Jugendhaus Fönix richtet Fotowettbewerb für alle interessierten Jugendlichen aus

Den Corona-Frust einfach wegknipsen

Egal ob mit Smartphone oder Kamera: Die Jury des Jugendhauses Fönix freut sich auf kreative Bilder.
+
Egal ob mit Smartphone oder Kamera: Die Jury des Jugendhauses Fönix freut sich auf kreative Bilder.

Bassum – Wer Spaß am Fotografieren hat und zwischen zehn und 24 Jahre alt ist, der sollte seine Kamera oder sein Smartphone schon mal bereithalten. Denn das Bassumer Jugendhaus Fönix lädt alle Nachwuchsfotografen aus dem gesamten Landkreis zu einem Wettbewerb ein, bei dem die Jugendlichen tolle Preise gewinnen können.

„Kreativ trotz Corona“ ist das Motto – und beschreibt genau das, worum es Marcus Libbertz und seinem Kollegen Andreas Storn geht. „Bei den Bildern geht es uns nicht um brillante Technik und aufwändiges Equipment, sondern eben um die Kreativität des Fotografen und welche Gedanken er sich dazu gemacht hat“, schildert Libbertz.

Der Wettbewerb beinhaltet drei Kategorien: dein Lieblingsort, Gegenstand und Natur. Zu jedem Bereich darf maximal ein Bild eingesandt werden – oder eben drei Bilder zu einem Thema. Einen Monat haben die Teilnehmer dafür Zeit. „Wer mag, kann auch einen Text zu seinen Bildern verfassen. Vielleicht, was ihm durch den Kopf geht, wenn er dieses Bild betrachtet oder wie er sich gerade fühlt“, erläutert Storn.

Eine Jury wird dann über die Platzierungen entscheiden. Für das beste Foto winken 150, für den zweiten Platz 100 und für den dritten Platz 50 Euro. Für die Plätze vier bis zehn gibt es einen Foto-Workshop und für den zehnten bis zwanzigsten Platz ist ein gemeinsames Pizza-Essen geplant – sobald Corona es wieder erlaubt. „Aber darum geht es uns ja auch“, so Libbertz. „Etwas zu organisieren, damit die Jugendlichen rausgehen, aktiv sind – und auf das sie sich freuen können.“ Die besten 20 Bilder werden im Fönix, auf der Homepage und auf Instagramm ausgestellt.

Die Botschaft, die Libbertz und Storn mit diesem Wettbewerb an die Jugendlichen senden wollen ist: „Wir lassen euch nicht allein. Wir sind für euch da.“ Diese bekomme besonders vor einem drohenden, zweiten harten Lockdown Gewicht, der auch das Jugendhaus zwingen würde, seine Pforten wieder zu schließen. Storn und Libbertz haben bereits auf die neuen Umstände reagiert und bieten ihren Schützlingen an, über Whatsapp und Instagramm Kontakt aufzunehmen. „Wir haben uns die Erlaubnis dazu eingeholt und schreiben auch nie die Jugendlichen an“, betont Libbertz. Bisher wird dieses Angebot teilweise genutzt und die Fragen gleichen sich: „Habt ihr noch auf?“ „Schließt ihr?“

Für viele sei das Jugendhaus neben der Schule der einzige Ort, wo sie sich mit ihren Freunden treffen können. Doch seit auch dort die Maskenpflicht herrscht, kommen weniger. „Die haben da keine Lust drauf“, fasst Storn zusammen.

Hinzu kommt, dass sich nur maximal acht Leute im Fönix aufhalten dürfen. „Dann sind sechs schon da und plötzlich steht eine Vierergruppe vor der Tür und muss warten“, erklärt Libbertz die Misere. „Das läuft dem Konzept zuwider, weil das Jugendhaus von Spontanität lebt, davon, dass wir auch locker mit den Jugendlichen umgehen. Stattdessen sind wir im Moment die Sherrifs, die immer gucken müssen, dass jeder die Maske trägt.“ Denn für die Jugendlichen sei das Virus meist weit weg und „in dem Alter ist man sowieso unsterblich“, so Storn mit einem Schmunzeln.

