Auf der Kultur-Bühne Bassum

Klaus Irmscher gibt ehrlichen Einblick in die Gesellschaft

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Klaus Irmscher überzeugte mit geistreichen und niveauvollen Texten.

Bassum - Von Angelika Kratz. „Davon kann ich ein Lied singen“, behauptet Klaus Irmscher in seinem neuesten Programm durchaus berechtigt. Das kam am Freitagabend in mehrfacher Deutung auf die Kultur-Bühne Bassum. Einerseits hatte der Sänger und Songschreiber aus Mölln die Ehre, das definitiv letzte Konzert des Bassumer Kulturforums zu bestreiten.

Zum anderen bot Klaus Irmscher mit niveauvollen und geistreichen Texten einen breiten und ehrlichen Einblick in unsere heutige Gesellschaft und auch in sein eigenes, durch Krankheit geprägtes Leben.

Zum „Schwanengesang“ nach sechs erfolgreichen Veranstaltungsjahren fand sich indes nur eine relativ kleine Trauergemeinde in der Kultur-Bühne der Bassumer Schule ein. Bürgermeister Christian Porsch begrüßte die Gäste und wünschte „Viel Spaß“ für die kommenden unterhaltsamen Stunden mit Klaus Irmscher, die vom Berufsmusiker, Schauspieler und Wortakrobaten aller Dialekte gleich mit einer Zugfahrt und der damit oft nervenden Kommunikation dank zahlreicher Handys gestartet wurde.

Mal eben entspannt eine Zeitung zu lesen, ginge hinsichtlich der vielschichtigen Unterhaltensweisen der Mitreisenden nicht so einfach. Zur richtigen Zeit im richtigen Abteil zu sitzen, ist eben ein Abenteuer und ein Glücksfall, den Klaus Irmscher mit seinem wachen Blick auf die mitmenschlichen Schwächen und Höhen in vertonte Kommentare verwandelte. „Davon kann ich ein Lied singen“, folgte die nächsten Strophe Richtung Auto und dem nicht immer geliebten Navi und seiner eigenen Version, am Ziel angekommen zu sein.

Zwischen unterschiedlichen Sprachen unterwegs

Zwischen plattdeutsch, sächsisch oder schwäbisch wandelte Klaus Irmscher traumwandlerisch sicher in seinen Balladen und huldigte der See, dem Wind und den Sonnenstrahlen. Till Eulenspiegel lebte mit neuen Geschichten auf, denn schließlich gäbe es auch in heutigen Zeiten genügend „bullshit in the air“.

„Ich bin so heiß auf deinen Kuß“, war als Liebesbezeugung an eine Lady der Alterstufe 60plus gerichtet. „Na und“, behauptete Klaus Irmscher voller Selbstbewusstsein, denn auch er hat das Rentneralter wohlverdient erreicht. Da kann ein Liedermacher sich durchaus mit uralten Heimatliedern befassen und einem „Horch was kommt von draußen rein“ neue Sichtweisen verleihen.

Der Freiheitsvogel wurde zum Fliegen aufgefordert, mit der Hoffnung für die vielen Flüchtlinge in einem neuen Land endlich frei leben zu dürfen. Im besten Rap-Hip-hop-Stil ging es auf zum Timmendorfer Strand und mit „Denglisch“ schließlich gen England.

Leidenschaft zur Musik

Angefangen habe seine Leidenschaft zur Musik bei den Pfadfindern, verriet Klaus Irmscher am Rande. Mit dem gesparten Geburtstagsgeld wurde die erste eigene Gitarre als Jugendlicher gekauft. Viele „Gedankenpflänzchen“ habe er über die Jahrzehnte in eine fruchtbare Erde gesetzt, und die Haken und Ösen mit so manchem dicken Paket des Lebens zum Ausdruck gebracht. 

„Ich freu mich was trotzdem geht“, gestand Irmscher hinsichtlich der eigenen gesundheitlichen Probleme, wechselte zwischen Bandoline und Gitarre bis hin zum allerletzten Heimweglied, der Zugabe. „Ich konnte nicht anders, als ein Lied darüber zu schreiben“, beobachtet der Sänger aus Mölln mit offenen Augen seine Mitmenschen durchaus kritisch, aber nie mit erhobenem Zeigefinger.

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