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Der Sport mit dem Pfeil

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Von: Anika Seebacher

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Die Pfeile, hier für Steeldart, gibt es in verschiedenen Ausführungen.
Die Pfeile, hier für Steeldart, gibt es in verschiedenen Ausführungen. © Seebacher

Darts erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Der AS United hat jüngst eine neue Dartsparte gegründet und sucht weitere Mitglieder. Trainiert wird alle 14 Tage donnerstags. Unsere Reporterin hat einen Selbstversuch gewagt.

Albringhausen – Ein knappes Dutzend Interessierte hat sich in der Schützenhalle in Albringhausen eingefunden. Dort hat Arne Bäker zwei Dartscheiben aufgestellt, auf einem Tisch warten verschiedene Pfeile auf ihren Einsatz. Diejenigen, die bereits ein wenig Erfahrung haben, bringen ihre eigenen Pfeile mit. Es ist der erste Trainingsabend der neu gegründeten Dartsparte beim AS United. Kreiszeitung-Reporterin Anika Seebacher hat sich unter die Sportler gemischt – ein Selbstversuch in dem Geschicklichkeitsspiel.

Als absolute Anfängerin lasse ich mir zunächst die Grundlagen erklären und erfahre, dass es verschiedene Spielmöglichkeiten gibt. Am häufigsten wird nach einer Variante gespielt, bei der von 501 Zählern zu Beginn die Punkte heruntergespielt werden. Sieger ist, wer sein Punktekonto als erstes auf null gesetzt hat. Gültig sind selbstverständlich nur die Pfeile, die in den schmalen Feldern auf der Scheibe stecken bleiben. Was sich total simpel anhört, erfordert jede Menge Konzentration – und Übung.

Darts erfordert Konzentration und Übung

Zum Ausprobieren ist der erste Abend bestens geeignet, denn noch hat man sich auf kein Regelwerk festgelegt. Jeder Spieler hat abwechselnd drei Würfe. „Wir sind selbst noch in der Findungsphase und müssen uns auf Vieles einigen“, sagt Arne Bäker.

Er hatte die Idee für eine Dartsparte beim AS United, wo bislang Fußball das Vereinsleben prägte. Obwohl es gut 90 Mitglieder gibt, wolle man sich künftig breiter aufstellen. „Ich habe im vergangenen Dezember die Darts-WM im Fernsehen gesehen und dann hat es mich irgendwie in den Fingern gejuckt“, erinnert sich Bäker.

Nachdem sein Vorschlag beim Vorstand positiv ankam, organisierte er Anfang März ein offenes Turnier. Dieses war ihm zufolge „ein richtiger Selbstläufer“ und lieferte den Beweis, dass es auch in der Bassumer Region Interesse am Dartsport gibt. Am Ende bewiesen 51 Teilnehmer bei dem abendlichen Wettstreit ihre Zielsicherheit an den Scheiben. „Dank der Unterstützung der Firma Westwind konnten viele Preise vergeben werden“, berichtet Bäker.

Beim ersten Dartturnier in der Schützenhalle in Albringhausen war das Interesse groß. Deshalb soll es laut Organisator eine Wiederholung geben.
Beim ersten Dartturnier in der Schützenhalle in Albringhausen war das Interesse groß. Deshalb soll es laut Organisator eine Wiederholung geben. © AS United

Nach dem erfolgreichen Start wollen die Albringhäuser nun also in der Hobbyliga mitmischen. „Wir spielen just for fun“, macht Bäker deutlich und freut sich über weitere Mitstreiter.

Als Laie teste ich am Trainingsabend zunächst ein paar Pfeile. Diese unterscheiden sich beim Steeldarts, das beim AS United praktiziert wird, einerseits im Gewicht. Standardmäßig werde mit 23 bis 25 Gramm schweren Pfeilen gespielt, erklärt mit ein Mitspieler. Andererseits gibt es verschiedene Ausprägungen an der Grifffläche sowie bei den Flügeln. Im ersten Moment kommt mir der Unterschied zwischen den Pfeilen marginal vor, doch beim Wurf auf die Scheibe wird deutlich: Die Kurve ist bei den schwereren Pfeilen deutlich stabiler und es braucht weniger Kraft. Eine allgemeingültige Regel, wie man den für sich richtigen Pfeil findet, gebe es nicht, so Bäker. Demnach sei es ein guter Weg, verschiedene Versionen zu testen und zu beobachten, mit welchen Dartpfeilen man die besten Ergebnisse erzielt. „Manche schwingen, andere drücken“, führt der Albringhäuser weitere Optionen bei der Wurfbewegung aus.

Verschiedene Wurftechniken: Manche schwingen, andere drücken.

Doch egal, wie der Pfeil am Ende geworfen wird, der Spieler nimmt stets am sogenannten Oche (Wurflinie) Aufstellung. Diese Barriere ist exakt 2,37 Meter von der Scheibe entfernt. Das Bulls Eye hängt indes in einer Höhe von 1,73 Meter. Während der Fuß das Oche nicht überschreiten darf, ist es erlaubt, den Oberkörper über diese Markierung zu lehnen. Von den erfahreneren Hobbyspielern in der Schützenhalle gibt es Tipps zur Haltung: „Am besten parallel und ein wenig breitbeinig zur Scheibe stellen. Arm, Schulter und Pfeil sollten in einer Linie sein.“ Gar nicht so einfach, sich zu konzentrieren, wenn sich so viele Augen auf dasselbe Ziel richten. Die Scheibe treffe ich zwar, aber ich bin froh, dass es an diesem Abend nicht um Punkte geht.

Konzentration und Treffsichereit sind gefragt: Redakteurin Anika Seebacher beim Dart.
Konzentration und Treffsichereit sind gefragt: Redakteurin Anika Seebacher beim Dart. © Seebacher, Anika

„Es gibt einen wahren Hype in der Region“, hat Arne Bäker den Wandel vom Kneipenspiel zur ernstzunehmenden Sportart beobachtet. Insbesondere in den Wintermonaten, nach der im TV ausgestrahlten Weltmeisterschaft, sei Darts in aller Munde. „Es gibt hier in fast jedem zweiten Haushalt eine Scheibe“, vermutet Bäker. In der Schützenhalle hat er die Ziele mit einem LED-Ring ausgestattet. Der verhindere Schattenwürfe durch bereits geworfene Pfeile, erläutert er den Vorteil des Equipments.

Links- und Rechtshänder haben beim Darts übrigens die gleichen Chancen. „Darts spielt man passiv gegeneinander“, sagt Bäker. Für ihn besteht ein weiterer Vorteil darin, dass „man schnell eine Verbesserung merkt“. Bereits nach einigen Würfen stelle sich bei vielen ein Erfolg ein, der zum Weitermachen motiviere. „Dem AS United war es schon immer wichtig, Generationen zusammenzubringen. Das ist uns mit dem Turnier bereits gelungen“, freut sich Bäker und berichtet von Teilnehmern zwischen 20 und fast 60 Jahren. Der Organisator verspricht zudem eine Wiederholung des offenen Wettbewerbs.

Teilnehmen

Wer Lust hat, sich der Dartsparte des AS United anzuschließen, kann bei einem Trainingsabend vorbeischauen. Diese finden in den ungeraden Wochen donnerstags um 19 Uhr in der Schützenhalle in Albringhausen statt.

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