AWG-Beitrag zum Moorschutz

„Deefholter Krume“: Blumenerde ohne Torf

+
Vor dem großen Kompost-Berg im Entsorgungszentrum Bassum präsentieren (v.l.) Andreas Nieweler, Joachim Dornbusch und Silvia Bückmann einen Sack „Deefholter Krume“.

Landkreis Diepholz - Von Anke Seidel. Alles im grünen Bereich: Rund 50.000 Bio-Tonnen befüllen die Bürger im Landkreis Diepholz regelmäßig mit Gartenabfällen und biologischen Haushaltsresten – und sammeln so bis zu 60.000 Tonnen Bio-Abfälle pro Jahr. Ein wertvoller Rohstoff, aus dem die AWG (AbfallWirtschaftsGesellschaft) rund 25.000 Tonnen Kompost gewinnt – Basis für ein neues Produkt, bei dem Umweltschutz und Regionalität elementare Kriterien sind: die „Deefolter Krume“, eine torffreie Blumen- und Pflanzenerde.

Gemeinsam haben die Humus-Vermarktungs-GmbH „BassHum“, eine Tochtergesellschaft der AWG, sowie das Erden- und Kompostwerk Meiners aus Borstel diese Pflanzenerde entwickelt. Holzfasern aus der heimischen Forstwirtschaft und kompostierte Rinde ersetzen darin den Torf. „Wir wollen mithelfen, den Torfabbau zu reduzieren“, beschreibt AWG-Geschäftsführer Andreas Nieweler den Beitrag zum Moorschutz.

„Die Holzfasern für unsere neue Erde erhalten wir aus Sägewerken in der Region“, blickt „BassHum“-Leiter Joachim Dornbusch auf die Palettenwerke in Bassum und Graue. Die Zutaten für die „Deefolter Krume“ liefert die AWG-Tochter nach Borstel zum Erdenwerk Meiners. Dort entsteht daraus die neue Blumen- und Pflanzenerde, die in 40-Liter-Säcken zum Verkauf angeboten wird – im Augenblick auf den AWG-Wertstoffhöfen in Bassum, Weyhe, Diepholz-Aschen und Sulingen.

Ausweitung nicht ausgeschlossen

Ausweitung nicht ausgeschlossen: „Zusammen mit anderen kommunalen Entsorgern sowie Erden- und Kompostwerken haben wir einen Förderantrag bei der Metropolregion Nordwest gestellt“, sagt Nieweler. Mit diesen Partnern in Aurich, den Landkreisen Vechta, Osnabrück und Osterholz-Scharmbeck sowie dem Nabu (Naturschutzbund), dem BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz) sowie dem Europäischen Fachzentrum Moor und Klima soll das Konzept der torffreien Blumen- und Pflanzenerde in der gesamten Metropolregion verankert werden. Beantragte Fördersumme für die breite Markteinführung: 150.000 Euro.

Bildlich gesprochen ist die „Deefholter Krume“ zurzeit aber noch ein junges Pflänzchen, denn nur zwei Prozent der gesamten Kompostproduktion im Entsorgungszentrum fließen in diese Heimaterde. „Etwa 30 Prozent gehen in die Landwirtschaft und rund 40 Prozent in das Erdenwerk Augustin in Goldenstedt“, erklärt Andreas Nieweler. Den Rest nutzen demnach Bauunternehmen und kommunale Bauhöfe genauso wie Bürger, die den „BassHum“-Kompost in 40-Liter-Säcken kaufen können.

„Das ist reiner Dünger“, betont der AWG-Geschäftsführer die Notwendigkeit, diesen Kompost vor Gebrauch mit anderer Erde zu mischen. Die „Deefolter Krume“ dagegen ist sofort gebrauchsfertig.

„Rindenhumus und Bio-Holzfasern verbessern die Luftkapazität und Wasserleitung in der Erde, während abgesiebter Grünschnittkompost die Nährstoffversorgung optimiert“, heißt es im Info-Faltblatt, „die Pflanzen werden aus dem Kompost und einem besonderen Stickstoffdünger ausreichend mit Nährstoffen versorgt“.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Spanien: Polizei vermutet organisierte Terror-Zelle

Spanien: Polizei vermutet organisierte Terror-Zelle

Sommerfest der SPD in Verden 

Sommerfest der SPD in Verden 

Einweihung des Feuerwehrhauses Leeste

Einweihung des Feuerwehrhauses Leeste

Zeremonie für Friedens-Buddha in Bremen

Zeremonie für Friedens-Buddha in Bremen

Meistgelesene Artikel

Gerätehaus in Leeste feierlich übergeben

Gerätehaus in Leeste feierlich übergeben

Ein Stück Kirchweyher Hofgeschichte verschwindet

Ein Stück Kirchweyher Hofgeschichte verschwindet

Wetterexperte zum Ballon-Fahrer-Festival: „Wind ist unser Hauptfeind“

Wetterexperte zum Ballon-Fahrer-Festival: „Wind ist unser Hauptfeind“

Zwei Männer überfallen Tankstelle mit Messer

Zwei Männer überfallen Tankstelle mit Messer

Kommentare