Dehoga-Kreisverband Diepholz

Gastronomen von Lockerungsplänen schwer enttäuscht

Andree Meyer (hier bei der Demo in Syke) fordert eine verlässliche Perspektive für Gastronomen.
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Andree Meyer (hier bei der Demo in Syke) fordert eine verlässliche Perspektive für Gastronomen.

„Total ungerecht“ – so bewertet Andree Meyer als Vorsitzender des Kreisverbands Grafschaft Hoya im Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Dehoga die Tatsache, dass die Gastronomie von den stufenweisen Lockerungen des Lockdowns nicht profitiert.

Landkreis  Diepholz – Mindestens bis zum 28. März müssen die Türen der Restaurants und Gaststätten weiterhin geschlossen bleiben. Andree Meyer spricht von „Null Perspektive“ – selbst wenn es Gastronomie unter strengen Auflagen im Außenbereich geben sollte: „Dann nur mit Reservierung vorab und bei Gästen aus mehreren Haushalten mit Tests für alle“, fasst der Chef des Hotels „Zur Post“ in Neubruchhausen aktuelle Überlegungen zusammen. Belastbare Informationen gibt es noch nicht. Selbst wenn es so käme wie jetzt angedacht: „Niedersachsen liegt nicht am Äquator, sondern in Norddeutschland. Es wird regnen und es wird kalt sein“, beschreibt er typisches Aprilwetter. Und sollte die Sonne doch mal scheinen: „Dann müsste jemand im Eiscafé erst anrufen – und darf sich dann sofort setzen“, beschreibt der Dehoga-Kreisvorsitzende ein Szenario, zu dem ihm nur ein Wort einfällt: „Bürokratenschimmel.“

Dehoga-Kreisvorsitzender Andree Meyer: „Unsere Mitarbeiter brauchen dringend eine Perspektive“

Schon am Montag hatten Gastronomen aus drei Kreisverbänden demonstriert und eine echte Perspektive gefordert, weil sie ihre Betriebe wegen Corona schon 25 Wochen schließen mussten. Seitdem ist mehr als Ebbe in die Kassen. „Obwohl die meisten von uns Anfang des Jahres die Versicherungen zahlen müssen“, sagt Andree Meyer. Er schlägt Alarm: „Unsere Branche blutet aus.“ Es müsse endlich ein verlässlicher Öffnungstermin her. Außerdem: „Unsere Mitarbeiter brauchen dringend eine Perspektive!“

Dass die Gastronomie ein wirksames Hygienekonzept umgesetzt hatte, beweist der Dehoga-Kreisvorsitzende mit der Kontaktdaten-Dokumentation: „Nicht eines unserer Mitglieder musste sie vorzeigen.“ Anders gesagt: Es gab keine Nachverfolgung wegen eines Coronafalls.

Dehoga betont Wirksamkeit de Hygienekonzepte

Diese Hygienekonzepte könnten die Gastronomen sofort wieder umsetzen. Deshalb verstehen sie nicht, warum sie nicht öffnen dürfen – anders als zum Beispiel Blumengeschäfte oder Friseure.

Wären Schnelltests eine Lösung, wie sie ab Samstag in den Handel kommen sollen? Das Ergebnis soll 15 Minuten nach dem Nasenabstrich mit einer Trefferquote von 96 Prozent vorliegen. Andree Meyer hält das für eine gute Möglichkeit. So könnte zum Beispiel eine Hochzeit mit 52 Personen sicher stattfinden – als geschlossene Familienfeier. Zurzeit können die Gastronomen solche Feiern nicht einmal terminieren – weil sie nicht wissen, wann sie Gäste empfangen dürfen.

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