in seinen Augen nötig haben.

„Ich hatte drei Familien im Auge und habe sie gefragt, wie man ihnen am besten unter die Arme greifen kann.“ Ziel seines Vereins ist es, Familien dabei zu unterstützen, ihre Wohnungen so umzubauen, dass ihr Kind so lange wie möglich bei ihnen leben kann. Doch die Familien haben sein Angebot mit der Begründung abgelehnt, es gebe Menschen, die hilfsbedürftiger seien. „Damit habe ich nicht gerechnet“, gibt Bartels zu. Vermutlich spiele auch die Scham eine große Rolle dabei.

Eigentlich lautet die Idee auch, dass bedürftige Familien sich bei dem Verein melden. „Dann wird ihre Anfrage diskutiert und schon könnten sie finanzielle Unterstützung bekommen, ganz einfach und ohne Bürokratie, die es manchmal bei Krankenkassen gibt“, sagt Bartels. Da könne es schon ein immenser Aufwand sein, einen Rollstuhl genehmigt zu bekommen. „Wir möchten die Lücke zwischen Betroffenen und Behörden schließen.“

Weitere Mitglieder gesucht

Doch bisher kamen nur zwei Anfragen – aus Stuttgart und München. Denen musste Bartels eine Absage erteilen, denn „wir wenden uns an Familien aus Bassum und Twistringen“, sagt Bartels. So können die Spender sicher sein, dass ihr Geld an Menschen geht, die sie vielleicht morgens beim Einkaufen treffen. „Wir möchten ein Zeichen setzen und die Solidarität stärken“, so Bartels.

Er hat selber ein krankes Kind zu Hause und weiß, was es bedeutet, viel Zeit bei Ärzten und in Kliniken zu verbringen. „Ich habe viel Tod und Leid gesehen, Menschen, die völlig am Ende waren. Da hatte ich zum ersten Mal den Gedanken: ,Wenn du mal Geld zur Verfügung hast, hilfst du’. Es gibt Leute, die stehen diese Zeit durch, andere fallen in ein Loch. Wir wollen vor allem denen helfen, die in das Loch gefallen sind.“

Was Bartels sich für 2018 wünscht, wären weitere Mitglieder. „Wir haben keinen festen Beitrag, jeder gibt, was er möchte.“ Noch hätten diese keine weiteren Aufgaben, aber das könne sich ändern, wenn der Verein wächst, ein eigenes Büro bezieht und größere Projekte anpackt. „Aber das ist noch weit weg“, sagt Bartels.

Auch über Spenden freut sich der Verein, für die die Geber eine Bescheinigung erhalten. Die Summe von Berlin und Tollkötter ist für Bartels eine Motivation, weil sie zeigt, dass es neben den Kritikern auch Menschen gibt, die an das Gute von seinem Projekt glauben. Nähere Informationen über den Verein gibt es im Internet.

www.hoffnungstropfen.de

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