Doch er und Libbertz werden auch oft als Gesprächspartner in Anspruch genommen. „Vor allem die Mädchen haben großen Gesprächsbedarf“, sagen sie. Und die Jugendlichen kommen nicht nur aus Bassum, sondern auch aus Syke, Twistringen oder Sulingen. Zudem müssen die Jugendpfleger fleißig desinfizieren, Besucher ein- und austragen sowie lüften.

Doch es gibt auch gute Nachrichten. Das neugestaltete Jugendhaus werde sehr gut angenommen „Wir hatten vor dem Lockdown an die 40 Leute am Tag“, schätzt Libbertz. In den ersten Wochen hätten die Jugendpfleger noch ein bisschen aufpassen müssen, dass die jungen Besucher pfleglich mit der neuen Einrichtung umgehen, aber nun habe sich das super eingespielt.

Drei oder vier übernehmen den Thresendienst, führen die Besucherliste, verkaufen Süßigkeiten oder Pizza, kaufen ein, wenn etwas fehlt oder bewahren den Pfand auf, den die Jugendlichen abgeben müssen, wenn sie beispielsweise den Basketball leihen wollen.

Storn und Libbertz zeigen kleine Lampen auf den Fensterbänken des Computerraums, die ein warmes Licht verbreiten. Die hat Storn gemeinsam mit den Jugendlichen gefertigt. „Wir wollen auch noch Tische und Sitzgelegenheiten bauen“, verrät Libbertz. Die Jugendlichen handeln nach dem Motto: „Ihr für euch!“ Also alles, was sie für das Jugendhaus gestalten, können sie am Ende selber nutzen.

Er und Storn sind immer mittendrin und helfen. So haben sie auch gemeinsam mit den Jugendlichen in den vergangenen Wochen und Monaten den Hauptraum gestaltet, dessen gedämpftes Licht eine angenehme Atmosphäre verbreitet. „Das war den Jugendlichen wichtig. Hauptsache chillig.“

Von Julia Kreykenbohm

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Vom Exoten zum Mainstream-Stromer: Der BMW iX3 im Test

Vom Exoten zum Mainstream-Stromer: Der BMW iX3 im Test

Gute Hygiene schützt uns vor Salmonellen

Gute Hygiene schützt uns vor Salmonellen

Marie-Anne Raue: «Weihnachten wird bei mir gegrillt»

Marie-Anne Raue: «Weihnachten wird bei mir gegrillt»

Neymar trifft - RB Leipzig verpasst Coup bei PSG

Neymar trifft - RB Leipzig verpasst Coup bei PSG

Meistgelesene Artikel

Corona-Chaos in Moordeich: KGS-Leiter schickt Schüler ins Szenario B – aber das hätte er nicht dürfen

Corona-Chaos in Moordeich: KGS-Leiter schickt Schüler ins Szenario B – aber das hätte er nicht dürfen

Corona-Chaos in Moordeich: KGS-Leiter schickt Schüler ins Szenario B – aber das hätte er nicht dürfen
Mögliches Tötungsdelikt: Frauenleiche in Hüde gefunden

Mögliches Tötungsdelikt: Frauenleiche in Hüde gefunden

Mögliches Tötungsdelikt: Frauenleiche in Hüde gefunden
Dr. Hussien Salem übernimmt die Hausarztpraxis in Heiligenfelde

Dr. Hussien Salem übernimmt die Hausarztpraxis in Heiligenfelde

Dr. Hussien Salem übernimmt die Hausarztpraxis in Heiligenfelde
Verkauf von Feuerwerkskörpern? Händler aus Weyhe verzichtet auf Böller-Umsatz

Verkauf von Feuerwerkskörpern? Händler aus Weyhe verzichtet auf Böller-Umsatz

Verkauf von Feuerwerkskörpern? Händler aus Weyhe verzichtet auf Böller-Umsatz

Kommentare