Die Vereine in Sichtweite

David Beider (CDU) will Bassumer Dorf-Strukturen erhalten

David Beider (24) vor dem CDU-Schild an der Partei-Geschäftsstelle in Bassum.
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Die CDU-Geschäftsstelle in Bassum ist für David Beider auch Arbeitsplatz. Als Jüngster auf der Liste der CDU kandidiert der 24-Jährige für den Bassumer Stadtrat.

Der 24-jährige CDU-Kandidat tritt erstmals für den Stadtrat an. Politische Erfahrung hat er an der Uni sammeln können. Wichtig ist ihm, dass die Ortschaften in Bassum dörflich bleiben.

Bassum – Neben seiner eigenen Kandidatur hat David Beider gerade alle Hände voll zu tun. Jetzt, wo der Wahlkampf in die heiße Phase geht, ist sein Teilzeit-Job in der Kreisgeschäftsstelle der Diepholzer CDU in Bassum mehr als ein Teilzeitjob.

An der Syker Straße, gegenüber vom Tierpark und dem Schützenverein von 1848, liegen Materialien für den gesamten Landkreis parat. Zwischendurch schaut etwa Stefan Meyer, Kreisverbandsvorsitzender aus Sulingen, herein, um sich Kugelschreiber und Faltblätter abzuholen. Als eine Mischung aus Veranstaltungs- und PR-Manager beschreibt Beider seien Job in der Geschäftsstelle.

Mit seinen 24 Jahren ist Beider der jüngste CDU-Bewerber auf einen Sitz im Bassumer Rat. Für ihn ist es die erste Kandidatur bei einer Kommunalwahl, aber nicht der erste Wahlkampf. Als Erstsemester hatte er Ende 2017 in Vechta eine Hochschulgruppe des Rings Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) mit aufgebaut.

Der CDU-nahe RCDS holte mit Beider als Vorsitzendem bei den Wahlen zum Studentenparlament aus dem Stand gut 18 Prozent der Stimmen: Ein Ergebnis, das den Vechtaern Anerkennung für ein bundesweit überdurchschnittliches Ergebnis einbrachte. Zum Hintergrund: Bei Wahlen für Uni-Parlamente dominieren häufig Hochschulgruppen links der politischen Mitte.

Als einer von zwei studentischen Vertretern im Senat der Universität Vechta konnte Beider anschließend Erfahrungen in der Gremien-Arbeit sammeln. „Wenn man als 21-jähriger Student inmitten von Professoren um die 60 sitzt, dann muss man sich wirklich behaupten und wissen, wovon man redet“, erzählt er.

Zur CDU war er erst kurz vorher gekommen, über einen persönlichen Draht zu Axel Knoerig. Nach seinem Abitur am Gymnasium Syke hatte Beider für zwölf Monate Bundesfreiwilligendienst beim Kreissportbund Diepholz geleistet – dessen stellvertretender Vorsitzender der Bundestagsabgeordnete (und Boxsportler) Knoerig ist.

Auf dessen Einladung war Beider für drei Wochen als Praktikant in Knoerigs Bundestagsbüro. Während des Studiums – Politik und Wirtschaftsethik als Zweifach-Bachelor – folgte ein zweites Praktikum, dieses Mal im niedersächsischen Landtag beim Diepholzer Abgeordneten Marcel Scharrelmann.

Was Beider besonders in Erinnerung geblieben ist: Dabei zu sein, wenn Entscheidungen entstehen, über die es am Ende heißt: „Die CDU sagt …“ Dahinter, meint er, stehe ein langer Prozess der Meinungsbildung, „der nicht nur von oben nach unten geht“.

Neben seinem Studium und seinem Engagement für die CDU ist Beider seit vergangenem Jahr Jugendvorsitzender beim Kreissportbund. Es selbst ist erfolgreicher Sportschütze, war mit der Luftpistole fünf Jahre in der Landesmannschaft. Sogar der Sprung in die Nationalmannschaft war in Reichweite. Seinem Verein, dem Schützenverein Bassum von 1848, ist er treu geblieben. Sein Arbeitsplatz in der CDU-Geschäftsstelle befindet sich in Sichtweite.

Zum Jahreswechsel ist David Beider nach einigen Jahren in Vechta nach Bassum zurückgekehrt, in eine eigene Wohnung. „Es war einsam während Corona“, sagt er über die Zeit der Online-Vorlesungen.

Am 12. September tritt Beider auf Listenplatz 14 an. Die Kommunalwahl in Bassum, weiß er, „ist auch eine Personenwahl“. Vor fünf Jahren wurden bei der CDU acht von zehn Plätzen direkt gewählt.

Danach gefragt, welches Thema ihm als Ratspolitiker besonders wichtig wäre, antwortet Beider: Vereine. „In Bassum gibt es ein unglaublich breites Sportangebot“, das man erhalten müsse. Oder die Feuerwehr, „die einen extrem guten Job macht und die Nachwuchs zieht“.

Er selbst sei „im Verein groß geworden“. Er verweist auf seine eigene Erfahrung, wenn er sagt: „Vereine sind extrem wichtig für die Eingliederung von Zugezogenen.“ Seine Eltern seien 1995 aus Russland eingewandert, zu Hause wurde Russisch gesprochen. Im Schützenverein habe er Freunde gefunden und Gelegenheit gehabt, Deutsch zu sprechen.

Als weiteres Ziel für die kommende Wahlperiode nennt Beider den Erhalt aller Schulen in den Ortsteilen. „Kurze Beine, kurze Wege“, das sei vielleicht eine Floskel, aber der Grund dafür, dass Bassum als Wohnort so beliebt sei.

David Beider ist überzeugt: Vereine, Kitas, Kindergärten und Schulen sind für die Lebensqualität in den Dörfern unverzichtbar. Ohne sie gäbe es keine Dorfstruktur mehr. „Dann wäre es nur noch eine Siedlung“.

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