Ruheständler im Unruhestand

Behälter des Bassumers Horst-Dieter Jobst sollen Tod im Altkleidercontainer verhindern

Ein Mann steht an einem neuen Altkleidercontainer
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Einsteigen unmöglich: Horst-Dieter Jobst präsentiert einen Altkleidercontainer, der Unfälle verhindern soll.

Als Unternehmer hat er jahrzehntelang Erfolge gefeiert. Längst könnte sich Horst-Dieter Jobst zur Ruhe setzen, doch der 79-Jährige hat sozusagen „Hummeln im Hintern“. Ruhestand ist für ihn ein Fremdwort.

Bassum - Horst-Dieter Jobst ist umtriebig. Er sucht ständig nach neuen Herausforderungen und Investitionsmöglichkeiten. Nun hat er auf seinem Grundstück in Eschenhausen eine neue Firma gegründet: HD Jobst Bassum.

Dort entwickelte er in den vergangenen Monaten nicht nur einen Desinfektionsspender, der per Fuß bedient werden kann (wir berichteten), sondern auch neuartige Behälter. Unter anderem einen Altkleidercontainer. „Dieser ist so konzipiert, dass niemand hineinsteigen kann“, erläutert Jobst die Idee, die dahinter steckt. Denn die traurige Realität ist: In den vergangenen Jahrzehnten sei es immer wieder zu tragischen Unglücken gekommen, weil Menschen in Container gestiegen sind, um Kleidung zu entnehmen. Dabei hätten sie sich stranguliert. „Fast jedes Jahr gibt es Todesfälle, 2020 erstickte ein neunjähriger Junge in Bergamo, 2019 ein Mann in Hannover“, nennt Jobst zwei Vorfälle. Die Liste der tödlichen Unfälle seit den 1990er-Jahren sei lang.

Auf dem hinteren Grundstück der Gildefesthalle in Eschenhausen entstehen Parkplätze.

Die Todesfälle gingen ihm nicht aus dem Kopf. „Das muss auch anders gehen“, sagte er sich und tüftelte an einem System, das die Strangulation verhindern soll. Nun hat er den Behälter „Safety One“ entwickelt und das Patent darauf angemeldet. „Das System haben wir in einem 24-Stunden-Dauertest über sechs Monate und danach weitere sechs Monate im Einsatz geprüft“, so der Unternehmer. Jobst ist von der Funktionsfähigkeit überzeugt. Nun möchte er damit in den Entsorgungsmarkt einsteigen. Er hat bereits Kontakte zum DRK und anderen Organisationen aufgenommen, die vorwiegend mit solchen Behältern im Altkleidersystem arbeiten. Doch die Organisationen reagieren zu seiner Verwunderung eher zurückhaltend. Er sieht dennoch dringenden Handlungsbedarf: „Jeder tote Mensch bei einem Diebstahlversuch ist einer zu viel.“

Der Altkleidercontainer ist nicht der einzige Behälter, den Jobst in seiner Werkstatt stehen hat. Ebenso neu ist die „Paketbox für zu Hause“. „Immer wieder kommt es vor, das Pakete vor die Tür gelegt werden und abhandenkommen“, so Jobst.

Die Box sei vorrangig dafür gedacht, dass die Paket-Zusteller von Versand- und Internet-Anbietern die Pakete bei Abwesenheit verschlusssicher einwerfen können. „Der Adressat kann dann im Nachgang mit einem Sicherheitsschlüssel die Entnahmetür öffnen und sein bestelltes Paket in Empfang nehmen.“

Auf der Fläche Bahnhofstraße 2 möchte Horst-Dieter Jobst Wohnen ermöglichen.

Seit Montag steht ein solches Exemplar zu Präsentationszwecken bei Papier & Tinte auf dem Lindenmarkt. Jobst: „Wir möchten in den nächsten Tagen die allgemeine Publikums-Resonanz vor Ort checken und eventuell eingereichte Verbesserungsvorschläge prüfen, bevor wir die Serien-Produktion aufnehmen.“

Für sein Unternehmen hat er die frühere Soccer-Halle umbauen lassen. Diese steht in unmittelbarer Nachbarschaft zur Gildefesthalle. Dort werkeln übrigens immer noch die Handwerker, um der Eventhalle den letzten Schliff zu geben. „Wir richten gerade die Küche ein“, erzählt Jobst. Draußen rollen derweil die Bagger, um die Parkfläche zu erweitern. Jobst hat von der Bahn einen Teil der stillgelegten Bahngleise, die an seinem Grundstück entlang führen, gepachtet. Insgesamt entstehen dort 120 zusätzliche Stellflächen.

Als ob er damit nicht schon genug zu tun hätte, ist der Bassumer auch als Investor tätig. Sein neuestes Projekt: 3  000 Quadratmeter rund um die Bahnhofstraße 2. Dort möchte der Bassumer Wohn- und Geschäftshäuser errichten – und zusätzlich sozialen Wohnungsbau ermöglichen.

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